Das MG3 – Mythos und Kulturgut. Eine Huldigung.

Anlässlich der bevorstehenden Ausmusterung möchte ich hier die technischen und kulturellen Seite des ikonischen Maschinengewehrs MG3 verfassen.

Quelle: Privat

Die Tochter der Hitlersäge – roh und brutal

Zur Geschichte und allgemeinen technischen Details dieser Waffenfamilie zu schreiben hieße Eulen nach Athen zu tragen. Deswegen hier nur subjektive Eindrücke: Das MG3 ist eine Männerwaffe. Sie ist kalt, brutal, schwer und braucht KRAFT um sie zu benutzen. Gerade Frauen schaffen es teilweise auch mit Übung nicht, die Waffe angesichts der starken Schließfeder zu spannen. Dafür schießen sie diese Waffe meistens besser, da sich jeder kleinste Schießfehler bei dieser Waffe dramatisch auswirkt. Es ist überraschenderweise nicht die rohe Kraft, die den Unterschied macht! Aber man braucht sie, um diese 23 Pfund schwere Waffe erstmal bis ins Gefecht zu tragen. Man braucht geduldiges Fleisch. Entweder werden die Arme spätestens ab dem dritten Kilometer sehr lang oder man quält sich mit dem Sado-Maso-Ledertrageriemen ab, der sowieso alle 100 Meter von der Schulter rutscht. Und die Schultern hängen am Ende auf Höhe der Hüfte.


Quelle: Pixabay

 

Aber das Schießen entlohnt für die Strapaze: Dieses rhythmische Hämmern! Das kontinuierliche Mündungsfeuer ist so groß wie ein verdammter Fußball! Wenn man nachts mit Leuchtspurmunition schießt, stinkt Star Wars voll ab. Jeder fährt auf diese Waffe ab, da bleibt kein Auge trocken. Insbesondere bei den Amis, aber nicht erst seit James Ryan.

Quelle: Privat

Das MG3 im 21. Jahrhundert

Aber mal ganz ehrlich? Nüchtern betrachtet lässt die Waffe schon zu wünschen übrig. Sie ist nicht ohne Weiteres nicht nachtkampffähig, das Visier ist eine Katastrophe, die Ergonomie ist nahezu nicht vorhanden. Wenn man im Winter die falschen Handschuhe am Mann hat, kommt man nicht an den Abzug ran, muss daher mit bloßen Fingern schießen und hat nach einer Minute kein Gefühl mehr, da die Kälte des Stahlgriffstücks die Hand betäubt. Es gibt wenige wirklich gute MG-Schützen, die das Potenzial der Waffe mit ihrer geilen Präzision und Kadenz ausnutzen können. Die allermeisten Soldaten sind z.B. schon mit dem österreichischen MG74 (auch ein direkter Nachfahre des MG42) wesentlich effektiver. Es kommt einfach mehr Stahl im Ziel an, beim MG3 und speziell beim MG42 wird im infanteristischen Einsatz viel Munition verschwendet. Ein Laufwechsel bedingt Hilfsmittel – ab einer gewissen Schussbelastung schützen auch Lederhandschuhe nicht mehr vor Verbrennungen! Ich fand das M249 und M240 wesentlich angenehmer zu tragen und zu schießen. Bei diesen Waffen, auch speziell beim MG4, gibt es weniger Quellen für Bedienerfehler und diese wirken sich auch nicht so krass aus! Sie sind soldatensicher (ugs. für idiotensicher).

Ein Systemwechsel auf das kommende MG5 wird nur durch die verschlissenen MG3 bedingt – die letzten Gehäuse wurden 1979 gefertigt, die Dinger sind durch. Die letzten Jahre wurden immer aus vier defekten MG3 ein überholtes gewonnen. Die heutigen MG3-Produzenten können offenbar keinen geeigneteten Ersatz liefern und Rheinmetall müsste die Produktionslinie komplett neu hochziehen – da ist es schlicht und einfach sinnvoller, ein neues MG zu bauen. Zumal es mit dem MG60 bereits Besseres gab. Lasst euch nichts von diesen ganzen Romantikern erzählen! Hitler ist tot, die Nazis haben den Krieg verloren. Und auch das MG42 hat sie nicht vor dem Untergang gerettet!


 

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Triarius – der junge Geschichtsstudent diente mehrere Jahre in infanteristischen Verwendungen bei der Bundeswehr. Seine Freizeit verbringt er bevorzugt in der Natur, betreibt aber auch leidenschaftlich gerne Motorsport.

17 thoughts on “Das MG3 – Mythos und Kulturgut. Eine Huldigung.

  1. Das möchte ich korrigieren………………..

    …..ich hab sie alle geschossen, auch und gerade das MG-60.
    Das MG-37 T, das Maxims, das VZ-26 und 30, das Gorjunov, das Enfield, das Colt, das Gauschat , das Browning 1918 usw. Auch jener berühmte französische Schrotthaufen funzt sehr gut, ausser in Graben des WK-1.
    Sogar den Nachfolger des MG-45 welches die Schweizer SIG aus den “original” Unterlagen des MG-45 konstruierte …… das Sig 710, habe ich mal ausprobiert.

