Die Menschen gewöhnen sich an alles – auch an einen Abnutzungskrieg

In Lüttich starben am Montag drei Menschen, als ein polizeibekannter Gefährder, jüngst aus dem Knast entflohen, mit dem Ruf «Allahu Ackbar!» zwei Polizistinnen in den Rücken stach und eine ihrer Dienstwaffen raubte. Mit selbiger richtete er dann die beiden Frauen, die blutend am Boden lagen, kaltherzig hin. Auf Fotos im Netz ist deutlich erkennbar, dass er ihnen gezielt in den Kopf schoss, Blut und Gehirnmasse über den Asphalt verteilte.

Die deutsche Presse, darunter selbstverständlich die links(extreme) Süddeutsche, haben einen terroristischen Zusammenhang sechs Stunden nach dem Angriff nicht bestätigen wollen und behauptet, dass es keinerlei offizielle Aussage für den Ruf «Allahu Ackbar!» gäbe und daher ein Motiv unklar bleibe. Dabei hatte sich längst herausgestellt, dass es sich um einen aus dem Gefängnis entlassenen Extremisten handelte, der Kontakt zu Islamisten hatte und zumindest dem Namen nach ein Konvertit ist (Benjamin Herman). Reuters berichtete am Montag bereits über die von der Polizei stammende Information, dass sehr wohl der Ruf «Allahu Ackbar!» gefallen war, bevor der Attentäter eine Geisel nahm und noch eine weitere unbeteiligte Person mit Schüssen tötete, ehe die Polizei ihn stellen und erschießen konnte. Aber um die Süddeutsche soll es nicht gehen – heute nicht.

Vielleicht um die beiden Frauen und den Passanten, die Opfer des Angreifers wurden? Erst niedergestochen, Stiche in Rücken und Nieren, ehe er sie brutal mit einigen Schüssen regelrecht niederballerte. Sie hätten am Montag auch nach Hause zu ihren Familien gehen können, wenn man den Gefährder niemals entlassen  oder ihn des Landes verwiesen hätte. Sie wären noch heute unter uns Lebenden, würden mit uns lachen und vielleicht dem einem oder anderen Leser dieses Blogs mal den Weg erklären, wenn er im Urlaub in Belgien durch die Straßen von Lüttich spaziert. Vielleicht warten ja auch Kinder und die Liebsten vergebens, dass die geliebte Freundin, Frau oder Mama durch die Tür kommt.
Oder reden wir über Emine, die mit einem Kopfschuss in einem kaum berichteten Ehrenmord vor wenigen Stunden in Salzgitter von ihrem Ex-Mann und polizeibekannten Salafisten umgebracht wurde, als sie vor ihm flüchten wollte. Ihre Freundin, die mit im Auto saß, bekam einen Schuss in den Bauch vom aus dem Kosovo stammenden Täter. Wieder die Frage nach dem «warum?»




Warum lief so ein Mann frei herum? Von dem bekannt war, dass er gewalttätig, extremistisch und religiös verstrahlt ist? Emine könnte noch leben. Sie ist aber nur ein weiteres Opfer, dessen man sich hier kaum erinnern wird und das in der Statistik verschwindet.

Wir Menschen haben die Angewohnheit, dass wir im Trott der Wiederholung uns an fast alles gewöhnen können. Islamische Terroranschläge, Ehrenmorde auf offener Straße (mir fallen mehrere sofort ein, allein hier in Berlin) und natürlich das alltägliche Messermassaker, das von einigen Männern, manchmal mit und manchmal ohne Migrationshintergrund hier angerichtet wird. Die totale Verrohung der Gesellschaft lässt sich ertragen, sagte mir ein Freund vor einer Weile, der aus Brasilien stammt und die Entwicklung in Mittel- und Westeuropa nur mit einem Kopfschütteln beobachtet.

