Geostrategische Vogelperspektive über Europa – die Europäische Union im freien Fall

Merkel spricht dieser Tage von einer «europäischen Lösung» und zeigt damit nur, wie weit sie bereits vom Zenit ihrer Macht entfernt ist und wie wenig Haftung sie mit der Realität in der EU hat. Denn blicken wir auf unseren Kontinent und dieses brüchige Bündnis namens Europäische Union, dann sehen wir den sich ausweitenden Zerfallsprozess dieser sterbenden Union, die inhaltsleer und autoaggressiv die eigenen Mitglieder nur noch mit Drohungen bei der Stange halten kann. Wie oft schon bedrohte Brüssel Polen, Ungarn und die anderen Visegrád-Staaten mit Sanktionen oder sogar Rauswurf aus der EU, wenn sich diese Länder den von Juncker und Merkel gewünschten Quoten für Migranten nicht fügen würden?

Jetzt, vor wenigen Tagen erst, schoss Andrzej Duda, Präsident von Polen, scharf zurück und brachte ein nationales Referendum über den Verbleib Polens in der EU ins Spiel. Dass derlei Ideen nicht leichtfertig als närrisch abgetan werden sollten, zeigte das Brexit-Votum, wo sich die britische Bevölkerung entgegen aller Prognosen der Mainstream-Medien für den Ausstieg Großbritanniens aus der EU entschied. Nur weil wirtschaftliche Vorteile für den Verbleib Polens sprechen würden, heißt das also nicht zwingend, dass die Staatschefs der osteuropäischen Länder gewillt sind den suizidalen Franzosen und Deutschen in nationalen Freitod durch offene Grenzen und sich ausbreitende islamische Parallelgesellschaften zu folgen. Und dass Deutschland selbstmörderisch handelt, lässt sich angesichts der Debatte um die Grenzkontrollen leicht beweisen. Österreich, Schweden, Dänemark, Ungarn und die meisten anderen Länder Europas kontrollieren alle ihre Grenzen. Zuletzt bewies Italiens neue Regierung Rückgrat, als sie damit begann erstmals Boote voll mit afrikanischen Illegalen an den eigenen Häfen abzuweisen. Eine Premiere, die für Schnappatmung von Brüssel bis hin in die Redaktion der Süddeutschen Zeitung gesorgt haben dürfte. Denn die via Fährenservice heran geschifften Migranten, die von deutschen und ausländischen NGOs direkt an der afrikanischen Küste eingesammelt und nach Europa gebracht werden, dürfen fortan nicht mehr in Italien anlanden, das bereits jetzt unter der Last Süd-Nord-Migration ächzt und stöhnt. Dass die Regierung in Italien tatsächlich halten will, was sie versprochen hat, lässt hoffen, dass der Machtwechsel im Süden von Dauer ist.
Ganz Europa, mit wenigen Ausnahmen (Deutschland, Frankreich , Spanien und den Benexluxstaaten), wendet sich von den etablierten Regierungen der letzten Jahrzehnte und der Nachkriegsjahre ab. Slowenien folgte kürzlich dem Beispiel der Visegrád-Staaten und scherte aus dem EU-Pakt quasi ideologisch bereits aus, sucht die Anbindung an Ungarn und Österreich, während die Dänen im Norden die Grenze zu Deutschland verstärkt kontrollieren, weil man die Einsickerung von islamistischen Gefährdern fürchtet.

Von oben betrachtet hat sich die politische Landkarte Europas in die jeweiligen Landesfarben patriotischer Bewegungen und Parteien gefärbt, die keinerlei Interesse an einer Fortführung der Politik offener Grenzen und von Multikulti haben. Die Antwort der EU, inklusive der Kernländer Frankreich, Deutschland und Großbritannien, ist die immer stärkere Reglementierung der eigenen Bürger, deren Zorn man nun fürchtet. Um den kommenden Machtwechsel doch noch zu verhindern, wird an der totalitären Schraube gedreht, das Internet von Meinungsmoderatoren und Polizisten bestreift und die ideologische Beschallung nochmals verstärkt.
Wenn Frau Merkel von einem «gemeinsamen Europa» spricht und damit eine politische Einheit meint, dann irrt sie. Denn Europa, inklusive EU, hat sich in zutiefst verfeindete Lager gespalten, die nicht mehr miteinander können und nicht die selben Träume träumen. Ein Europa, das sich in mulitkulturellem Wahn selbst auflösen will, steht einem anderen Europa entgegen, das noch an der nationalen Identität und Souveränität festhalten will.
Ironie an der ganzen Misere ist, dass Angela Merkel und ihre Anhänger für diese Spaltung mitverantwortlich sind und im gleichen Atemzug, wie sie vom gemeinsamen Europa faseln, diese Kluft durch ihr Handeln vergrößern.

 

Foto: Flickr, Remo Cassella, CC BY-NC 2.0


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

4 thoughts on “Geostrategische Vogelperspektive über Europa – die Europäische Union im freien Fall

    1. Schön wär´s. Aber selbst wenn Merkel fällt steht Ihr ideologischer Klon Annegret schon in den Startlöchern und scharrt mit den Hufen. Ich bin der gleichen Meinung wie Hr. Dr. Curio, der Masterplan von Hr. Wendehofer ist nicht genug. Wir haben einen Punkt erreicht wo es nicht mehr ausreicht wieder zu bestehenden Regeln zurück zu kehren und es dann als “Masterplan” zu verkaufen. Es muss endlich gehandelt werden und bestehende Gesetze die es illegalen Immigranten ermöglicht durch Aussitzen und Einklagen (vom Steuerzahler finanziert) doch noch den Aufenthaltstitel zu erwirken müssen geändert werden.
      Aber da die Altparteien vor lauter Ideologie die eigenen Gesetze nicht mehr sehen setze ich meine Hoffnungen auf die nächsten Wahlen.

  1. Merkel ist nur ein Zwischenziel und die Veränderung ist viel zu lahm, weil die Schafe ihren Führern glauben wollen. Und dass sie wissentlich viele Wölfe in ihre Reihen gerufen haben.

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