Stephen Beck, ein evangelischer Theologe: “Es gibt keine Flüchtlingskrise”

 

Einige wissen ja, dass die Evangelen und ihre alltäglichen Verrenkungen zu meinen Lieblingsthemen zählt. Unter der Sonne Deutschlands gibt es kaum eine Organisation, die für die ich mehr Verachtung empfinde, weil sie Figuren wie Bedford «Es ist besser zu sterben, als misstrauisch zu sein» – Strohm und Margot Käßmann an ihrer Spitze hat. Letztere findet man sofort, wenn man auf Google «EKD, die BETRUNKENE» angibt. Ob es nur die Alkoholisierung am Steuer ist oder ob Frau Käßmann nicht genau wie alle anderen EKD-Größen sich mit Naivität und Weltfremdheit besäuft, stelle ich hier mal als rhetorische Frage in den Raum. Es ist ja eine Sache, wenn man ein radikalisierter, leicht linksextremer Geistlicher dieser verfaulenden Kirche ist, die sich laut demographischen Prognosen wahrscheinlich bis zur Jahrhunderthälfte quasi abgeschafft haben wird. Aber es ist eine gänzlich andere Sache, wenn neben einem zelebrierten Weltbürgertum damit beginnt sich aufgrund von religiöser Verblendung historischen und gegenwärtigen Fakten zu verwehren. Ein solches Kunststück vermochte Stephen Beck, Theologieprofessor an der FTH, stellvertretend für eine Menge Menschen in Deutschland vollbringen.

«Im Zustrom von Asylbewerbern aus dem Nahen Osten und Afrika sieht der evangelische Theologieprofessor Stephen Beck von der Freien Theologischen Hochschule (FTH) in Gießen keine „Flüchtlingskrise“, sondern den Beginn einer geistlichen Erweckung. „Gott schickt aus allen Erdteilen Menschen nach Deutschland, um die hiesige Christenheit neu zu beleben“, » – IDEA, 11 Juni 2018

Ein anderer Stephen, nämlich Stephen Smith, Journalist und Afrika-Forscher, widerspricht diesem evangelischen Stephen, ohne ihn zu kennen. Für Smith ist eigentlich nichts klarer und deutlicher, als die demographische Veränderung Afrikas und Europas. Letzteres wird immer älter, während der schwarze Kontinent immer jünger und bevölkerungsdichter wird. Eine Abwanderungstendenz ist erkennbar, ihre Verstärkung absehbar.

 

«Laut Prognosen wird Europa 2050 aus 450 Millionen alternden Bewohnern bestehen, während Afrika von 2,5 Milliarden mehrheitlich jungen Menschen bewohnt sein wird. Laut Smith wird dasselbe geschehen wie früher in Europa: Zwischen 1850 und dem Ersten Weltkrieg wanderten 60 Millionen – ein Fünftel der Bevölkerung – aus, vor allem Richtung USA. Laut einer Gallup-Umfrage wollen 42 Prozent der Afrikaner im Alter zwischen 15 und 25 Jahren auswandern. Die Migration verläuft normalerweise in einem ersten Schritt Richtung Hauptstadt und dann Richtung Ausland. Eine Rückkehr findet in beiden Fällen nur selten statt, auch wenn die Bedingungen noch so hart sind. […] «Die Europäer, die denken, sie leisteten Afrika einen Dienst, wenn sie die Grenzen öffnen, irren sich»- NZZ, 21.03.2018

Eigentlich müsste Stephen Beck wissen, dass ziemlich genau in der Mitte Afrikas sich die Religionen Islam und Christentum schneiden, aufeinandertreffen und die Länder auf dieser Achse von ständigen religiösen Unruhen betroffen sind. Ein friedliches Zusammenleben erscheint angesichts von Boko Haram in Nigeria und Islamisten in Mali und fast jedem anderen Land dort als ein weit entfernter Traum.  Eine Belebung des Christentums tritt nicht ein, lediglich die Verdrängung dieser passiveren Religion, die einer offensiven Ausdehnung, angetrieben von den Islamisten als Speerspitze ihrer Religion, nichts entgegensetzen kann.  Selbst wenn wir davon ausgehen, dass es zu keiner weiteren Gewalt in Europa durch die Veränderung der Demographie kommt, kann man trotzdem erkennen, dass es zu keiner Massenbekehrung von Muslimen (die meisten Flüchtlinge sind Muslime) zum Christentum kommt. Bei derzeitiger Sterberate, Austrittsrate und fehlender Konvertierung ist es also nicht abwegig anzunehmen, dass Herr Stephen Beck nur Dünnschiss redet, religiös verblendet ist und glaubt, dass mit Freundlichkeit und Offenherzigkeit bis zur Selbstauflösung ein Himmelreich auf Erden entstehen würde – also den Jesus Christus nachahmen, der diese Last für die Menschen auf sich nahm. So wird es zumindest in der Lehre gesagt.

Vielleicht fremdel ich deswegen so oft mit Leuten, die Bibelsätze wörtlich auslegen wollen und sagen, man müsse das Brot nur unendlich oft teilen, dann würde schon essen können. Oder man solle einfach den Tisch länger machen. Derlei Menschen haben wohl noch nie ein Brot in der Hand gehabt oder einen Tisch gebaut bzw. Holz gesammelt.

Mit einer Prognose hat Beck aber wohl nicht völlig Unrecht. Es wird eine religiöse Erweckung in Europa geben – wahrscheinlich eine islamische.

 


 

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
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2 thoughts on “Stephen Beck, ein evangelischer Theologe: “Es gibt keine Flüchtlingskrise”

  1. Nana, seien wir ja nicht so pessimistisch.
    Ich sehe bei mir im Ort jede menge Afrikaner mit dem Jesus Kreuz um den Hals hängen und in die Kirche gehen.

    Wer weiß vielleicht ist es doppeleffekt und in ein paar Jahren werden sich Christen und Muslime hier sich genauso die Köpfe einschlagen, wie unten in Nigeria.
    Haha!

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