Zitat: «Wie in Brasilien, wird es für euch bald normal sein, wenn auf dem Weg zum Büro drei Menschen erschossen auf der Straße liegen oder im Bus jemand erstochen wird.»

Eine Vorhersage, die längst wahr geworden ist. Was vor 15 Jahren noch tagelang in den Nachrichten für Sondersendungen gesorgt hätte, ist Normalität geworden. Drei Tote in Lüttich, eine in Salzgitter und nächste Woche wieder zwei in Buxdehude. Und im Juli oder August dann ein neuer Anschlag mit weiteren Toten und so geht das dann weiter und weiter, bis dieser Abnutzungskrieg auch über einen selbst rüber rollt. Wo ist eigentlich «IamCharlie» und die Einfärbung des eigenen Profilbildes in den Farben der betroffenen Nation geblieben? Fehlanzeige nach Lüttich. Es juckt keinen mehr und sorgt auch nicht mehr für Schock oder Entsetzen. Es ist der neue Alltag, die neue Normalität geworden. Paris, Brüssel, London, Ansbach, Berlin, Lüttich, Stockholm, Manchester, Barcelona und Madrid (2004). Habe ich eine Stadt vergessen?

Würzburg, Düsseldorf und Hannover könnte man ebenfalls noch nennen, wenn man Axtattacken noch aufzählen möchte. Wenn ich eine genaue Auflistung aller Vorfälle anfertigen müsste, die etwa 10 Jahre lang immer als isolierte Einzelfälle gezählt wurden, dann würde ich übermorgen noch hier sitzen. Mittlerweile wird es von den allermeisten Menschen, selbst den politisch aufgeweckten kaum noch registriert, weil die Anzahl einfach zu groß geworden ist. Und endlos Mitgefühl hat kein Mensch, auch wenn er das gerne von sich glauben würde. Wir Europäer sind abgeschliffen und verroht für solche Fälle geworden, vor denen angebliche Hetzer jahrelang gewarnt hatten. Heute ist eben das neue NORMAL und Zehntausende protestieren lieber, einen pinken Gummipenis lutschend, in Berlin gegen die AfD und für eine bunte Gesellschaft.

Bunt meint dann vielleicht die Farbkombination, wenn sich das Rot des Blutes mit dem Blau oder Grün der Jeans oder des Röckchens vermischt. Es ist ähnlich wie mit dem IS und seinen Gore-Videos, den Exekutionen. Schocken konnte der Islamische Staat am Anfang noch mit simplen Kopfschüssen auf kniende Gefangene. Später mussten sie Menschen in Käfigen anzünden, lebendig verbrennen und mit Planierwalzen über im Sand eingebuddelte Köpfe fahren, um überhaupt noch eine Reaktion bei den Fremden zu erzeugen.

In diesem Abnutzungskrieg wächst die Wahrscheinlichkeit, dass es einen selber trifft. Denn ob es immer noch stimmt, dass es wesentlich wahrscheinlicher ist im Lotto zu gewinnen, als vom Terrorangriff niedergestreckt zu werden? Seit Paris hält sich dieser Mythos und ich glaube nicht, dass die neuen Vorfälle in diese Rechnung hinzu addiert wurden.

Fröhlichen Ramadan!

Foto: Screenshot Youtube


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

10 thoughts on “Die Menschen gewöhnen sich an alles – auch an einen Abnutzungskrieg

  1. Die Leute gewöhnen sich an die Nachrichten über den Abnutzungskrieg, der Abnutzungskrieg selbst wird in der Regel geleugnet. Die beiden Polizistinnen haben sich nämlich nicht benommen, wie jemand der sich im Krieg befindet. Sie haben sich benommen wie naive Gutmenschen. Andernfalls hätte es der Täter nicht schaffen können, beide zu überwältigen.

    Wenn ich mich umschaue, benehmen sich die wenigsten Menschen in Europa so als würde ihnen persönlich ein Angriff drohen. Menschen, die sich im Krieg befinden und daran gewöhnt haben, verhalten sich anders.