    Alles funktioniert wunderbar, solange es nicht Minus 30° sind, kein Sandsturm weht, sie nicht Tagelang ungereinigt bleiben müssen …… wenn sie jeden Abend schön geputzt werden, funzen sie immer super, aber die präzis gefertigten MGs sind empfindlich.
    Das M-60 ist ne langsame Rumpelkiste und besser……………. nein das ist es sicher nicht.
    Es macht Spass wenn die Kadenz niedrig ist, man jedem einzelnen Schuss nachschauen kann…..
    Ich kenne aber keinen Praktiker der es mag, von den wenigen die es kennen natürlich.
    Optik und Nachtsichtfähigkeit wären beim System des MG3 leicht nachzurüsten, wenn man den wollte. Winterabzüge gabs im WK-II schon.
    Beim MG-42 ist es eben gerade die hohe Kadenz die viel Wirkung ins Ziel bringt.
    Klar die Patrone 8×97 ist auch etwas besser als die 308.
    Ach ja………….
    Üben muss jeder…………….. gäll.
    Aber die hohe Kadenz ist ne super Sache.
    Wenn ein MG 42 stark gebraucht ist, dann rattert es nicht mehr, es speit die Garben nur noch so raus, man erkennt kaum noch den einzelnen Schuss. Ich denke keiner von euch hat das schon life erlebt. Es macht nur noch rasend schnell trrrr – trrrr ohne das die einzelnen Schüsse noch getrennt hörbar sind. Es klingt wie ein gedehnter Peitschenschlag.
    Mit der Visierung gibt’s keine Probleme, wenn man sich das einfache gewohnt ist, ja es hat auch Vorteile. Wenn sie nicht mehr zeitgemäss ist, warum hat man das kleine Detail nicht geändert ?
    Natürlich wäre ne moderne Optik ne gute Sache und dem steht auch gar nichts entgegen, aber sie sind auch empfindlich, bei Regen störend usw. Und sie kosten sehr viel……
    Hat man mit dem MG 42 eine Mannscheibe erwischt, hat sie schon 10 Einschüsse.

    Natürlich hat das System auch gewisse Mängel, denn es sollten mehrere Läufe ins gleiche Loch schiessen. Bei Kriegsläufen nicht immer gegeben und sie müssen beim MG für das sie gedacht waren, bleiben.
    Aber auch das wäre nicht das Problem gewesen, gerade heute mit den ungeheuer präzisen Maschinen.
    Beim Schweizer MG-51, ebenfalls ein Klon des MG-42, allerdings ein viel aufwendigerer mit Stützklappenverschluss und anderen Dingen, hat man das mit den Läufen ja auch durchexerziert. Also A und B Läufe, Strich 1-2-3 usw.
    Ist es beim MG nötig so genau zu schiessen…?

    Nun ja, der Munitionsverbrauch ist wohl der grösste Nachteil des MG-42.
    Die muss mitgeführt werden……. und bei Dauerfeuer muss man sogar den sehr viel dickeren Schweizer Lauf nach 200 Schuss wechseln. Im Kampfgeschehen hält er 400 Schuss aus und macht man Dauerfeuer bis 750 Schuss …….. ist er ausgeschossen.
    Ich habs nicht mehr so genau im Kopf, aber ungefähr.
    Die Schweiz fabrizierte sogenannte Kriegsläufe mit Stellit-Innenmantel. Aber ich habe nie einen zu Gesicht bekommen Die hätten mehr aushalten sollen….????

    Also, das neue MG-5 oder wie es heissen soll, das ist sicher nicht schlecht.
    Für die Aufgaben von heute wird es gut sein.
    Ein Kampfgeschehen wie im WK-II werden die eh nie erleben, da kommen eher Flugzeuge als das man sich den Gegner lange niederhalten muss.

    Was heute da abgeht ist beinahe eine zivile Version von Krieg, dafür genügen alle MGs.

    Ach ja, MG-42 die gut eingelaufen sind, haben eine Kadenz von mindestens 1500 Schuss / Minute.
    In der Bundeswehr kommt niemand mehr dazu das MG mal wirklich auszutesten, die Möglichkeiten zu finden die es bietet. Beim MG-3 sind die Verschlüsse schwerer, haben mehr Masse, die Kadenz sinkt.
    Laufwechsel, ja der wurde beim MG-45 schon zum Thema und das Problem auch gelöst.
    Siehe SIG 710 mit den Griffen am Lauf.

    Ich habe das FN Minimi auch geschossen, 223 bei einem MG ist im Häuserkampf und bei derartigen Dingen sehr angenehm, aber sonst ist es Mist.
    Die Projektile sind einfach zu leicht, sie dringen nicht durch.
    Das MG-42 schnappt sich sein Ziel auch hinter nem dicken Baum und klatscht auch durch Backsteinmauern.
    Mir gefällt das Minimi, aber es ist dem alten Eisen unterlegen.
    Das FN-MAG ist auch gut, aber dem MG-42 unterlegen, in der Handhabung keineswegs leichter.
    Das Negev ist prima, aber dem 42er unterlegen…..
    Gasdrucklader sind empfindlicher und wenn sie mal nicht wollen, ja dann einpacken und nichts wie weg. Denn im Gefecht kriegt man sie meist nicht mehr zum Laufen.
    Und die Gasdrucklöcher im Lauf, also da habe ich schon allerhand erlebt.
    Zerfallsgurten haben wir im 42-er auch verschossen, sie sind viel weniger “lebendig” und funzen problemlos.

    Also man hätte diese Waffe an die heutige Zeit anpassen können.
    Allein das war eben nicht das gewünschte, weder vom Hersteller noch von den Politikern.
    Ein neues System zu verkaufen ist bei der kleinen Bundeswehr besser, bringt wenigstens noch ein bisschen Volumen.

    Ich hab nun viel vom MG-42 geschrieben. Legt in das MG-3 einen leichten Kriegsverschluss ein und ihr habt fast schon ein MG-42.

    Keines der neuen MGs wird besser sein, aber da niemand das alte mehr kennen wird, wird jeder glauben das neue sei super.

    1. Bist du dir sicher, dass du das MG 60 und nicht das M60 geschossen hast? Ein M4A1 ist ja auch kein bayerischer Sportwagen 😉 völlig andere Baustelle.

