Je suis Hutbürger



Der Hutbürger muss gehen. So titelte heute die FAZ und brachte mir damit den ersten Aufreger des Tages. Wie sich unsere Leser sicherlich erinnern, gab es am Rande einer Demonstration in Sachsen den Auftritt eines stilistisch fragwürdigen Mitbürgers, welcher durch seinen unfassbar hässlichen Fischerhut in Deutschlandfarben auffiel. Er wurde von einem ZDF Team gefilmt, war damit nicht einverstanden und wandte sich an die anwesende Polizei, welche die Journalisten daraufhin (zugegebenermaßen sehr exzessiv) kontrollierte.
Das alles ist nun eigentlich keine große Aufregung wert. Wenn es sich bei besagtem Mitbürger nicht um einen Mitarbeiter (tariflich, kein Beamter) des sächsischen LKA gehandelt habe. Nachdem nun alle Teilnehmer an patriotischen Demonstrationen in der veröffentlichten Meinung Nazis sind, vor allem wenn sie auch noch aus Sachsen kommen, war der «Skandal» perfekt. Schließlich wussten nun alle Bessermenschen in den deutschen Redaktionsstuben, was sie schon immer geahnt hatten: Die sächsische Polizei ist auf dem rechten Auge blind und auf jeden Fall von Nazis durchsetzt. Als dann auch noch ein Haftbefehl geleakt wurde, muss die Partystimmung bei Augstein und Alpenprawda perfekt gewesen sein.

Ich dagegen könnte wieder einmal vor Wut kotzen. Der eigentliche Skandal ist nämlich nicht, dass die Polizei ihre Aufgabe macht, auf einer Demonstration für Sicherheit sorgt und dabei auch Journalisten untersucht, sondern dass einer, der seine Meinung vertritt, in Folge dessen seinen Arbeitsplatz verliert. Das gab es zuletzt in der DDR oder noch schlimmer, im dritten Reich. Ich mag die augenscheinliche Dumpfheit in den Aussagen der Person nicht zustimmen. Ich kann seine Meinung ablehnen oder eine eigene, andere Meinung veröffentlichen und für diese demonstrieren gehen. Wirkliche Meinungsfreiheit geht jedoch weiter: wenn ich das tue, und das unter Klarnamen, so darf ich dadurch keine negativen Folgen für mein Privatleben oder mein Arbeitsumfeld erwarten. Meinungsfreiheit muss folgenfrei bleiben, ansonsten gibt es eine Schere im Kopf darüber, was man nun sagen kann (=ungestraft darf) und was nicht. Das Voltaire zugeschriebene Zitat «Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst», sollte die Königsdoktrin aufrechter Demokraten sein.

Doch diese Idee der liberalen Demokratie ist tot. In der Demokratur sind nur Meinungen in einem engen Korridor akzeptiert. Was nicht akzeptiert ist, wird mit allen Mitteln bekämpft – und jene Kämpfer schaffen es gar, sich hierzu einzubilden fortschrittlich oder gar liberal zu sein. Sie sind es nicht. Sie sind die gleiche Art Mitläufer früherer Zeiten, welche die Hexenverbrennung guthießen, Judenpogrome unterstützten oder beim Bau des antifaschistischen Schutzwalles mithalfen.

Augenscheinlich erwartete jener zum Hutbürger verballhornte jedoch diese Reaktion des Mobs, welche nun auch eingetreten ist. Seinen Job bei der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität ist er los. Wo er eine Stelle finden wird, ist fraglich. Das Leben dieses Mannes wurde unter Lobgesang der Medien auf den Kopf gestellt, ein weiteres Exempel wurde statuiert.

Bei Young German schreiben wir unter Pseudonymen. Wie sich in diesem Fall wiederholt zeigt, hat dies seine Berechtigung.

 

Foto: Pixabay


 

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Libertär-konservativ – schreibt hier vor allem über internationale Politik.
Schuftet nebenbei in den Goldminen als Aushilfsarbeiter.

4 thoughts on “Je suis Hutbürger

  1. “Der eigentliche Skandal ist nämlich nicht, dass die Polizei ihre Aufgabe macht, auf einer Demonstration für Sicherheit sorgt und dabei auch Journalisten untersucht, sondern dass einer, der seine Meinung vertritt, in Folge dessen seinen Arbeitsplatz verliert. Das gab es zuletzt in der DDR oder noch schlimmer, im dritten Reich. ”

    Quatsch, das gab’s in Merkels Republik schon seit einer ganzen Weile. Der Hutbürger ist genauso wenig, der erste der hier wegen seiner Meinung seinen Arbeitsplatz verliert, wie Daniel Hillig, der erste Deutsche ist, den einer vor von Merkels widerrechtlich ins Land geholten Moslems ermordet hat.

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