Loblieder auf McCain wird es hier nicht geben

Über die Toten soll man ja nicht schlecht reden. Aber als die WELT titelte:  «John McCain – der kämpferische Moralist wird dem Westen fehlen», fiel mir doch beinahe das Stammhirn aus der Nase. Auch bei einigen Autoren hier hat McCain wohl zumindest ein kleines Stein im Brett, weil er ja «auch gedient hat» und man ihm sich durch das Soldatische und innenpolitisch Konservative zu ihm verbunden fühlt. Aber nur weil er mal Uniform trug, sollte man nicht blind gegenüber der Politik sein, die er als US-Senator vertrat. Dass die deutsche Presse so ein Loblied auf McCain singt, der im Grunde die Politik von Hillary Clinton, Obama und Bush vertrat, sich also alle zwei Minuten seines Lebens nach einem tiefen Atemzug für den «Regime change», also Krieg, aussprach, sollte man doch nicht vergessen.



Auch seine Willigkeit sich immer wieder mit den sogenannten syrischen Rebellen zu treffen, die ein wilder und undursichtiger Haufen von Islamisten und dubiosen Kriminellen sind, wovon viele später zum IS übergewechselt oder geworden sind, sollte Misstrauen erwecken. McCain unterstützte sie, sprach sich für ihre Bewaffnung aus, setzte alle Hebel in Gang, um die Politik Obamas in Syrien, die Aufrüstung der Opposition gegen die syrische Regierung, umzusetzen und auch nach seiner Amtszeit fortzusetzen. Das Trump in das weiße Haus einziehen würde, stinkte McCain sehr, weil es das Ende dieser Politik bedeuten würde. Ich glaube es wäre nicht zu weit her geholt, wenn ich sage, dass McCain ein wichtiger Teil des amerikanischen tiefen Staates ist, einer quasi inoffiziellen Regierung, die eine neokonservative Agenda aus den 90er Jahren fortsetzen will.

Dass man ihn jetzt so feiert, ist mir ehrlicherweise nur dadurch zu erklären, weil McCain so ein großer Gegner von Trump war und sich besser mit «We came, we saw, he died!» Killary Clinton und dem alten Etablissement verstand. Ein Advokat für den gewaltsamen Regime Change in Lybien, Irak, Syrien, Ukraine und wenn er könnte auch in Russland. Kein Mann, der meiner Ansicht nach kluge und gute Politik machte und sicherlich kein großer Moralist, der aus der Güte seines goldenen Herzens handelte, sondern ein williger Gefolgsmann der Doktrin von der «einzigen Weltmacht» von Zbigniew Brzezinski.

McCain möge in Frieden ruhen und wir wollen heute zumindest nicht weiter schlecht über ihn reden. Aber die USA bräuchten weniger Männer wie ihn und nicht mehr davon.


 

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

3 thoughts on “Loblieder auf McCain wird es hier nicht geben

  1. Ich verfolge das treiben Mc Cains seit sicher 20 Jahren.
    Und ich werde das “schlecht Reden” gerne übernehmen.

    Früher empfand ich Respekt für seine Standhaftigkeit in der Folter-Gefangenschaft des Vietkong.
    Aber das ist lange her.
    In den letzten 15 Jahren sah ich in ihm nur noch den reinrassigen Neocon.
    Ein Neocon ist kein Konservativer, sondern ein Opportunist und man findet diesen Typ Politiker in den USA gerade auch bei den Demokraten sehr oft. ( Hillary usw. )
    Sie sind ein Parteiübergreifend mieses Pack.
    Mc Cain war ein Symbol eben dessen.
    Ein Kriegshetzer erster Güte gegen viele Länder, aber in den letzten 5-6 Jahren vor allem gegen Russland und Syrien.
    Widerwärtig, was anderes fällt mir dazu nicht ein.

    Eigentlich müsste er ein Paradebeispiel all dessen sein was Links hierzulande nicht ausstehen kann
    Aber man hört nur Lobgesänge mit ein wenig proforma Kritik unterlegt weil er war ja ein Amerikaner…….

    Aber eben, heutzutage genügt es ja gegen Trump zu sein um als Heiliger zu enden.

    1. > Früher empfand ich Respekt für seine Standhaftigkeit in der Folter-Gefangenschaft des Vietkong.

      Hüstel, hüstel… doch dazu später mehr. Eigentlich soll man über tote nicht schlecht reden, jedoch muss ich hier eine Ausnahme machen.

      Fangen wir mal mit der USS Forrestal (Flugzeugträger) an. Am 29. Juli 69 ereignete sich auf der USS Forrestal ein tragischer Unfall der 134 Soldaten das Leben gekostet hat. Eine Zuni Rakete ging los, düste über das Denk und traf einen A-4 Skyhawk der sich bei den preflight checks befand, schlitzte den Treibstofftank auf und fiel ins Meer. Der Treibstoff entzündete sich und zu guter Letzt, löste sich noch eine Bombe von einem anderen Skyhawk und detonierte nach ca. 90 Sekunden.

      Es befanden sich zwei Skyhawks auf der Backbordseite bei den preflight checks. In dem einen saß Lt. Cmdr. J.McCain und im anderen Cmdr. Fred White. Ab da gehen die Interpretationen wüst auseinander. Während McCain sagt das die Zuni sein Flugzeug traf und zwei Bomben runter fielen, nachzulesen in seinem Buch: Faith of My Fathers, war es tatsächlich (Kameraaufnahmen vom Deck) nur eine. Viele Vietnam Veteranen, die auf so einem Flugzeugträger dienten und sich mit der Materie auskennen sagen, das so eine Bombe wenn sie fachmännisch angebracht wurde, nicht so einfach runterfallen könne, sondern nur durch das betätigen von zwei Schaltern im Cockpit gelöst werden kann und hätte die Zuni Rakete sie voll getroffen, hätte das Ding auch gleich gezündet.

      Wie auch immer, sollen sich die Amerikaner darüber den Kopf zerbrechen. Tatsache ist, als das der New York Times-Reporter R.W. Apple, der am Tag nach der Tragödie mit dem Hubschrauber zum Schiff flog und McCain als “Sohn und Enkel zweier bekannter Admiräle” aufsuchte und Notizen über das Feuer sammelte, McCain das Schiff so schnell wie möglich zu verlassen wollte. So stieg McCain mit ihm in einen Hubschrauber und flog nach Saigon.

      Angesichts der Tatsache, dass immer noch Brände auf dem Schiff brannten und einige seiner Kollegen schwer verwundet wurden und starben. Aber Papa ein Admiral, stationiert in London als Oberbefehlshaber der Marineinfanterie der Vereinigten Staaten in Europa würde es schon richten. Was dann auch geschah.

      Mehr dazu: https://www.truthdig.com/articles/investigating-john-mccains-tragedy-at-sea/

      Nun zu dem Hüstel von vorhin. Paar Monate später wird er über Hanoi abgeschossen und gefangen genommen. In den Annalen der Geschichte steht dann meist drin, wie Tapfer, Aufopfernd (half vielen Mitinsassen) und wie hart die Jahre der Gefangenschaft doch gewesen seien aber nichtsdestotrotz kann es seiner Tapferkeit nichts anhaben. Usw., usw., usw…

      Wer dass so akzeptiert, ok geht in Ordnung, sollte aber mal nur so zur Info, nach Tokyo Rose in Verbindung mit seinem Namen im Netz suchen.

      oTTo

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