Brasiliens “Rechtspopulisten” sind auf den Vormarsch und könnten den ganzen Kontinent kippen

 

 

Jair Bolsonaro ist ein harter Hund, um es ganz milde zu formulieren. Er ähnelt vielleicht Augusto Pinochet in seiner Vita und Trump in seinem Benehmen. Eine Mischung aus Autokrat und Populist, ein ehemaliger Offizier der brasilianischen Streitkräfte und langjähriger Politiker, der mittlerweile eine unglaubliche Anhängerschaft im größten südamerikanischen Land hinter sich vereinen konnte. Jair hat ein wenig was von Duerte und nimmt kein Blatt vor den Mund. Mit dem Versprechen die Straßen Brasiliens und die Slums von den Kriminellen zu befreien und richtig aufzuräumen, kann er Millionen mobilisieren, die ihn wie einen Gott feiern.

Bolsonaro ist gläubiger Christ, strenger Gegner von Abtreibung und präsentiert sich als der Hüter von Recht und Ordnung. Nachdem Luiz Inácio Lula da Silva, Präsident von Brasilien bis 2011, mittlerweile wegen Korruption im Gefängnis sitzt und die Megastädte des Landes zu Kampfgebieten geworden sind, ruft das Volk nach einem Retter, der sich scheinbar in Bolsonoaro gefunden hat. Der ehemalige Militär macht keinen Hehl daraus, dass er mit der Demokratie nicht viel anfangen kann. Zitate aus der Vergangenheit von ihm legen zumindest nahe, dass er einer Diktatur zur Wiederherstellung der Ordnung in den Großstädten nicht abgeneigt ist, wenngleich er sich derzeit versucht als Musterdemokrat zu inszenieren. Bei Jair Bolsonaro kann man eigentlich festhalten, dass die Mainstream-Presse nicht übertreibt oder ihn übermäßig falsch darstellt. Er ist ein bekennender Feind der Homosexuellen, sehr religiös und gegenüber Einwanderung skeptisch und er hasst die Banditen, die in den Slums und Metropolen Brasiliens für Tausende Tote pro Jahr sorgen. Durch Gewalt starben in Brasilien im Jahr 2016 ca. 55.000 Menschen. Viele davon sind Polizisten, Opfer von Bandenkriegen oder selber Beteiligte bzw. unschuldige Unbeteiligte, die in Kreuzfeuer gerieten.



Brasilien versinkt in Gewalt

Jair Bolsonaro hat versprochen aufzuräumen und den Schmutz von den Straßen zu fegen. Nicht notfalls mit Gewalt, sondern hauptsächlich mit Gewalt ( «Pinochet war zu milde!»)und gnadenlos jeden zu erledigen, der den Frieden in Brasilien gefährdet. Dass er mit solcher Rhetorik Erfolg hat, könnte damit zusammenhängen, dass die traditionell seit Jahrzehnten von Linken regierten Brasilianer mittlerweile kaum noch einen Fuß aus der Tür setzen können, ohne in eine Blutlache zu treten – um es ganz überspitzt zu formulieren. Vergewaltigungen, Raub, Raubmorde, Morde, Auftragsmorde und Drogenkriminalität an der Tagesordnung und dominieren in manchen Gebieten sogar das alltägliche Leben der Menschen. Normalität können sich nur die leisten, die das Geld dafür haben. Elektronisch gesicherte Mauern für die Villen am Stadtrand und Nobelrestaurants in der Innenstadt, die mit bewaffneten Wächtern ausgestattet sind, machen Brasilien zum besten Beispiel dafür, wie eine multikulturelle Gesellschaft im fortgeschrittenem Zustand aussieht. Nämlich wie ein Schlachthaus. Wie die Megacity One aus dem Film Dredd, in der Ganggewalt und Schießereien so normal sind, wie der Kaffee zum Frühstück. Dass die allermeisten Gangmitglieder von den dunkelhäutigen, lateinamerikanischen bzw. afrikanischen Brasilianern gestellt werden, lässt Jair Bolsonaro in seinen Ansprachen nicht unter den Tisch fallen. Die Presse wird ihm Rassismus vor und vieles mehr.