      Üben.. womit denn? Es scheitert sowohl am minderwertigen Personal, an mangelnden Übungsplatzkapazitäten und an Ausbildungszeit. Wir sind nicht mehr im kalten Krieg und auch nicht in der Schweiz. Und überhaupt.. wieso sollte ich mir ein MG anschaffen, die nach optimalen Übungsbedingungen (die nie eintreten) höchstens einige wenige Soldaten gut bedienen können? In der deutschen Doktrin muss das Ding Jeder in der Gruppe gut bedienen können. Dann lieber ein MG5 oder M240, bringt einfach mehr.

      Was für Optiken hast du, die im Regen eingehen? Habe alle möglichen Optiken benutzt, keine davon hat je versagt. Wenn man die Visiere anhaucht wischt man sie halt schnell trocken.. und bei nem Stückpreis vom 2500€ bzw. Systempreis von 7500€ pro MG (so viel hat das MG3 mal die Bw neu gekostet) fällt eine Optik nun wirklich nicht mehr ins Gewicht.

      Im Krieg von morgen wird Drohnenabwehr interessant, da wäre eine hohe Kadenz allerdings von Vorteil. Ansonsten nur störend.

      Warst du MG-Schütze? Offensichtlich nicht, sonst würdest du mir zustimmen, dass das MAG im Vergleich zum MG42/MG3 einfacher zu bedienen ist. Laufwechsel ohne Handschuhe, der Rändelbolzen ist glaub fest im Gehäuse mit drin, die Schulterstütze kann man im Gegensatz zum MG3 in der Länge anpassen.

      Durchschlagskraft ist natürlich immer gut, aber sie bedingt schwerere Waffen mit schwererer Munition. Zieh dir doch mal eine IdZ-Ausrüstung an und dann nimm mal ein MG3 mit Ersatzrohr und zwei Gurtkästen mit.. viel Spaß. Und der Orts- und Häuserkampf hat weiterhin eine wachsende Bedeutung, 5,56mm MGs werden als Ergänzung für 7,62mm MGs immer wichtiger. Übrigens ist bei afghanischen Lehmmauern 7,62 absolut machtlos, genau wie die 20mm.

      Ich hab an zwei Tagen 600 Übungspatronen durch ein M249 gelassen und es dabei komplett im Regen durch den Schlamm gezogen. War am Ende innen anthrazit und außen lehmbraun.. keine Störung. G36.. mit Gefechtsmun nie Störungen gehabt. Gleiches Lied beim M4, wobei Kameraden da Probleme hatten.

      Dass man das MG3 an die heutige Zeit hätte anpassen können ist mir bekannt und hab ich explizit auch so geschrieben!! Nur leider sind die deutschen Fertigungsstraßen seit den 1980ern weg und die ausländischen Teile scheiße. Die Fertigung vom MG3 neu aufzunehmen wäre teurer als das MG5 zu entwickeln. Du weinst doch auch nicht dem Mercedes 190E hinterher und meinst, dass bei der Ablösung durch die C-Klasse nur die Interessen von Politik und Herstellern dahinter steht, oder?

  2. Die Gehäuse für das überholen der MG3 sollten von der Firma Schmeisser geliefert werden.

    Die aber bezogen diese von “POF” …….”Pakistan Ordnance Factory” welche das MG in Lizenz herstellen.

    Die aber sind nicht so ganz das was ein Deutscher Ingenieur punkto Masshaltigkeit haben will.
    Darum wurden die, gerade auch weil sie auch nach Mängelrügen nichts besseres liefern konnten, abgelehnt.
    Die MP-5 von POF kenne ich, sie schiessen alle, sind aber einfach weniger sauber gefertigt.

  3. Hallo,

    zuerst möchte ich dem “Vorschreiber” für seine detaillierten und durchaus erbaulichen Erfahrungsberichte danken – schön, so etwas zu lesen. Gleichfalls vielen Dank dem Verfasser des Artikels, der das “Feeling” fürwahr trefflich geschildert hat – und dieser Waffe eine würdige Huldigung zukommen lässt.

    Soweit ich es in den weiten des Netzes aufgeschnappt habe, musste die Kadenz von 25 Schuss pro Sekunde auch deshalb gesenkt werden, weil die original Stahllegierung der Feder abhanden gekommen ist?!?

    Ich kann hier nicht viel sinnreiches dazufügen, außer meinen persönlichen Empfindungen und Eindrücken. Schon als Jugendlicher war mir die Waffe durch Bilder, Modellbau und Artikel bekannt. Es war ein Traum, sie auch mal real schiessen zu können. Ich hatte das Glück, während meiner Unteroffiziersausbildung diese Waffe als Ausbildungsprüfung zu erhalten – so hatte ich sie einige Zeit im Spint und urfte sogar ganze 7 Schuss :-)))) damit abfeuern – Einzelfeuer, versteht sich. Mehr konnte man sich nicht leisten – so viel zum Zustand der deutschen Armee, viele Jahre vor der Festungsschleiferin “Vonderleiden” …

    … Aber egal.
    Das MG3 / MG42 ist meines Erachtens nicht nur eine herausragende technische Errungenschaft (wenn auch eine – prinzipbedingt – sehr brutale) mit kleinen Schwächen, sondern es besitzt auch eine höchst ästhetische Erscheinung, die eindeutig das nicht fassbare “mehr” von reiner Materie und Zweck verkörpert, wenn ich das hier mal so anmerken darf.
    R.I.P, MG3 …

  4. Haben auf dem Übungsplatz fürs Nachtschießen die Nato-Bremse am Verschluss blockiert und die Feder verstärkt (mit Draht umwickelt). Danach hatten wir Kadenzen knapp am MG 42. Haben das bei 2 MGs des abgesessenen Deckungstrupps und an den 3 TMG der SPz so gemacht. Unbeschreiblich. Gefechtsbild und Feeling, welches man nicht vergisst…
    Aber die Welt dreht sich weiter. Über schön, toll und “besser als” lässt sich streiten, über Zweckmäßigkeiten und politischen Willen nicht.
    Die Frage ist ja auch, wer denn eine Waffe führt: die Diskussion, ob ein alter 2-Händer besser und wirkungsvoller oder eben schlechter als ein Katana ist, hängt voll und ganz von demjenigigen ab, der das Ding führt. Schön sind beide! 🙂

    1. Was denn bitte für ne NATO-Bremse? Konstruktiv ist mWn ja nur die Feder (statt der Stange im MG42 Verschluss) und das Gewicht vom Verschluss anders. Hab mal ein Gerücht gehört, dass man eine umgedrehte Patronenhülse statt der Feder verbauen und damit die Kadenz erhöhen kann.

