Eine falsche Methode wird nicht richtig, nur weil ein Guter sich ihrer bedient

Ich habe für mich selbst den Anspruch mit System zu denken und zu handeln, sodass ich nachvollziehbar bleibe und mich nicht in Widersprüche verstricke. Meiner Ansicht nach ist das eines der Hauptprobleme bei der modernen Linken, aber auch bei Teilen der Konservativen.

Die Alternative für Deutschland machte kürzlich wieder Schlagzeilen als sie forderte vermeintlich linke Lehrer auf einer Online-Plattform zu melden. Schüler sollen dort Lehrer eintragen von denen sie glauben, dass diese gegen das Neutralitätsgebot verstoßen und sogenannte «linke Propaganda» verbreiten. Der Gedanke ist auch mir nicht grundsätzlich fremd. Wenn Ich an meine Schulzeit denke, stelle ich fest, dass alle Lehrer ausnahmslos entweder extrem links oder angepasst links waren und sich nur wenige darum bemühten neutrale Positionen einzunehmen. Die Vertretung eines multikulturellen und linken Lehrnarrativs war normal, konservative Positionen wurden nie oder nur abwertend besprochen. Bei mir löste das allerdings nur den Wunsch zum Widerspruch aus. Es ist jedoch nicht abwegig anzunehmen, dass die Mehrheit der Schüler von dieser dogmatischen Meinungshoheit linker Lehrer eingelullt wird und ihr Leben lang durch diese Ansichten geprägt wird.

Allerdings möchte Ich hier Kritik anbringen. Letztendlich vertrete Ich Positionen,  die ganz unabhängig von Parteien sind. Ich bin mir sicher, dass unter anderen Vorzeichen, nämlich wenn die politische Linke angeblich rechte bzw. konservative Lehrkräfte, sogar vermeintliche Identitäre meldet und denunziert, gleich von Seiten der AfD der Ruf kommt, dass es sich hierbei um «Stasi-Methoden» handle und man derlei nicht hinnehmen würde. Der Vorwurf ist berechtigt, hat die Denunziation als Patriot und Konservativer doch in der Bundesrepublik automatisch soziale Ächtung und meist auch Jobverlust zur Folge. Die Methode ist marxistisch-stalinistisch und freiheitsfeindlich. Sie ist zu verurteilen.

Was also macht gleiche Methode (zumindest vom Gedankengang her) aus der Hand der AfD automatisch gut und richtig? Entweder ist eine Methode falsch, weil sie falsch ist und dann ist sie aus Prinzip abzulehnen bzw. zu kritisieren. Oder man kritisiert etwas nur aus Opportunismus, weil man gerade das Opfer der selben Methode ist, diese aber im nächsten Atemzug wendet und gegen einen Gegner richtet – dann wäre sie wieder legitim. Die alte Frage steht im Raum, ob der Zweck denn die Mittel heiligt. Ich bin nicht der Meinung, dass dem so ist.

Das Richtige hat Gültigkeit, solange es nicht  durch Fakten klar widerlegt wird. Dementsprechend widerstrebt es mir sich dem Zeitgeist anzupassen und seine eigenen Positionen nachträglich zu verneinen, um Wähler zu gewinnen oder trendig zu wirken. Beispiel dafür ist die CDU, die sich um dem Zeitgeist zu entsprechen endlos verbogen und ihre Wähler verraten hat.

Beim Beispiel der «Meldeliste für linke Lehrer» ist klar zu benennen, dass die Linken häufig und schamlos gegen das Neutralitätsgebot an Schulen verstoßen. Viele Lehrer sind wenigstens sozialdemokratisch, wenn nicht sogar grün oder linksradikal. Als Konservativer/Rechter sollte man einfordern, dass die Schule weiterhin neutraler Austragungsort von Ideen bleibt, eine linke Instrumentalisierung und einseitige Narrative nicht geduldet werden können. Wehren tut man sich gegen die Falschheit und Doppelmoral der Linken, wenn man auf die Einhaltung der Regeln pocht, sich treu bleibt und die Methoden des Gegners ablehnt, wenn sie moralisch als falsch erwiesen sind. Die AfD sollte Ruhepol für die Menschen sein und signalisieren, dass hinter ihr ein Versammlungsort für all jene ist, die noch an Ordnung und Gerechtigkeit glauben und das dort ein unhysterischer Kraftkern existiert, auf den man sich stützen kann. Dazu brauch man keine Schreihälse und Leute, die Listen schreiben und öffentlich an den Pranger stellen. Die politische Linke hat ein Angstsystem etabliert, das es niederzureißen und nicht zu verstärken gilt.

Nur weil es die eigene Seite tut, ist aus Loyalität nicht sofort die Meinung oder Haltung zu übernehmen. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion ist unerlässlich für einen kritischen Bürger.  Diese Ansicht ist die meine und darf kritisiert werden. Ich habe durchaus konstruktive Gespräche mit Leuten gehabt, die mir widersprechen und sagen, dass die Zeit drängt und man in Anbetracht der Lage auch zu unlauteren Mitteln greifen müsse. Das lehne ich persönlich ab und ziehe die Analogie zum Wandel der politischen Mitte in Deutschland. Was ich vertrete, das vertrete ich aus Überzeugungsgründen unabhängig davon, was Zeitgeist oder eine Partei sagen.

Fühlen Sie sich frei und ermuntert mir zu widersprechen oder mir zuzustimmen!


 

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

8 thoughts on “Eine falsche Methode wird nicht richtig, nur weil ein Guter sich ihrer bedient

  1. So einfach ist das mit richtig und falsch nicht. Auseinandersetzungen spielen sich immer in irgendeinem Rahmen ab. Solange beide Seiten diesen Rahmen für richtig halten, wird er eingehalten. Der Rahmen kann sein, keine Denunziation in einer politischen Auseinandersetzung, kein Messer in einer Prügelei, kein Giftgas in einem Krieg etc.

