Die Enthemmten, Tauben, Stummen und Blinden



Einige Schlagzeilen sind diese Woche von Bedeutung hier. Zum einen gibt es die mutmaßlichen Rechtsterroristen, die in Chemnitz eine terroristische Vereinigung gebildet haben sollen. Ihr Ziel soll gewesen sein ähnlich und nach Vorbild des NSU Ausländer und politische Feinde zu töten. Zwar fand die Polizei keine nennenswerten Waffen, geht aber davon aus, dass der Wille zur Beschaffung eben solcher vorhanden gewesen ist. Ob es sich bei den Verhafteten dann letztendlich wirklich um die großen Gefährder handelt, zu denen die Medien sie derzeit erklären, wird sich zeigen. Letztendlich erwies sich ja auch Franco A. , der Bundeswehroffizier, als Enttäuschung für die Effektmedien. Konkrete Anschlagspläne hat er dann doch nicht gehabt (WELT berichtete).

Eine andere Meldung, die es kaum bis über den Fließtext und Nebenzeilen in den deutschen Medien geschafft hat, ist die Verhaftung mehrerer muslimischer, mutmaßlicher Terroristen, die in den Niederlanden vor der Finalisierung eines Terrorangriffes standen, der ähnlich Bataclan wohl zu sehr vielen Opfern geführt hätte. Nach mehreren Monaten Observierung gelang es den Ermittlern einen erfolgreichen Zugriff durchzuführen, der schließlich die Verdächtigen stoppen konnte, bevor sie sich AK-47 Sturmgewehre und Bomben besorgen konnten (Telegraph).

Während die obere Meldung über die Rechtsextremisten wie ein gestochenes Schwein durchs Dorf gejagt wird, muss man bewusst nach den IS-Unterstützern suchen, die sich in einem verschlafenen holländischen Örtchen zum Angriff auf die westlichen Staaten vorbereiteten. Gefährlich sind beide Gruppierungen, ignorieren sollte man keine davon. Die Auflösungstendenzen Mittel- und Westeuropas, gefangen in einem Strom nicht endender wollender Gewalteskapaden und auseinander reißender Interessengruppen, sind überdeutlich zu sehen. Die Medien konzentrieren sich in ihrem gewohnten Modus Operandi gerne auf die Gewalt von Rechts und gewichten diese anders als die Gewalt von Links oder die von Islamisten oder ausländischen Gruppen. Letztendlich dürfte sich diese tendenziöse Bewertung aber als ebenso falsch erweisen, wie die Weigerung der einen oder anderen Gruppe, je nach Färbung, die Probleme als solche zu erkennen. Viele Rechte werden beschönigen, viele Linke werden das selbe tun, solange es dem eigenen Narrativ dienlich ist. Wahrheitsfindung erscheint dieser Tage schwerer denn je.

Brennende Innenstädte, Steinwürfe und Angriffe auf Andersdenkende? Ein beliebtes Spielfeld der Linksextremen, die in der Bundesrepublik aber größtenteils Narrenfreiheit genießen. Dass es derlei Methoden auch von Rechtsextremisten gibt, muss extra erwähnt werden, weil Betriebsblindheit nicht nur ein Problem der Gutmenschen ist. Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziel scheint mehr und mehr zum Alltag in Europa zu gehören – mehrheitlich von Islamisten und Linksextremen, aber nicht auf diese Gruppen beschränkt.

Ein Reporter des Naunburger Tagesblattes berichtete heute, dass er von Jugendlichen angegriffen wurde. Man zeigte ihm den Hitlergruß und stach ihm dann ein Messer in den Bauch. Er landete im Krankenhaus. Und wenn wir davon ausgehen, dass er sich das Messer nicht selbst in den Körper gestoßen hat, dann wird es sich womöglich um einen Angriff auf einen Journalisten handeln. Noch wissen wir zu wenig, um angemessen beurteilen zu können, welche Hintergründe diese Tat hat.  Möglicherweise wird man diesen Messerangriff aber nicht unter der Kategorie der «Einzelfälle» verbuchen, wie das mit dem Messerangriff in Ravensburg und den unzähligen anderen der Fall ist. Dort stach ein Orientale auf mehrere Menschen ein, brüllte sinnloses Zeug und verletzte mindestens drei Personen. Dass Niemand gestorben ist, grenzt an ein Wunder bei den Bildern, die durch das Internet kursieren.  In den Medien stellte man nur wenige Stunden oder sogar Minuten nach den ersten Meldungen fest, dass es sich um einen verwirrten Einzeltäter handelt, dies kein Terrorismus sei und der Afghane selbstverständlich in die Psychiatrie eingewiesen werden muss. Ein Verwirrter, mehr nicht.



