Konflikt mit niedriger Intensität in Europa




 

Der Begriff „Konflikt niedriger Intensität (Stärke)“ (englisch low intensity conflict, auch abgekürzt LIC) bezeichnet eine Konfliktsituation, in der komplexe Konstellationen von sozialen, wirtschaftlichen und militärischen Faktoren dazu führen, dass Kriege von mindestens einer Kriegspartei gesteuerte Ruhephasen und Eskalationen durchlaufen, ohne dass dafür eine strategisch zwingende Notwendigkeit besteht. Bedingung dafür ist, dass zumindest diese Kriegspartei nichtstaatlicher Natur ist.

Nichtstaatliche Kriegsparteien greifen dabei meistens auf Taktiken der asymmetrischen Kriegführung zurück. Staaten mit geringer Wirtschaftsleistung oder instabilen politischen Verhältnissen, die ebenfalls in einem low intensity conflict Kriegspartei sind, lassen sich ebenfalls schnell zu solchen Mitteln verleiten. Es ist beinahe auszuschließen, dass zwischenstaatliche Kriege zu Kleinkriegen im Sinne des low intensity conflict werden.

Die militärische Dienstvorschrift United States Army Field Manual 100-20 der United States Army, die aufgrund ihrer mehrfachen Interventionen rund um den Erdball von allen Streitkräften die bisher größte Erfahrung mit niedrigschwelligen Konflikten haben, definiert Low Intensity Conflicts als –

“[noch] unterhalb der Schwelle konventioneller [zwischenstaatlicher] Kriege, [aber bereits] oberhalb des üblichen [Levels] friedlichen Wettbewerbs”  – Quelle

 

 

Eine kleine, eher lokale Meldung, die ihnen womöglich entgangen sein könnte, ist die Verhaftung von zwei mutmaßlichen Terrorverdächtigen im Kosovo. Kosovo, das ist der Staat, der durch Gnaden der EU und NATO am Leben erhalten wird und sich zum «Hotspot» für kriminelle und terroristische Netzwerke in ganz Europa entwickelt hat. Eine Art Wegekreuz für jeden Waffenhändler oder Organdiebe.

Anfang Juni meldete die Presse, dass ein belgischer Staatsbürger und seine Freundin im Kosovo von den Behörden verhaftet wurden. Sein Plan soll laut bisherigen Erkenntnissen darin bestanden haben, französische, amerikanische und belgische Militärstützpunkte bzw. staatliche Einrichtung zu attackieren. Wahrscheinlich durch Bombenattentate. Diese Meldung ist an und für sich von nur geringer Bedeutung, weil im selben Jahr gleich mehrere Dutzend solcher Verhaftung durchgeführt wurden. Alle paar Tage erhärtet sich der Terrorverdacht gegenüber in Europa siedelnden Islamisten. Zuletzt in Deutschland, wo ein Dschihadist einen Anschlag mit Rizin vorbereitet hatte und kurz vor der Umsetzung stand. Dass wir in Europa noch keine Anschläge größeren Ausmaßes erlebt haben, gleicht eher an ein Wunder und hat vielleicht mit der geringen Intelligenz vieler Terroristen zu tun, die mehr durch Brutalität glänzen, statt ihren Kopf anzustrengen. Der geplante Anschlag mit biologischen bzw. chemischen Waffen wäre hier vielleicht die Ausnahme geworden und hätte , je nachdem wo der Kampfstoff eingesetzt worden wäre, zu vielen Tausenden Opfern geführt.

Europa durchlebt derzeit eine Periode, die ich mehrfach bereits als «Low Intensitiy Conflict» beschrieben habe .Also ein «Konflikt mit niedriger Intensität», anders auch als «Bürgerkrieg auf Sparflamme» zu bezeichnen, wenn wir die interne Gefasstheit dieses Konfliktes in Betracht ziehen. Er spielt sich schließlich zwischen zwei Parteien ab, die sich das gleiche Territorium teilen und miteinander nicht können. Boomende muslimische Ghettos, in denen der Sud des politischen Islam gekocht wird, und die alternden Europäer, die irritiert und ohnmächtig auf diese Brückenköpfe des Wahhabismus im eigenen Land schauen.

Bei den Angriffen auf die Europäer handelt es sich nicht um Geiselnahmen mit Lösegeldforderungen oder um Bombenattentate mit anschließender Absichtserklärung, dass die Regierung doch diese oder jene «Policy» ändern möge. Das Ziel der Dschihadismus ist doch ein ganz anderes, wenngleich sehr leicht zu erkennendes. Dennoch tun sich deutsche und andere westliche Journalisten, ja selbst sogenannte Experten, sehr schwer damit, es klar zu benennen.