      Hier im Video scheint ein MG3A1 mit 2400 Schuss pro Minute zu wirken, aber ich (gelernter Greni) kenn das MG3A1 nur mit der üblichen Kadenz? https://www.youtube.com/watch?v=P064Lqv1Lyw

      1. Genau, die kleine Feder vorne im Verschlusskopf = “NATO-Bremse”.
        Schließfeder musste auch noch hart kriegen.
        Vielleicht nennt man das heutzutage nicht mehr so – ich bezweifle, dass es noch altgediente WaInst`ler gibt, die sich bis ins Detail mit dem MG auskennen… Und die Fw-DstGrde, die damals dabei waren, sind heute entweder Zivilunken, Pensionäre oder sitzen sich ihre Hintern in Stäben platt 😉
        Ich hab mal gehört, man zerlegt mittlerweile in der Ausbildung auch nicht mal mehr den Verschluss und das Gurtzuführeroberteil als einfacher Schütze?
        Die BMK vom Marder haben wir als Kommandanten z.B. immer mit Multitool und Stemmeisen repariert – da kommt heute ja auch gleich die Inst oder das ganze Ding wird stillgelegt…
        Worauf will ich raus: nur wenn man die Waffe in und auswendig bis ins Detail kennt und drillmäßig zerlegenund zusammensetzen kann, kann man erstens auch Störungen selbst beheben, z.B. im Gefecht, oder sich lustige Sachen zur Leistungssteigerung überlegen…
        Neue Waffen, alte Waffen, leichte oder schwere Gehäuse – alles Mumpitz, wenn die Zeit für die Ausbildung nicht genutzt wird.
        Aber darum gings in Deinem Beitrag ja nicht!
        Fazit: ja, das MG3 war eine tolle Waffe. Aber neu muss nicht immer schlechter sein…

        1. Ich wurde trotz meines großen Interesses an der Waffe nicht so sehr im Detail dran ausgebildet. Weder in der AGA, SGA noch bei einer anderen Gelegenheit. Richtig MG schießen hab ich übrigens auf einer Resi-DVag gelernt (als aktiver Gefreiter übrigens!).

          Definiere “in der Ausbildung”. Ich habe keine Ahnung, Gurtzuführeroberteil hab ich nie selber zerlegt. Konnten manche Mannschafter allerdings.

          Ah, gut, auch ein Greni. Hab mir heute den ganzen Tag die Classixvideos vom Bundeswehrkanal reingezogen. Viel vom alten Material war ja auch geil.. Marder, Luchs, Leo 1 Familie, 5/7/10to mil gl, MG3, G3, … aber das Altmaterial ist halt irgendwann ausgelutscht, wenn man keine neuen Gehäuse/Rahmen/… fertigt. Oder es ist überholt. Oder beides. Gegen ein kampfwertgesteigertes MG3 hätte ich grundsätzlich nichts, aber das MG5 ist mMn einfach sinnvoller für die Bw.

  5. Also………………..

    Mitrailleur war ich nicht, aber ich habe mehr MGs benutzt wie jeder von der Sorte. Und das Schweizer MG-51 ist ne Toppwaffe, aber leider hat man dafür den Vorteil des leichten Gewichtes aufgegeben.
    Nun ja, da ich die meiste Dienstzeit noch nicht mit den StGw-90 sondern mit dem StGw-57 absolvierte, war Gewicht für uns alltäglich.
    Die Römer benutzten zum üben Holzschwerter die doppelt so schwer waren wie echte Klingen, das ist auch ne Taktik….

    Das “MG-60” war natürlich ein M-60 und auch das neuere M-60-E2 habe ich ausprobiert, nur das ist ja überhaupt brauchbar.
    Ich besass sie alle selber …….diese Mgs.
    Das mit dem Lauf und dem Zweibein……. ein Schmarren.
    In Thailand findet man die alten M-60 noch oft.
    Das M-60 fusst Konstruktiv übrigens in wichtigen Details im MG-42.
    Die Gurtzuführung wurde fast identisch übernommen.

    Tja mit Optiken kenne ich mich auch etwas aus…(((-:
    Liebe die neuen Leupolds sehr, aber auch der günstige Anbieter Hawke hat sehr gute Absehen, sein Tactical-Dot Absehen finde ich super, Sowas gabs früher nur wehr wenig.
    Leupold siehe hier :
    https://www.leupold.com/reticles/reticle-cmr-w-5-56-illuminated-123
    Anhaltepunkte ohne den Turm zu verstellen……… Super und logisch dazu.
    Keine Monatelange Scharfschützenausbildung, dafür viele nicht ganz so gute Schützen …….aber die sind dann wenigstens reichlich vorhanden.
    Zudem gibt es viele Talente die nie Scharfschützen wurden weil sie irgendeine Bedingung zu der Truppe nicht erfüllten, aber schiessen wie der Teufel.
    Warum sollen Scharfschützen Beispielsweise immer Marathonläufer sein ?

