La ruée vers l’Europe – der Ansturm auf Europa, von Steven Smith

Emmanuel Macron zitierte daraus, die französische Presse ebenfalls. Die Rede ist von «La ruée vers l’Europe», dem «Ansturm auf Europa», wo Steven Smith, ein US-amerikanischer Autor, der aber viele Jahre in Frankreich gelebt hat, eine düstere Zukunftsprognose für den afrikanischen und europäischen Kontinent abgibt. Denn Afrikas Bevölkerung wird sich, darüber sprachen wir hier auf dem Blog vielfach bereits, nicht nur verdoppeln, sondern bis zum Ende des Jahrhunderts vielleicht sogar verdreifachen. Wenn gegenwärtige Trends bei der Bevölkerungsentwicklung anhalten, steht dem schwarzen Kontinent eine Bevölkerungsexplosion bevor, die das Potenzial hat, nicht nur Europa, sondern auch Kleinasien zu fluten. Wenn die Europäische Union und deren Eliten also darüber diskutieren, ob es menschlich wäre, ca. 5-7 Millionen Afrikaner aufzunehmen, muss man hier anmerken, dass innerhalb von 14 Tagen in 2050 in etwa die gleiche Zahl an Geburten in Afrika registriert werden könnte,, mahnt Smith. Derzeit sind es 3,5 Millionen Geburten pro Monat.  Die Aufnahme von 7 Millionen Afrikanern pro Jahr würde also faktisch fast gar nichts ändern.  Die «demographische Bombe» in Afrika bedroht vor allem Afrika selbst und hat das Potenzial, den Kontinent für weitere Jahrzehnte oder Jahrhunderte zu benachteiligen. Die Auswirkungen für Europa sind zusätzliche Einwanderungsschübe über das Mittelmeer.



 

 

Mit meinen minimalen Kenntnissen in Französisch brauchte es eine Weile, um mich mit dem Wörterbuch in der Hand durch die recht schwere, mit Fakten beladene Lektüre von Smith zu kämpfen.  Gleich zu Beginn fängt Smith damit an, mit einigen Vorurteilen aufzuräumen. Beispielsweise mit dem, dass man beim Aufsammeln der Bootsmigranten den Ärmsten Afrikas helfen würde. Die Ärmsten jedoch, so Smith, würden es niemals bis zur Küste schaffen. Die Ärmsten verbleiben dort, wo sie geboren sind und sterben dort meistens auch. Nicht, bevor sie das Vielfache ihrer eigenen Kopfzahl an Kindern in die Welt gesetzt haben. Trotz und vielleicht gerade wegen der sich bessernden Lebensumstände in einigen Ballungszentren Afrikas, wird vielen Afrikanern die Ausreise nach Europa erst möglich und schmackhaft gemacht. NGOs, moderne Medien, das Internet und der Blick durch das Milchglas der Welt würden den Hunger nach Mehr bei Millionen Menschen anregen. Europas Schätze, seine ökonomische Stärke und die Märchen über das Leben im Paradies, das von den Aussiedlern, die jetzt bereits schon in Europa leben, sorgt bei den in Afrika verbliebenen Verwandten und Freunden für Fernweh.

Seine Prognosen, dass noch viele Dutzende Millionen nach Europa kommen werden, sind nicht neu.  Seine Art vorzutragen jedoch extrem nüchtern und die Lösungsvorschläge konstruktiv. Dazu gehört auch die Ansicht, dass Afrika unbedingt eine strengere Geburtenkontrolle haben muss, wenn es als Kontinent nicht kollabieren und die angrenzenden Gebiete rund um Afrika zusätzlich belasten will. Ohne Geburtenreduzierung wären jegliche Hilfsprojekte sinnlos und würden nur zusätzlichen Schaden anrichten. Während Europas Bevölkerung durch Alterung und Geburtenschwund bis zur Jahrhunderthälfte weiter schrumpfen wird, hat Afrika zu diesem Zeitpunkt Europa bereits um ein Vielfaches überholt. Derzeit gibt es für Smith keinen Grund anzunehmen, dass die Bevölkerung des Kontinents südlich von uns nicht die dritte Milliardenmarke nehmen wird, bevor das Jahrhundert vorbei ist. Und diese Menschen werden nach Europa stürmen. Ändern ließe sich das zunächst nicht, meint der Autor. Eine Umkehr dieser Entwicklung sei jedoch notwendig und müsse schnellstmöglich in die Tat umgesetzt werden. Denn der Arbeitsmarkt Afrikas könne mit dem Geburtenzuwachs einfach nicht mithalten, die Infrastruktur schon gar nicht. Damit beide Kontinente sich nicht gegenseitig weiter Schaden zufügen, müsse man sich abstimmen und gemeinsame Lösungen finden, die Migration einzudämmen. Wie genau das aber passieren soll, lässt Smith offen. Ein Advokat für die totale Isolation ist er im Buch nicht, sagt aber, dass auch unendliche Zuwanderung in offene Sozialsysteme des Alten Europas keiner Partei helfen wird.

Afrika brauche seine Jugend auf dem eigenen Kontinent, sagt Smith, der sich wünscht, dass die jungen Menschen der afrikanischen Länder nicht nur Europa als Zukunftsperspektive sehen, sondern ihre Energie in die eigene Heimat stecken.

Mehr zum Thema:

https://www.theguardian.com/global-development-professionals-network/2016/jan/11/population-growth-in-africa-grasping-the-scale-of-the-challenge

Rappen gegen die Flucht nach Europa: Senegal, dein Vaterland, braucht dich!

Fluchtursachen ernsthaft bekämpfen


Hat dir der Beitrag gefallen? Wir auf YOUNG GERMAN stecken viel Arbeit und Herzblut in unsere Artikel und wollen uns dauerhaft als alternatives Medium etablieren. Du kannst dich bei uns bedanken, indem du auf Facebook, Twitter oder Minds.com dein “Like” hinterlässt, uns einen Kaffee spendierst oder ein monatlicher Unterstützer auf Patreon wirst. Mit deiner Hilfe wollen wir wachsen und ein unabhängiges alternatives Medium zu den Massenmedien anbieten!

Buy Me A Coffee at Ko-Fi.com

https://www.patreon.com/Younggerman https://www.facebook.com/TheYoungGerman https://www.minds.com/Younggerman

Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

2 thoughts on “La ruée vers l’Europe – der Ansturm auf Europa, von Steven Smith

Schreibe einen Kommentar

Kommentareingaben werden zwecks Anti-Spam-Prüfung an den Dienst Akismet gesendet. Gespeicherte IP-Adressen werden nach 7 Tagen gelöscht. Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Angaben und Hinweise zum Widerrufsrecht finden sich in der Datenschutzerklärung.