    Das Problem ist, wenn eine Seite dann doch eines der Mittel einsetzt, das die andere als „falsch“ ansieht. Dann kann man entweder auf den Einsatz dieses Mittels verzichten oder es eben auch einsetzen. Verzicht bringt einem einen taktischen Nachteil, vielleicht sogar einen strategischen Nachteil. Vielleicht bringt einem der Verzicht manchmal einen moralischen Vorteil, der konkret wertvoll sein kann, weil sich deswegen Dritte einem deshalb anschließen.

    Trotzdem bleibt der Nachteil, das „falsche“ Mittel nicht einzusetzen. Das kann dazu führen, dass man die Auseinandersetzung verliert, im Extremfall deswegen verliert.

    Eine Niederlage wegen irgendwelchen hehren Prinzipien in Kauf zu nehmen, mag manchmal angebracht sein. Ich glaube aber nicht, dass das immer der Fall ist. Manche Auseinandersetzungen sind einfach zu wichtig.

    Der Aussage „Was ich vertrete, das vertrete ich aus Überzeugungsgründen unabhängig davon, was Zeitgeist oder eine Partei sagen“ stelle ich als Gegenposition entgegen: „Welche Mittel ich in einer politischen Auseinandersetzung einsetze, hängt davon ab, welche Mittel mein Gegner einsetzt, was auf dem Spiel steht, wer mein Gegner ist, wer an meiner Seite steht und wer sich noch in die Auseinandersetzung einmischen könnte!“

    Zu Bedenken ist auch, dass manchmal Vergeltung mit gleichen Mitteln die Gegenseite davon abhält, das „falsche“ Mittel weiterhin einzusetzen.

    1. Das ist das Problem mit Politik. Es wird zuviel taktisch statt strategisch gedacht. So schaffen beide Seiten den Anstand ab und sind letzten Endes beide auf ihre Weise totalitär. Die Deutschen wollen und verdienen in Wirklichkeit keine Demokratie und verdienen den Totalitarismus. Sie waren nie freiheitlich-demokratisch und werden es wohl auch nie sein, sie wollen Führer.

      1. Sich minderwertig zu fühlen ist eine typisch deutsche Eigenart, die gelegentlich in Überheblichkeit und Allmachtsphantasien umschlägt. Beide Gefühlslagen sind unangebracht. Andere Völker sind weder besser noch schlechter. Deshalb verdienen die Deutschen genauso sehr die Demokratie wie andere freie Völker. Manipuliert und gehirngewaschen werden alle, nicht nur die Deutschen. Durchdenken Sie doch bitte die Gründe für Ihre Meinung, dann können Sie es wahrscheinlich selbst erfahren.

  2. Als ich von dieser Meldestelle gehört habe war auch mein erster Gedanke „Stasi-Methoden“. Aber hier gibt es einen entscheidenden Unterschied.
    Die Stasi war eine fast unangreifbare Staatsmacht die Ihre Möglichkeiten genutzt hat die eigene Bevölkerung zu Unterdrücken.
    Hier sind die Machtverhältnisse aber genau umgekehrt. Welche effektiven Möglichkeiten hat ein Schüler denn um gegen einen Lehrer vorzugehen?

    Dienstaufsichtsbeschwerde, okay. Das Problem: der Lehrer/ die Lehrerin weiß sofort von welchem Schüler das kommt. Sollte die Beschwerde also im Sande verlaufen wie so viele Beschwerden gegen mobbende Lehrkräfte (als Beispiel) hat der Schüler ab sofort den Status Vogelfrei. Hier kommt noch erschwerend hinzu dass der Schüler ja nicht nur gegen eine einzelne Lehrkraft vorgeht sondern gegen das ideologische Narrativ des großen Teiles des Lehrkörpers. Damit hat er dann nicht nur Repressalien von einer Lehrkraft zu erwarten sondern vom gesamten Kollegium dass gegen den Nestbeschmutzer vorgehen will. Ob Bewusst oder Unbewusst.
    Solch eine Meldestelle ist aber natürlich nur dann sinnvoll wenn gegen alle Verstöße der Neutralitätspflicht vorgegangen wird. Ich würde hier also auch Bewegung erwarten wenn Lehrkräfte im Unterricht Missionieren oder sich zu weit am rechten Rand sind.
    Die Schule ist zum Lernen da, und nicht zur Indoktrination.
    Daher sehe ich auch den Vorstoß der Kultusminister als Problematisch die auf dem Zeugnis angaben zu „außer Schulischen Aktivitäten“ und andere Dinge machen wollen.

    1. So wie ich das jetzt beobachtet habe halten sich Gegenmeinungen und Zustimmungen die Wage, hier und auf Fb – wird uns sicherlich öfter begegnen das Thema. Ich werde da auch nochmal drüber nachdenken nachdem hier so viel dazu geäußert wurde.

  3. Das sehe ich ganz genau so.Der Zweck heiligt die Mittel nicht.Viele wären dazu bereit, eine positive politische Partei zu wählen…Geduld ist schwierig…jedoch unerlässlich.

  4. Der Zweck heiligt die Mittel wenn die Mittel nicht schlimmer sind als der Zweck. Das nennt man glaube ich Güterabwägung. Das Problem aller heute nicht Ultralinken ist, dass sie von den Linksextremisten als „Rechte“ abgestempelt, mundtot gemacht und nicht selten sogar sozial vernichtet werden. Damit scheint mir das Portal ethisch gerechtfertigt. Ob es politisch klug ist, sich solcher Methoden zu bedienen, steht auf einem anderen Blatt.

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