    Mich störten zum Beispiel im Schiesstand immer die Schüsse des Nebenmannes links…..
    Wenn ich im Stand ganz Links den äussersten Platz nehmen konnte, war ich immer Top. Heute gibt’s dazu von Brügger & Thomet Aufsätze die dem Rückstoss der Waffen nach vorne ableiten. Sie sehen aus wie ein Dämpfer, sind aber nur ca. 7-8 cm lang.
    https://www.bt-ag.ch/shop/deu/divers/bt-blast-deflector-mit-glasbrecher-rotex-v-bt-122267

    Wenns dauerregnet und je stärker umso mehr, sind Optiken leider immer beschlagen, verregnet und eben auch verschmutzt. Dann werden Kartonrohre aufgesteckt, Luftballone übergezogen usw….. halt behelfsmassnahmen. Obwohl es auch Vorsätze von den Herstellern gibt.
    Ist aber der Wabenfilter ( Kill-Flash) Nass, dauert das trocknen eben zu lange.
    Im Einsatz kann man nicht ständig solche Dinge tun, sonst ist man immer zu spät.
    Optik ist immer sehr gut, aber immer nur wenn sie jederzeit innert Sekunden abgenommen werden kann und man noch eine Korn / Kimme Visierung hat.

    Die “Battlegraound-Zero Methode” ist auch ne sehr praktische Sache.
    http://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/ ……da wird das irgendwo sehr schön beschrieben.
    Hier womöglich :
    http://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2010/12/sniping-4-generation.html
    Die Amis die viele Einsätze mitmachten, hatten Einfluss auf die Ausbildung und Taktik und die Methode ist gut.
    Sie produziert keine perfekten Treffer, aber das ist im Krieg egal….. ein Verwundeter ist sogar hilfreicher weil er Ressourcen bindet.
    Hat eine Gruppe einen Verwundeten, ist sie schon stark eingeschränkt.
    —————-

    Das FN-MAG ist beliebt, aber bei einem MG braucht es keine verstellbaren Schultertützen und sowas……..
    Und das FN-MAG ist eben nur gut gepflegt auch gut……..
    Es ist halt ein Gasdrucklader und die sind empfindlicher.
    Mit der “dreckigen” Munition die im WK-II gefertigt wurde, wäre das nie zurecht gekommen.
    Die DDR hat übrigens im WK-II Manier 8×57 Munition hergestellt weil sie viele solche MG-42 in Kriegsreserve hatten.
    Diese grünen Büchsen die man mit so einem Büchsenöffne aufschneiden musste, hatte ich oft und sie auch verschossen. Nach 500 Schuss ist das MG schon extrem dreckig. Darum hatte man einen Ersatz-Rückstossverstärker in der Petroleumbüchse mit dabei.
    Die Wehrmacht und eben auch die DDR haben billig produziert, also Pulver- Lose von vielen Herstellen gemischt um möglichst grosse End-Chargen zu erhalten.
    Also man mischte das Pulver zusammen um sagen wir mal 100 Millionen Patronen gleicher Eigenschaft zu erhalten, anstatt von jeder Sorte 10 Millionen Chargen mit voneinander abweichenden Eigenschaften.
    Die DDR Munition war vermutlich nahezu Identisch zu den Kriegslosen und natürlich mit lackierten Stahlhülsen usw.
    Aber mit guter Munition von Heute, kann man 2000 Schuss verfeuern bevor da was ähnlich dreckig ist.
    ———————-
    Das MG-45 welches die SIG, der heutige Rest firmiert unter “Swiss -Arms”……
    http://www.swissarms.ch/de/uebersicht.php ……..als SIG-710 fertig entwickelte und auch in kleinen Stückzahlen herstellte und verkaufen konnte, das hatte die meisten Schwächen des MG3 schon nicht mehr.

    Guckste hier :
    https://en.wikipedia.org/wiki/SIG_MG_710-3

    Aber eben, die Bundeswehr konnte politischen Gründen nie aus der Schweiz kaufen, das Beschaffungswesen in Deutschland war immer von Politik / Korruption geprägt.

    Wie es auch kommt, so wie man in der Wohnung gerne mal was neues haben will, möchten das auch Armeen.
    Also muss nun ein neues MG her.
    Alles gut und Recht, besser aber wird es nicht sein., so wie das G-36 keinerlei Vorteile gegenüber dem G-3 brachte.

    1. Du besaßt MGs… mein Neid sei dir gewiss!

      Wie gesagt hatte ich keine Probleme mit Optiken. G36 Optiken, Aimpoint, ELCAN, diverse Restlichtverstärker, Wärmebildgerät, … selbst mit den billigen Airsoftoptiken fast nie Probleme gehabt, dabei habe ich bei jeder denkbaren Witterung gespielt und geübt.

      Hast du jemals mit einer SK4 Schutzweste geschossen? Selbst bei nem MG im Liegendanschlag ist sowas im Weg. Zumal gerade Panzergrenadiere sehr froh sind, wenn Waffen in der Länge verkürzbar sind!

      Wenn man NATO-Mun in NATO-Waffen nutzt, funktionieren die auch gut. Fremdmunition interessiert die Bw nicht, die Russen und die Daesh haben nicht so viel 7,62×51 gegurtet. Hörte von einem Einsatzveteran, dass er im ganzen Einsatz incl. vieler Gefechte sein G36 nur drei Mal gereinigt hat. Gasdrucklader.

      Du magst ein guter Waffenexperte sein, aber in Sachen Bundeswehrinterna kennst du dich wenig aus. Im Kalten Krieg hatten wir genug MG3, danach hat man aufgrund der politischen Großwetterlage eine Riesenmenge Waffen verschrottet. Dabei wurde nicht berücksichtigt, dass man keinen Nachfolger in der Pipeline hat. Noch dazu kamen dann die ganzen Auslandseinsätze, die den Materialverschleiß im Vergleich zu den 1990ern vervielfacht hat. Ähnliches sieht man auch bei der P8, bei der einige Exemplare nSAK-bedingt weit über die 10000 Schuss kommen und dem Schützen dann halt um die Ohren fliegen. Die Ersatzteilmisere kann man quer über die ganze Bw verfolgen, so werden halt auch die Marder und CH-53 nur noch mit Infusionen am Leben erhalten. Sollen wir etwa den Marder weitere 50 Jahre benutzen?