Nicht weniger als die Unterwerfung Europas unter den Islam! Vollzogen durch Terror, Einschüchterung und Subversion. Terror gegen Kritiker des Islam, wie Charlie Hebdo und andere, damit die Thematisierung der Islamisierung an sich bereits zum Risiko wird. Dann natürlich Terror gegen die Zivilbevölkerung, gegen die Ungläubigen, um die Dominanz der Islamisten zu demonstrieren. Und zeitgleich zu beweisen, dass der Rechtsstaat handlungsunfähig ist, seine eigene Bevölkerung nicht schützen kann und das Vertrauen in die Regierungen sinkt.

In einem so eingeschüchterten Zustand wird es nahezu unmöglich für die Medien des «Hauptstroms» sich angemessen mit der Islamisierung zu befassen, weil die Benennung eben dieser und ihrer Ursachen bereits ein hohes Sicherheitsrisiko mit sich bringt. Hamed Abdel Samad muss mehr um sein Leben fürchten, weil er den Islam kritisiert, als eine relativierende und schönredende Anne Will oder Simone Peter. Die Offenlegung der Verbindung von friedlichen Gemeinden der Muslime in Europa, die als Rückzugsraum für die Islamisten dienen, brachte Frau Ayan Hirsi, die einstige niederländisch/somalische Vorzeigefeministin ins Exil nach Nordamerika. Und dabei gab es keine Person in den Niederlanden, die das holländische Integrationsideal besser verkörpert hätte. In dem Moment, wo sie jedoch begann mit Theo Van Gogh den Islam und seinen oft negativen Einfluss in den Niederlanden zu kritisieren, musste sie erst um ihr Leben fürchten, nachdem ihr Freund Van Gogh ermordet wurde, und anschließend in die USA auswandern (Theo Van Gogh wurde am 2. November 2004 von einem Islamisten auf dem Weg zur Arbeit abgefangen und getötet). Viele Personen in den Niederlanden, die sie für ihre Ansichten angriffen, sind heute noch in der Politik oder den Medien unterwegs, reden aber recht ähnlich daher, weil sich die düsteren Warnungen von vor über 10 Jahren bewahrheitet haben.

Die Subversion ist das vielleicht beste Pferd im Stall der Dschihadisten. Im Grunde stimmen ja alle darüber ein, dass Terrorismus bekämpft werden muss. Abgesehen von ein paar sehr naiven Linken, die im Wunderland leben. Wo es Divergenzen gibt, ist die Integration in die Gesellschaft. Es ist wesentlich schwieriger ein gutes Argument gegen die friedliche Teilhabe der Muslime an der deutschen bzw. europäischen Gesellschaft auf den Tisch zu legen. Deutschland, England, Frankreich, Schweden und die Niederlande im Besonderen tun sehr viel dafür, die Muslime durch Inkorporation in die Staaten einzubinden, ihnen bei ihren Vereinsgründungen entgegenzukommen, zivile Arbeit zu unterstützen und überall dort Steuergeld fließen zu lassen, wo muslimische Geistliche die Integrationsarbeit für die Gaststaaten übernehmen könnten. Der Gedanke dahinter ist die Befriedigung der muslimischen Gemeinden durch Teilhabe am Ganzen.




Daran habe ich zunächst vom Konzept her nichts einzuwenden. Jedoch gibt es bei der Ausführung scheinbar keinen Blick für die teils sehr offensichtliche Subversion des Integrationsgedanken als solches. Die staatlichen Zuschüsse für DITIP und Co. treiben seltsame Blüten und sorgen nicht nur für mit Spielzeugpistolen bewaffnete Kinder in Moscheen(Herne), die den Feinden des Islams den Tod wünschen, sondern eben auch für die Heranbildung von populären Islaminterpretationen, die mit dem Grundgesetz und dem Westen als Erbgemeinschaft von Christentum und Aufklärung im Konflikt stehen. Viel zweckmäßiger wäre es gewesen, wenn man frühzeitig die Fraktion der liberalen Muslime stärker gefördert hätte, statt Großorganisationen wie DITIP und arabische Pendants zu hofieren, die hier den Extremismus quasi in der Vita haben. Dafür ist es jetzt jedoch zu spät und der Schaden ist angerichtet.  Darin liegt letztendlich der Kardinalsfehler der deutschen und generell westeuropäischen Integrationspolitik. Im Glauben durch Einbindung der Islamverbände Gutes zu tun und den Extremismus zu bekämpfen, hilft man den Strategen des politischen Islam ledliglich bei der Errichtung von «sicheren Häfen», Rückzugsräumen für die eigenen politischen Extremisten, die sich im Zweifelsfall immer in die sich selbst isolierenden Gemeinden der Muslime in Europa zurückziehen können und dort sicher sind (Beispiel: Belgien, Molenbeek in Brüssel). Die von den Krypto-islamistischen Verbänden und Vereinen dominierten Viertel sind der ideale Brückenkopf in Europa und wahrscheinlich wichtigster Teil der Strategie.  Aus ihnen werden auch in den nächsten fünfzehn Jahren und mehr immer wieder neue Extremisten an die Oberfläche steigen und den zähen Abnutzungskrieg, diese Materialschlacht der Ideologien, austragen.

