Großes Miau von kleinen Kätzchen

 

Wer lautstark behauptet, dass er selbst besonders weise und klug ist, sich schon im ersten Halbsatz selber lobt und anderen vorwirft, sie seien zu dumm und zu dämlich, ist wahrscheinlich selber nicht die hellste Kerze auf der Torte, sondern hält sich nur dafür. Das ist wie mit König Joffrey Baratheon aus Game of Thrones. Sein energisches Betonen des «Königseins» und das Bestehen auf seine Autorität als Majestät, wenn seine Untertanen ihm nicht so recht gehorchen wollen, ist nur ein Zeichen dafür, dass er kein wahrer König ist, wie sein Großvater richtig feststellte.



Die Süddeutsche Zeitung, quasi das Hausblatt der linken Bürgerlichen, wird von mir viel und gerne gelesen. Wahrscheinlich bin ich dahingehend masochistisch eingestellt. In einem Artikel befasst sie sich derzeit mit dem brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro, über den wir hier auch schon gesprochen haben. Hier titelt die Süddeutsche folgendermaßen:

Warum Schwarze einen Rassisten wählen

Der Rechtsextremist Jair Bolsonaro ist der große Favorit auf das Präsidentenamt in Brasilien. Er hetzt gegen Schwarze und gegen Frauen – und wird trotzdem von ihnen gewählt. Die Gründe erklärt eine Wissenschaftlerin. – Süddeutsche Zeitung

Auf den eigentlichen Artikel will ich nicht eingehen. Bolsonaro wird von vielen gewäht und geliebt, weil die Linke und die alte Konservative in Brasilien einfach phänomenal bei der Bekämpfung von Kriminalität versagt haben, durch Korruption und Misswirtschaft ganze Generationen von Menschen der Brutalität einer multikulturellen und entsozialisierten Gesellschaft preisgegeben haben. Jair Bolsonaro verspricht aufzuräumen und abzurechnen. Mehr muss man nicht wissen. Die Menschen sind mittlerweile so verzweifelt ob der Verbrechen, den illegalen Migranten und Gangs, dass sie bereit sind einen ziemlich durchgeknallten Populisten zu wählen. Bedanken können sich Süddeutsche und die gesamte Linke in Brasilien bei sich selbst und ihren Utopien von einer globalen, neoliberalen Weltordnung. Jair Bolsonaro tritt mit einem ähnlichen Konzept an wie Trump und die meisten anderen Rechtspopulisten auf der ganzen Welt. Er gibt den Ungehörten eine Stimme, behauptet für das Volk zu sprechen und wenn man sich seine Zustimmungswerte ansieht, könnte das ja sogar stimmen.

Nun aber zu den Königen der Online-Sawanne, genauer zu den Lesern der Süddeutschen, die vom höchsten Ross und vom größten Fels der Steppe aus verkünden, wie klug und gebildet sie doch sind. «Miau, miaaau!», machte das Kätzchen und hielt sich für den Herrscher über das Tierreich.  Hier zwei ausgewählte Kommentare, die mich besonders amüsiert haben.

Burt Leo Stengl «Mangel an bildung. Wenn der faschist gewählt wird sollten sofort sanktionen gegen brasilien verhängt werden.»

Ich mache ja nur selten den «Grammar-Nazi», muss aber zugeben, dass es mich hier schon ziemlich in den Fingern juckt. Anderen ihre mangelnde Bildung vorhalten, dann aber gleich fünf Fehler (Groß- und Kleinschreibung, Zeichensetzung) innerhalb von 15 Wörtern zu platzieren, ist schon bewundernswert. Hier zeigt sich wieder das weiter oben angesprochene Thema vom Übermenschenkomplex, den so viele zu haben scheinen. Das ist nicht auf das linke Publikum der Süddeutschen beschränkt. Ist der andere nicht meiner Meinung, muss er wohl dumm oder ungebildet sein. Demnach bin ich dann der Klügere. Dieser Narrativ wird aber gerne und oft von den Leitmedien gefahren. Vor allem dann, wenn es um Mitteldeutschland und das starke Abschneiden der AfD dort geht. Die «dunkeldeutschen Volltrottel haben AfD gewählt, weil sie dämlich sind», heißt es dann sinngemäß zwischen den Zeilen, wenn angebliche Bildungsferne der Wähler angesprochen wird.

Harmos Vera «Warum nicht. Auch unter denen gibt es weniger helle Lichter. Ist doch hier auch so. Ich kenne Menschen mit Migrationshintergrund (schon leicht angestaubt, 2 bis 3 Generation), die fühlen sich durch Geflüchtete “bedroht”. Das sie ggf. die nächsten – also nach den Geflüchteten – bei den Rechten sein können, darauf kommen sie so prompt nicht.»

Und Harmos Vera, eine etwas androgyne Person, deren geschlechterspezifische Anrede ich leider nicht beherrsche, behauptet doch ernsthaft, dass es Menschen mit Migrationshintergrund gibt, die sich eine eigene Meinung bilden und nicht den linksradikalen Narrativ vom AfD-Mann als Stiefelnazi mit Nadelstreifen ernst nehmen.

Eine Bedrohung durch «Geflüchtete» gibt es derweil tatsächlich nicht! Wer würde derlei Unfug auch behaupten? Anna und Gregoriy Bagratuni, Sebastian Berlin, Nada Cizmarova, Fabrizia Di Lorenzo, Dalia Elyakim, Dorit Krebs, Angelika Klösters, Łukasz Urban und Peter Volk mögen meine Zeugen sein, wenn sie nicht blutiger Matsch am Breitscheidtplatz wären.

Anis Amri, Sayed M. und Osama Krayem sind ebenso ungefährlich wie der Axtkämpfer aus dem Zug bei Würzburg oder der Syrer aus Schwerin, dessen Anschlag kurz vor der Durchführung noch verhindert werden konnte.  Welches GeschlechtFrau (FUCK NAZIS) Harmos Vera(Sabine) wohl hätte, wenn eine Splitterbombe auf Bauchhöhe sie getroffen hätte?

Dumme Menschen gibt es tatsächlich überall. Ich habe noch einige wenige linksliberale Freunde, mit denen ich mich halbwegs normal und zivilisiert über Politik unterhalten kann, ohne dass der eine den anderen als dumm bezeichnen würde, wenngleich wir auf dem politischen Koordinatensystem am jeweils anderen Ende verortet sind. Im Internet zu diskutieren, wo keinerlei physischen Konsequenzen drohen, ist daher meist ziemlich müßig, weil das Niveau oft schnell sinkt. Auch ich bin hier schuldig im Sinne der Anklage und muss mich an der eigenen Nase anfassen.

In diesem Sinne: «Miau, Miau. Hört mich brüllen!»


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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