      G36 ist eine ganz andere Geschichte, da ging es einerseits um die Rettung von HK (nachdem die extrem viel Geld ins das G11 gesteckt hatten waren die fast pleite) und andererseits drum, ein günstiges Gewehr für die Kurzdiener (W10/9/6) im NATO-Standardkaliber zu haben.

      Dass die Bw mit HK unter einer Decke steckt und andere Waffen besser wären steht außer Frage. Hätte ja auch lieber CV9035 statt Puma, lieber C-130 statt A400M, lieber Blackhawk als NH-90, lieber Apache als UHT und lieber ein MG in .338 statt das MG5. Und natürlich Alles in ausreichender Menge!!

  6. Übrigens……………..
    ….die Kadenzbremse im Verschlusskörper des MG 42 wurde schon im WK-II entwickelt.
    Das ist der Matallbolzen mit der Feder drumherum.
    Guckste hier :
    https://www.sauer-militaria.de//popup_image.php?pID=86&osCsid=8ccba32b6d2420072a65e17313a959d2

    Aber so viel ich weiss wurde sie nicht mehr im WK eingesetzt.
    ———————————–

    @ Private James T. Davis

    Das Härten von Federn ist eine Erfahrungssache.
    Hat man die Mitarbeiter nicht mehr die solche Arbeiten seit vielen Jahren machten, ist es schwer das rein Metallurgisch und Rechnerisch nachzuvollziehen.
    Ich hatte mal Hülsen-Auszieher gefertigt und die härten lassen.
    Heute NULL-Problem wie man mir versicherte, man ist ja mit allen Legierungen usw. bestens vertraut und kennt jedes Material bis ins tausendstel Gramm genau.
    Nur haben die einfach nicht gehalten. Sie brachen allesamt nach ca. 50 Schuss.
    Vom “Nachoxidieren” zum “Gasnitrieren” und “Einsatzhärten” alles Wissenschaftlich aufgearbeitet, nur gehalten haben sie nicht.
    1-2-3-4 Versuche ……gebrochen.

    Also hab ich einen alten Mann gefragt wie man sowas früher machte.
    Drum nun Silberstahl genommen, daraus Auszieher hergestellt, dann ein Geschirr mit Wasser gefüllt, etwas Salz im Wasser aufgelöst und 3 Tropfen Öl auf die Wasseroberfläche gegeben.
    Die Auszieher im Gas rotglühend gewärmt, ….. Kirschrot wie er dem sagte, dann langsam Senkrecht ins Wasser getaucht und somit gehärtet.
    Die waren nun aber “Glashart”.
    Also zum entspannen nochmals Rotglühend gemacht und sie einfach abkühlen lassen.
    Dabei sind sie “Pflaumenblau” angelaufen und wurden Zäh-Hart, …….sie haben bis Heute gehalten.

    Bei viel stärker beanspruchten Teilen braucht es aber wirklich Erfahrung, jahrelange Erfahrung.

    —————————————————–

    Tja das Design von Waffen ……………..
    …..ist viel wichtiger als Gemeinhin angenommen.
    Französische Waffen zum Beispiel hatten nie ein gutes Design, sie gefallen nicht.
    Sie erfreuen das Handwerkerherz selten.
    Und sie wurden auch nie zu Klassikern wie ein MG-42 oder die Parabellum Pistole.

    Waffen wie eine MP.MAS-38 blieben immer ein Stiefmütterchen, obwohl deren Erfinder ein helles Köpfchen war, .……..während eine MP-40 weltweit Kultstatus erlangte.
    Und den hat sie nicht nur weil die Wehrmacht einen beispiellosen Krieg kämpfte, sondern sie gefällt und liegt gut in der Hand.
    Eine MP-5 profitiert ebenso von ihrer Gefälligkeit, sie wurde zum Symbol einer modernen MP.
    In der Schweiz wurde vor wenigen Jahren eine MP hergestellt, die “Kris”.
    E ist eine sehr gute MP, ein völlig neues System welches das hochwandern im Feuer stark abmindert.
    Aber niemand liebt sie, sie ist Optisch ein Kotzbrocken.
    Sie wird allein schon deswegen nie zu einem Erfolg werden können.
    Die “Grease-Gun” aus den USA ist sehr beliebt, ……es ist ein Schrotthaufen …..aber sie gefällt.
    Die “Sten” ist genauso gut, aber sie gefällt niemandem….. sie ist ein unansehnlicher Schrotthaufen, …..deren Design stimmt einfach nicht.

    http://modernfirearms.net/en/submachine-guns/u-s-a-submachine-guns/kriss-super-v-eng/

    1. Sehr interessant, das mit den Federn. Ja, auch ich halte nicht viel von diesem neumodischen Technokratismus. Hatte mal n Gespräch mit nem Offizier zum Thema Gefechtsstandsicherung (einer der Aufgaben unseres Zugs): “Herr Leutnant, ich fand unseren Gefechtsstand mangelhaft gesichert.” “Laut Computersimulationen wird der ja auch fast nie angegriffen.” Ahhhja..

  7. Nun ja, natürlich kenne ich die Bundeswehr nicht wirklich, bin ja Schweizer……

    Das MG-5, das würde mir schon auch gefallen, so zum sammeln…..(-:
    Aber während Rheinmetall mir vor ca. 20 Jahren noch gerne ein MG3 verkauft hätte, hätten sie bloss noch eins am Lager gehabt…. ist das heute nicht mehr möglich. Die Bundeswehr bestelle jeweils nur noch Ersatzteile……. die würden sie jeweils dann anfertigen, sagten sie damals. Selber ein Lager führen würden sie nicht mehr.
    Später durften die einem Schweizer dann aber gar keines mehr verkaufen, selbst wenn er das ganz offiziell hätte kaufen und einführen dürfen.