Vielleicht ebenso verwirrt wie der Autofahrer von Nimes (Südfrankreich), der vor etwa zwei Wochen mit seinem Auto in eine Menschenmenge fuhr, mehrere Menschen verletzte und dann «Allahu Ackbar» rief, bevor man ihn überwältigte. Die deutschen Medien berichteten mehrheitlich (bis auf die alternativen Medien) gar nicht darüber. Man erfuhr aus der Lokalpresse in Frankreich, aus überregionalen und internationalen Blättern. Die Polizei verhaftete den Mann und er wird es Terrorismus angeklagt. Die Gewöhnung der Menschen an diese Vorfälle steigt mit der Anzahl und Häufigkeit dieser Attacken und der Tendenz der Hauptstrom-Medien, über solche Vorfälle nicht oder nur spärlich zu berichten, während andere aufgebauscht werden.

Und so versammeln sich alle im alten Westen. Die Enthemmten, die jetzt keine Skrupel mehr haben und ihre Chance sehen, den Umsturz vorzubereiten und all jene, die eigentlich Augen und Ohren der Bürger sein sollen, in dieser Aufgabe aber phänomenal versagen, weil sie blind, taub und stumm sind. Und das oft mit voller Absicht.

Die klassischen Zeitungen und Medien als Beobachter der Wirklichkeit? Da versagen sie allzu oft.

Foto: Pixabay


 

 

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

6 thoughts on “Die Enthemmten, Tauben, Stummen und Blinden

  1. Wir dürfen nicht vergessen dass solche Angriffe wie in Paris nur von lokalen Interesse sind. Das ist nichts was in die Berichterstattung der Medien gehört die wie Wegelagerer von Zwangsabgaben Leben. Ich kann mich tatsächlich daran erinnern bei N Tv davon gelesen zu haben. Aber nur unten im DurchlaufText. Traurig, aber dann jammern die Medien dass Sie kein Geld mehr verdienen.

  2. Dass es immer noch Leute gibt, die glauben, ein Leutnant Franco A(lbrecht) habe tatsächlich existiert. Die ganze Geschichte ist dermaßen hanebüchen. Das fängt damit an, dass eine Pistole auf dem Flughafen Schwechat in Wien gefunden wird. Natürlich bewahrt man als Möchtegernterrorist seine illegalen Schusswaffen erstens außer Reichweite, zweitens im Ausland und drittens an einem der bestüberwachten Orte Österreichs auf. Dann muss man natürlich, wenn man bei der “brigade franco-allemande” in Illkirch-Grafenstaden im Elsass dient, auch Franco A. heißen, wenngleich sich später herausstellt, dass A. nicht für allemande stehen soll, sondern für Albrecht – huch, das ist ja der Mädchenname unserer Bundesverteidigungsuschi. Zufälle gibt’s. ..

    1. Franco A. Gibt es.
      Habe es mir glaubwürdig von Kameraden versichern lassen, die mit ihm gedient haben.
      Die Vorwürfe ihm gegenüber sind dennoch auseinander gefallen

      1. Ergo ob er wirklich die große Bedrohung war, bezweifle ich. Halte ich für medial aufgebauscht und politisch instrumentalisiert. Geben tut es ihn aber.
        Die Anklage ist ziemlich dürftig. Vor allem der Part mit der Waffe, alte Wehrmachtspistole und entwendete g36 Munition. Womit soll er das denn abschießen? Mit der Pistole geht’s nicht. Es wird sich bei Franco A. Um einen irren Kerl handeln, der vielleicht drüber nachdachte was böses zu tun.

        https://www.welt.de/politik/deutschland/article178893150/Der-Fall-Franco-A-Namenslisten-Pistole-und-Granaten-und-doch-kein-Terrorist.html

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