Quellen:

Hamed Abdel Samad, Integration: Ein Protokoll des Scheiterns (Affiliate: https://amzn.to/2zsss8R )

Raheem Kassam, No Go Zones: How Sharia Law is coming to a Neighborhood near you ( Affiliate: https://amzn.to/2KPSxny )


 

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

5 thoughts on “Konflikt mit niedriger Intensität in Europa

  1. Young German…..

    …..es gibt keinen moderaten Islam, …..wird ihn nie geben, …….kann es nicht geben.

    Was es gibt ……. das sind nur Muslime die ihren Glauben nicht leben, ihn im Alltag nicht ernst nehmen.
    Müssen sie sich aber entscheiden, werden sie sich auf die Seite des Islams stellen.
    Unkritisch dem Islam mit all seinem Grauen folgen, genau so wie ihr Deutschen eurem Hitler gefolgt seid, ihr euch nicht gegen die neue Gröfaz…… Merkel erhebt.

    Ihr solltet nicht glauben das die anders sind wie ihr, was das anbelangt.
    Die Muselmanen haben den selben Mängel an Zivilcourage wie ihr Deutschen.
    Auch sie fressen dann lieber weiter als das sie Einsatz zeigen werden und sich dem Unheil entgegen stellen.
    Für die wird es einfacher sein mitzuschreien und mitzumorden, so wie es für euch einfacher ist das System Merkel weiter zu tolerieren und halt darüber zu jammern das der Stimmbürger eben nicht anders wollte.

    Die Videos des Kanals „Islamaufklärung von Al-Hayat-TV“ sind das beste was ich dazu kenne.
    Viele würden auch von „Sabatina James besprochen, dann sind sie auch noch sehr angenehm zu hören.

    Natürlich, Europa befindet sich Bereits in einen „Low-Conflict“ aber eben noch nicht in der Ausprägung das man ihn zugeben muss…….

    Low oder Hot…….. Tot ist für die Betroffenen das Ende, so oder so…..

    Und ist der Feind islamisch, wird der Tod sehr oft ein brutaler und primitiver sein.

  2. Ich weiß nicht, ob man das teilen kann- in liberale und moderate Muslime und die eben die Anderen.
    Beide berufen sich auf den Koran, in welchem nach wie vor dasselbe steht-unabänderlich findet man die Suren über Gewalt gegen Andersgläubige, über Eroberung.
    Für mich ist das eher der Kampf gegen “westlich” gewordene Muslime, mit der Grundangst vor dem Islam als allein gültiges Recht,und den Strenggläubigen. Leider nehmen die zu, respektive nicht nur durch die unsinnige Massenflutung unserer Welt.
    Was passiert ist letztlich menschlich- die Familie zerbricht, die Tochter will nicht mehr untertan dem Manne sein, kein Kopftuch mehr tragen etc.Normal das die Strenge des Vaterhauses nun um so strenger wird und man sich dabei auf den Koran beruft.Die männliche Jugend- 0 Bock zu nichts, nimmt sich mit Gewalt, was man sonst nicht bekommt. Dazu wird der Mann erhöht-ohne Anstrengung seinerseits-und zum Gebieter erklärt.Etwas, was sich Macho Mann nicht nehmen lassen will. Sein Umfeld-also wir- senken den Kopf und geben uns unserem Schicksal hin. Jungmacho hat gewonnen, Stellung gefestigt. Um sich nicht weiter anstrengen zu müssen verkriechen sie sich hinter die Lehren eines fernen Gottes.Wie praktisch.
    Für mich, ich hab mich viel mit Sekten beschäftigt, hat der islam alle Kennzeichen einer Sekte, wie vielleicht, außer dem Buddhismus, jede Religion.Und er ist eben nicht reformierbar. Alle säkularisierten Muslime werden sofort die strengen Regeln der Radikalen übernehmen. Und da Ihnen dann Macht gegeben wird- so es zu einem Kalifat kommt und das scheint unausweichlich-werden Sie es ausleben.In jeglicher Konsequenz.
    Wir können uns nur ergeben oder werden eben sterben.Leider scheint der Deutsche, so kämpferisch er einst gewesen ist,ein feiger, widerstandsloser Geselle geworden zu sein.
    Die Hoffnung liegt für mich im Osten,nirgendwo anders. Amerika wird Europa als Kalifat lassen, nur der katholische Osten kann diese Entwicklung drehen. Und das wird nicht unblutig gehen

    1. Mutig war der Deutsche gegenüber Obrigkeiten noch nie. “„Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte !“ Lenin

      Löbliche Ausnahme waren die 1848er und 1989er

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