    Ich wollte damals auch mal ein “Amelie” kaufen, die Spanische Version des MG-45 im Kaliber 223.
    Ein hübsches kleines Ding ist das. Aber damals jedenfalls gehörte die Firma CETME schon zum General Motors Konzern.
    Die aber wollten von mir ein “End-Verbraucher-Zertifikat” für das MG haben.
    Der Endverbraucher wäre ich ja gewesen…(((-:
    Solche Zertifikate aber stellt die Schweizerische Eidgenossenschaft nicht aus, die kennt man hier gar nicht. Aber das Secco hat mir angeboten mit der Firma zu sprechen und denen zu erklären das ein Schweizer dafür kein solches Zertifikat braucht….in Englisch.
    Es wäre kompliziert geworden ……das mit dem Amerikanischen Amtsschimmel in Spanien.
    Nun ja, ich habe stattdessen geheiratet und die Sammlung dafür verkauft, so gabs dann ein freies Zimmer für Frauchen und mich.
    Die Gesetze werden immer restriktiver und damit solche Sammlungen zur Last.
    Aber ich hab mich ja ausgetobt.
    Vor Jahren haben noch wir dann die MGs auf einem Armee-Schiessplatz getestet.
    Also wenn ein 42er mal lief, lief es immer.
    Wenn ein MAG mal nicht lief, hatte man ein Problem…… und zwar ein echtes, die brachte man auf dem Schiessplatz dann auch nicht mehr zum laufen.

    Optiken kannte man bei uns in der Armee früher kaum. Aber wir schossen auf 300m immer so gut das eine Optik nicht soooo viel Sinn machte.
    300m Distanz ist für uns das normale…… 400 m machen wenig Mühe, ich meine mit Diopter Visierung….. weitere Schüsse brauchen dann aber Talent.
    Natürlich, weitere Distanzen sind schon besser zu fassen…… mit Optik.
    Jeder “Zug” hatte bei uns immer ein ZF Gewehr….also 1 auf 7-10 Mann.
    So ein Aimpoint M-4s hätte uns schon auch gefallen, oder ein Tijicon MRO……. auf ner kleinen MP….. Ein Sig Bravo 4……. hmmm…. naja die gabs noch nicht.
    Aber das machte man dann halt Privat.
    Bis 1999 machte man eine Einfuhr beim Secco, die kostete 5 Franken und schickte den Zettel nach Holland oder England zum Händler und es kam per Post ne MP5….((-:
    Naja die war offiziell ne halbauto, aber das hiess bei uns, nur der Umschalthebel im Griffstück war leicht zugeschweisst damit die Rille das Seriefeuer nicht freigab.
    Die Hebel selber gabs massenhaft im Original. Alte “Schweizer Norm” nannte sich das.

    Alles was der Markt hergab konnte man auch kaufen.
    MP-5 Schalldämpfer auch, die waren nur leider so begehrt das sie viel kosteten.
    MP-5 kurz, Uzi-Micro oder Mac-11, alles lustige Dinger aber wenig brauchbar……..

    MPs mit Schaft sind sie einfach weit besser.
    Brügger & Thomet verkauft ja nun Pistolen die einen ganz feinen Skelett Anschlagschaft beinhalten der fest an der Waffe montiert ist, aber umgeklappt werden kann. Ja die Waffe kann mit dem Schaft ins Holster geschoben und so getragen werden.
    Ich würde das für die Truppe auch mehr wie befürworten.
    Der Nutzen einer Pistole ist ungleich viel grösser.
    Aber das wusste man vor 100 Jahren auch schon, nur hatte man damals noch nicht die Idee es so einfach umzusetzen wie bei B&T. ( siehe C-96 Anschlagschaft usw….….)
    Hier in der Schweiz schoss man früher Pistole immer nur auf 50m.

    Da musste noch geübt werden.
    Die Pistole mit Schaft ist auf die Distanz leicht einsetzbar.

  8. Habe mich ja ne ganze Weile lang auch mit modernen Kriegsberichten von britischen und amerikanischer Infanterie und Spezialkräften beschäftigt. Erinnere mich nicht dran, dass da das MAG oder Minimi schlecht wegkam. Im Afghanistankontext erinnere ich mich dunkel, dass der feine Sandstaub den MG3 dort sehr zu schaffen gemacht hat und man daher die Waffe oft penibel reinigen musste. Im Gegensatz zu den G36. Haben auch in 3 Tagen 3000 Schuss Gefechtsmun durch 4 MG4 bei jeder Wetterlage (Winter..) gelassen. 1 einzige Störung.. und die Waffe war angenehmer zu reinigen als das MG3. Weiß nicht, was du hast?

    Reflexvisiere machen schnell und auch schlechte Schützen zu mittelmäßigen. Zielfernrohre sind praktisch zur Aufklärung und Zielbeobachtung. Bin ehrlich gesagt bis auf die fehlende Nachtkampffähigkeit relativ angetan von der G36 Optik. G3 schön und gut, aber auf den Zug gerechnet geht einfach mehr Stahl in den Feind und das auf größere Distanzen. Der Standardschütze trifft damit jeden dritten Schuss auf 600m auf eine stehtende Schützenscheibe. Mit G3 ohne Optik hätten wir das höchstens auf 300m geschafft.. dass der .223 auf 300m die Luft ausgeht weiß ich selber.