Jair Bolsonaro

Lassen Sie mich überdeutlich sein: Jair Bolsonaro ist ein richtiger Psychopath. Dass er trotzdem womöglich gewählt werden könnte, haben sich die Linken mit ihrer Politik in den letzten Jahrzehnten aber selbst zuzuschreiben. Er ist ein Produkt des multikulturellen Wahnsinns, ein Sohn der Dystopie eines wahnwitzigen Globalismus, der in Brasilien sicherlich seine stärkste Ausprägung findet (abgesehen von London und New York). Wenn Jair gewählt werden sollte, wird Brasiliens Modell sich auf die Nachbarländer auswirken und womöglich dafür sorgen, dass diese auch alle mehrheitlich nach rechts driften oder aber so schockiert von dem Bluthund sind, dass sie nach links gehen. Bisher profitierten die Rechten in Südamerika von der Inkompetenz und dem ganz offensichtlichen Scheitern von linken,  quasi sozialistischen Ländern wie Venezuela oder Bolivien. Aber diese Shithole-Countries sind unwichtige Zwerge auf dem Kontinent. Brasilien ist der große Spieler auf dem Platz und wird dominieren. Ob die Herrschaft eines Bolsonaro dann wirklich Besserung bringt, bleibt abzuwarten. Am Ende könnte sich die Regentschaft eines Militärs als ebenso blutig wie die der Banditen und Afro-Gangster der Favelas erweisen. In diesem Fall würde ich jedoch sagen, dass die Brasilianer es mal wieder mit dem neuen Teufel versuchen sollten, statt den alten weiter zu hofieren.

Ich bin mir sicher, dass Jair Bolsonaro eine kleine Armee von «persischen Unsterblichen» bzw. «Spartanern» hinter sich versammeln kann, die der vorherigen linken Regierungsmafia die Schuld für den Verlust ihrer Liebsten an die Kriminalität geben. Die Anhängerschaft hat mit Sicherheit einen sehr harten Kern, auf die er sich in einem Krisenfall stützen könnte. Denn wie viele Familien und Leben mögen wohl durch die Laissez-faire-Politik der kultursozialistischen Eliten geschädigt worden sein? Sicherlich zu viele, um sie zu zählen. An der Ereigniskette hängen die Schicksale von Hunderten oder Tausenden, die alles dafür geben wollen, dass dieser Status Quo endlich beseitigt wird.

Und die Leute in Deutschland haben den Luxus sich über Höcke aufzuregen. In Jairs Fall mag der Begriff Rechtspopulist schon nicht mehr treffend sein. Sollte er umsetzen, was er so in Worten ankündigt, ist er ein Autokrat und Antidemokrat. Ich meine das  völlig wertungsfrei. Dass die Brasilianer tatsächlich und ernsthaft darüber nachdenken so einen Mann zu wählen, ist wohl eher Ausdruck der Verzweiflung über die Zustände auf der Straße. Jair Bolsonaros Hauptthema im Wahlkampf scheint sich auch fast nur darum zu drehen, wie er, sollte er gewählt werden, mit der Waffe in der Hand den Abschaum der Nation der Vernichtung zuführen wird.

The scum of the world is arriving in Brazil, as if we didn’t have enough problems to resolve.

 

Foto: Gustavo Lima / Zeca Ribeiro / Agência Brasil / CC BY 3.0


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

3 thoughts on “Brasiliens “Rechtspopulisten” sind auf den Vormarsch und könnten den ganzen Kontinent kippen

  1. Bolsonaro hat angekündigt, was er tut, wenn er gewählt wird. Was machen er und seine Anhänger, wenn er nicht gewählt wird? Was machen seine Gegner, wenn er nicht gewählt wird?

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