“Aber was soll man denn machen?” fragte der Liberale



 

 

 

Dritte Kippe – seine, nicht meine. Die Hände zittern ein wenig, weil es schon nach Eins ist und das dritte Bier zusammen mit Jägermeister und Gin gekippt wurde. Dass FDPler so trinken können, hätte ich nicht gedacht. Es ist einer dieser Abende nach der Arbeit und dem Tagesgeschäft, den wir schwitzend im deutschen Sommer an einer Schenke verbringen. Neben mir steht ein mir gut bekannter Liberaler aus dem Heerlager Lindners. Bei den FDPlern sage ich immer, dass sie sich nur noch nicht getraut haben die AfD zu wählen. In diesem Fall stimmt es sogar und mein Bekannter, den ich noch aus Abitur-Zeiten kenne, stimmt mir in allen Punkten bezüglich der Migration und Integration zu. Weniger Migration, Assimilation statt Integration und Härte gegenüber den Kriminellen. Als wir über das DSGVO und zu hohe Steuern sprechen, werden wir sogar richtig warm miteinander.

Vor uns auf der Straße spielen sich babylonische Szenen ab. Hier an der Friedrichstraße ziehen die jungen Mädels, blond und schlank, wie die Vögel auf Wanderschaft an uns vorbei. Touristen aus aller Herren Länder und gelangweilte deutsche Spießerfamilien, die sich aus dem Sauerland oder Hannover aufgemacht haben, um in dieser Bar ein Bier zu trinken oder einfach nur durch die Innenstadt von Berlin zu schlendern. Läuft man hier durch die Stadt, könnte man niemals auf die Idee kommen, dass wir womöglich vor einem zivilisatorischen Bruch stehen könnten, der sich als tödlich für ganz Europa erweisen kann.

«Du hast ja Recht. Aber was soll man denn machen? Die vielen Menschen kann man nicht aufhalten.» Die Worte meines liberalen Kumpanen mit dem Pils in der einen Hand und der Kippe in der anderen, sorgen bei mir für angezogene Mundwinkel – beinahe ein Grinsen. Denn natürlich ließen sich die Migranten aufhalten, wenn denn nur der Wille da wäre. Migration ist keine Naturkatastrophe, sondern ein Ereignis mit Ursache und Wirkung. Als ich ihn darauf hinweise, dass er die Zuwanderung quasi als göttlichen Willen beschreibt, der sich von Menschenhand nicht ändern lässt, druckst er etwas herum und nickt wieder. Ganz überzeugt ist er nicht. «Willst du auf die Leute schießen oder was? Ihr AfDler und euer Schießbefehl immer», wirft er ein und wähnt sich womöglich auf der Straße des Siegers. Ich schüttele den Kopf und erkläre, dass keinesfalls Schusswaffengebrauch das Mittel der Stunde wäre. Es gibt genug andere Methoden, andere Wirkmittel, um Menschen am illegalen Grenzübertritt zu hindern. Wassergräben, Mauern, Zäune, höhere und dicke Mauern und etliche Dinge wie Tränengas und Gummigeschosse. Sofern die Soldaten an der Grenze nicht angegriffen werden, wie das kürzlich bei Ceuta passiert ist, besteht kein Grund auf Menschen zu schießen. Schließlich handelt es sich bei den Migranten nicht unbedingt um unsere Mörder (nicht zwangsläufig), sondern meistens eher um Leute, die in Europa ein besseres Leben suchen, das zwangsläufig zwar auf unsere Kosten gehen würde, was aber grundlegend nachvollziehbar ist. Es sind die Medien, die immer wieder den Schießbefehl als einziges Mittel, um Migranten zu stoppen, in den Diskurs werfen und die Europäer damit moralisch erpressen wollen. Aber was wenn ich sage, dass kein einziger Mensch erschossen werden muss und die Grenzsicherung auch mit robusten, aber humaneren Mitteln vollzogen werden kann?

Wieder erhalte ich zähneknirschende Zustimmung, die aber nicht ohne die Anmerkung kommt, dass er, also der FDP-Freund, sich nicht an solchen Dingen beteiligen wollen würde. Aber er würde wohl, das betont er, auch nicht dagegen stimmen, wenn es endlich jemand tun würde.

Übersetzt sagt der Trinkkumpan wohl nur das, was viele Bundesbürger denken. Gerne würden sie sehen, wie viele der Migrationsprobleme, die unser Europa derzeit plagen, wie durch Zauberhand verschwinden würden. Aber sie wollen nichts mit ihrer Lösung zu tun haben, würden auf Nachfrage eines ZDF-Journalisten leugnen, jemals auch nur in diese Richtung gedacht zu haben und jeden als Unmenschen denunzieren, der sich prügelnd und mit Tränengas schießend an der Grenze Europas um den Schutz des bürgerlich-europäischen Biotops bemüht. Aber wenn es passieren würde und wie durch Magie ein paar Personen oder eine Gruppe herantreten würden, um diese schmutzige Aufgabe zu übernehmen, würde er sich innerlich ein zweites Loch in den Hintern freuen.

Der Trinkkumpan schaut über seine Schulter in die Bar hinein, um sich zu vergewissern, dass uns kein Mensch belauscht, bevor er nickt und ein politisch unkorrektes Wort spricht: «Festung Europa, bin ich dabei», flüstert er.

Sehr gut. Darüber kann man lachen und sich freuen.


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

3 thoughts on ““Aber was soll man denn machen?” fragte der Liberale

  1. Typischer Zivilunke.. will, dass Jemand für ihn Gewalt begeht, verflucht den Täter aber im gleichen Atemzug. Mit was für “Leuten” vergeudest du deine Zeit?

    Ich sehe es schon kommen. In absehbarer Zeit werden alte “Freunde” an mich rantreten und versuchen mich dazu zu überreden, “Probleme zu lösen”. Werde ablehnen. Weil sie es nicht verdient haben und weil sie eh im Nachhinein ein schlechtes Gewissen kriegen und mich dafür belangen werden, falls ich es denn tun würde 😀 Gesocks.

  2. Ein alter Fremdenlegionär, der in dem schmutzigen Krieg in Algerien kämpfte, von dem Frankreich nichts wissen wollte, brachte es einmal auf den Punkt: “Was konnten wir mit Zivilisten anfangen? Nichts. Sie blieben uns fremd, denn wir steckten bis zum Hals im Dreck, während sie auf unseren Schultern standen, um sich ihre Gamaschen nicht zu versauen.”
    http://kriegsreisende.de/krieger/kopfjagd.htm

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