  9. Triarius…….. mir ist natürlich klar, das wir hier rein theoretische Spielereien spielen.
    Ich werde die praktischen Spiele dazu nicht mehr spielen und Du wirst in 10 Jahren auch schon ganz ganz weit davon entfernt sein.

    Nun ja, früher einmal hatte das MG eine ganz klare Aufgabe.
    Es unterstütze vor allem auch aus dem Hintergrund, deckte das Gefechtsfeld ab.
    Heute hat jeder Mann eine Automatenwaffe ……die das meiste schon mal selber kann.
    Die Schweizer Armee führt aber nun anstatt des MG-51 das FN-Minimi. Also eine Waffe mit höherer Feuerrate als das STGW, aber im selben Kaliber.
    Was soll das eigentlich ?
    Das MG von früher konnte weitreichend und genau das Gefechtsfeld abdecken, es konnte Backsteinmauern durchschlagen, und auch gegen Sandsackwälle was ausrichten, es gab Stahlkern-Munition dazu.
    Und eben, auch lange Distanzen waren in seinem Bereich, dann mit Lafette und Optik.

    Das FN-Minimi ist da nicht besser wie die STGW. Es ist eigentlich nur ein LMG im klassischen Sinne.
    Natürlich kann man das haben und benutzen, es kann viele Dinge gut, nur sollte man dafür eben nicht das echte MG abschaffen.
    Hier in der Schweiz aber gibt es schon niemanden mehr der beide Systeme vergleichen kann, vielleicht noch ein paar Berufsoffiziere im Adjutantenrang, praktische Ausbilder sie schon 20 Jahre mit dabei sind…… aber das sind wenige….. und von denen interessiert sich nur jeder 20igste für das MG.

    Nun ja, schlussendlich schafft die Bundeswehr etwas ab was sich im Krieg extrem gut bewährte, schade…….. und eben für etwas was nicht wirklich besser ist.
    Praktisch ist es allerdings so, wenn die Werkzeuge zur Umformung des MG-3 Gehäuses nicht mehr da sind und der Arbeiter mit der Erfahrung dazu, pensioniert, dann kostet es sehr viel Geld diese Werkzeuge neu zu erstellen.
    Heute allerdings muss man die nicht erst fertigen und dann Härten, denn heute lassen sie sich aus dem gehärteten Block fräsen, was eine grössere Genauigkeit ermöglicht.
    Natürlich machen sie es bei POF in Pakistan noch wie eh und je, nur eben nicht ganz sauber.
    Funktioniert hätten die aber sicher und man hätte denen ja auch ein paar Umformungs-Spezialisten aus DE beistellen können. Vorhandenes Now-How verbessern……..

    Ich denke, dass das MG-5 halt einfach der Zeit geschuldet ist. So fertigt man heute.
    Man hat ein Programm für die CNC Maschine und kann das jederzeit neu starten.
    Irgendwann kommen die Dinger aus dem 3-D Drucker und dann brauchts nicht mal mehr einen Mechaniker zur Fertigung. Mittlerweile hat so ein Tüftler sogar schon einen Lauf mit Zügen und Feldern im 3-D Drucker hergestellt. Ob er hält, vielleicht nicht, aber das wird kommen……
    Lehren und Presswerkzeuge will man Heutzutage nicht mehr, sie nicht mehr lagern und es braucht also auch keine Erfahrung im Umgang mehr damit. Es ist nicht mehr wichtig wie heiss das Eisen ist damit man es umformen kann und es masshaltig bleibt.
    Das MG-5 ist also Heute einfacher zu fertigen……selbst wenn die Waffe komplizierter ist.

    Aber wie ich schon schrieb, es gibt schnell einmal niemanden mehr der überhaupt vergleichen kann, dann aber findet jeder alles toll ……was viel Feuer speit.
    Nun ja, genauso wie man in der Bundeswehr einst aus dem reichsten Fundus an Kriegerfahrungen profitierte den es je gab, ist auch das alles vergessen worden, finden sich nur noch Spuren davon in den Handbüchern.

    Egal, das neue wird gut sein……..
    Diese Firmen machen noch immer das beste was auf dem Markt ist…..”noch”
    Die Details über die wir hier nachdenken spielen im Leben eines Soldaten keine Rolle, er muss flexibel sein und wird mir der Waffe in den Einsatz gehen die man ihm gibt.

  10. Was i8ch noch vergass…..

    Tradition sollte in der Truppe gross geschrieben werden.
    Du hast es ja auch erkannt, das MG-3 war Teil dieser Tradition, denn jeder der damit schoss, wusste …….so machten die es im grossen Krieg.
    Darum finden die Amis das Teil wohl auch so interessant….. gerade auch weil ihnen ihre Grossväter von dem rasenden Ding erzählt haben.

    Nun ja, darum war ich auch der Meinung, dass wenn man eine Auszeichnung für den Soldaten im Einsatz haben musste, man das Eiserne-Kreuz neu hätte stiften sollen.
    Und das in seiner alten bekannten weltweit berühmten Form.
    Das wäre eine Auszeichnung gewesen.
    Das Blechteil was ihr jetzt habt, sieht man mal schnell und hat es schon wieder vergessen.
    Da kommt kein Alter vorbei und sagt, oh ah das gibt’s noch…. und machen wir uns nichts vor, Auszeichnungen sind der Schmuck der Männer.
    ———————————
    Aber klar, alleine weil es im WK-II ausgegeben wurde, hätten das Linke und Grüne Fantasierer nur und ausschliesslich mit dem einen oberlinken Kollegen in Verbindung gebracht…….. der zwar einer der ihren war, dies aber seit 80 Jahren fanatisch bestritten wird.
    Ja man hätte sogar eine Verbindung zu Ausschwitz hergestellt, so krank ist Deutschland heutzutage.
    Also da geht einer nach Afghanistan, macht seine Arbeit sehr gut …… und kriegt so sein scheiss Ding dafür…..

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