Nach der Wahl ist vor der Wahl

 

Seit März gab es keine Neuankömmlinge mehr über den Familiennachzug in Bayern. Doch wie durch ein Wunder des Schicksals sprangen die Tore kurz nach der Wahl in Seehofers Heimat wieder auf und der Zuzug geht weiter. Wer hier an Zufall glaubt, sollte vielleicht einen langen und gründlichen Blick in den Spiegel wagen und sich fragen, ob er auch noch auf die Ankunft eines dicken Mannes in roter Kluft wartet, der an Weihnachten Geschenke verteilt. Die CSU ist meisterhaft darin eine harte Linie vorzutäuschen.

Die CSU ist nochmals mit einem blauen Auge davon gekommen. Ein Pyrrhussieg, der sie vor dem totalen Machtverlust bewahrt, aber auch dazu führt, dass es kein Umdenken geben wird. Man wird den Kurs der sanften Masseneinwanderung weiterfahren und die Herrschaft des Unrecht dulden und unterstützen. Die Tatsache, dass der bayrische Löwe hin und wieder miauzt, ändert nichts an der Tatsache, dass er wieder links abbiegen wird. Wer sein Kreuz bei der CSU gemacht hat, weil er an die Erneuerungsfähigkeit der Partei glaubt, wird vermutlich in den nächsten vier bis fünf Jahren wieder enttäuscht werden. Mit Haut und Haaren hat man sich an Merkel und ihre nach links orientierte Union verkauft, die im schwarzen Gewand grüne Politik macht.

Alles weiter wie bisher. Volle Fahrt voraus in Richtung Einwanderungsland/Standort Deutschland mit schwammig definierbarer Identität und schwelenden Konflikten nach Schema von Samuel Huntington. Bayern mag es derzeit noch sehr gut gehen. Aber wie überall in Deutschland wird von den Fettreserven gelebt, das gute Leben sinkt in die noch dicken Bäuche. Auch der Motor des Südens wird nicht dauerhaft dem Druck standhalten, dem es sich freiwillig aussetzt. Vor wenigen Tagen warnte Frau Angela Merkel vor dem «Ende als Volkspartei», als sie zu ihrem versammelten Korps sprach. Den Grund für dieses vermeintliche Ende sieht sie jedoch nicht in der von ihr mitverschuldeten Asyl(fehl)politik, sondern in der Tatsache, dass es doch tatsächlich Leute gibt, die ihr Verhalten und ihre Rolle darin kritisieren.

«Wenn wir uns für den Rest des Jahrzehnts damit beschäftigen wollen, was 2015 vielleicht so oder so gelaufen ist und damit die ganze Zeit verplempern, dann werden wir den Rang als Volkspartei verlieren»  – Angela Merkel, Die WELT Online, 20.10.2018

Also bitte nicht kritisieren, bitte nicht damit aufhalten, dass hier staatsmännische Fehler gemacht wurden, die ganz Europa in eine schwere politische Krise gestürzt haben und unzählige Menschenleben kosteten! Zusammenhalten und Einheit demonstrieren, denn den Merkelismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.  Es ist ihr egal, ob die Flüchtlinge wegen ihr hier sind – denn nun sind sie ja da. Merkels Verständnis von Verantwortung ist quasi nicht vorhanden. Und wie zu erwarten erntete die Kanzlerin von ihrem Wahlverein tosenden Applaus. Man muss es einfach immer wieder betonen – wer an eine konservative Wende bei der CDU/CSU glaubt, der glaubt wohl auch an den Weihnachtsmann und wird nur bitter enttäuscht werden.

Bild: Privat


 

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

2 thoughts on “Nach der Wahl ist vor der Wahl

  1. Ich möchte mal ganz kurz eine Frage in den Raum werfen:
    Wenn die CSU auf unter 30% gekommen wäre, hätte es diesen Familiennachzug vielleicht TROTZDEM gegeben?
    Ich meine findet das keiner hier verwunderlich so etwas ausgerechnet, einen Artikel der sich Kritisch über den Familiennachzug befasst, in der Süddeutschen zu finden ist?
    Und das man NUR über die CSU redet?
    Ich frage mich wie es in den anderen Grün-regierten Ländern aussieht.
    Das so kurz nach der Wahl, in der, nicht wie erhofft, die Partei kein Waterloo erlebt, was man die ganze Zeit herbeigeschrieben, hat, und so Seehofer nicht wie ein geprügelter Hund nach Berlin zurückkehren, und das sich auch nicht die gepriesene Schwarz-Grüne Regierung sich in den Alpenland etabliert konnte.
    Wenn ihr mich fragt, ist das eine billige Vergeltungsmasche der Mainstreammedien, genau wie bei der letzten Präsidentenwahl als man Trump, einfach weil sie die CSU nicht mögen und regelmäßig gegen Merkel schießen.
    Ich sage allerdings auch:
    Solange Merkel Bundeskanzlerin ist wird sich nichts ändern, weder in CDU noch in der CSU.

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