    1. Ist was dran. Leider ist es so, dass in Zukunft die Polizisten mit dem Arsch zur Wand laufen, sich hinter Schilden verstecken und vom einstigen Freund und Helfer zum nervösen und gereizten -Halb-Soldaten mutieren müssen.

      1. Ja, und dann vom Halb-Soldaten zum Voll-Soldaten. Hier wurde doch schon oft über die kommende Katastrophe geschrieben, etwa am 26.3.2018 in “Das kleine Dorf auf dem Land”.

  2. Tja, …und ich warte darauf das endlich einmal passiert was angemessen wäre.

    Nämlich das ein Belgier, Deutscher, Franzose oder sonst was, eine Waffe zieht und so einen Mistkerl stoppt.
    Und es ist mir wurst ob dem seine Waffe legal ist, ich möchte nur einmal erleben das sich einer wehrt und so einen Scheisslamisten erledigt bevor er mehrere Menschen ermordet.
    Ich möchte das einmal erleben, einmal sehen das noch nicht alle Europäer kastrierte Nichtstuer, Apathen und Wegseher sind.
    Einmal möchte ich erleben das da ein Mann tut was eines Mannes Sache wäre.

      1. Ich auch. Aber auch ich würde mir nur den Weg freikämpfen, wenn es keine andere Wahl gibt oder Menschen aus meinen inneren Kreisen betroffen sind. Wenn ich seh, dass irgendeine Studentin belästigt wird, würde ich maximal die Polizei rufen.. aber ich riskier doch nicht Leib, Leben und Karriere für irgendwen. Haben eh alle große Teilschuld an ihrem Schicksal.. natürliche Auslese eben.

        1. Triarius……………

          ……………falsch.

          Wenn ich wüsste, dass das Opfer ein Sozi ist, würde ich auch nur die Polizei rufen.
          Bei Claudia Roth vielleicht nicht mal das.

          Aber in allen anderen Fällen würde ich kämpfen…..
          Nicht “nur” für das potentielle Opfer, sondern auch für mich, für meine Idee wie eine Gesellschaft sein sollte.
          Auch dafür …..mich als Mann fühlen zu dürfen, ……dafür, zu wissen das ich mich richtig Verhalten, der Gesellschaft einen Dienst geleistet habe.
          Kämpfen um vor mir selber bestehen zu können.
          Und natürlich dafür, dass ich damit einen Beitrag für die von mir erwünschte Gesellschaft leisten kann.

          Wenn so eine Sozi Tussi mich anschliessend dafür beschuldigt, mich runtermacht weil ich ein Mann sein will und als Mann handelte, meine Gesellschaft mich bestraft, tja, das wäre bitter, aber es würde mich und meine Sicht der Dinge nicht beschädigen.
          Es wäre trotzdem richtig gewesen.

          1. Das ist der Unterschied – du bist Schweizer und eine frühere Generation. Bei euch gibt es ein positives Narrativ, das euch verbindet. Bei uns ist die Haupttraditionslinie 3. Reich / NSU etc., also ein negatives Narrativ. In unserer Generation herrscht sowieso nur noch in unseren engeren Kreisen ein Zusammenhalt, ansonsten halt die “ist doch selbst schuld / ist doch sein Problem” Mentalität.

            Um mich als Mann zu fühlen gewinne ich sinnvolle Auseinandersetzungen (also mein Recht und die Männer und Familien zu verteidigen, von denen ich Gleiches erwarte) oder besorgs Frauen.

            Der Rest.. kann ruhig vor die Hunde gehen. Schutz gibts nur gegen sexuelle Gefälligkeiten oder Naturalien.

          2. Du Raubtierchen……………. (((-:

            Klar, sollte es zu einem Crash kommen, werde auch ich für mich Sorgen….. alles andere ist dann Nebensache.
            Sogar bei meiner Familie werde ich “unterscheiden”.
            Wer dann keinen Beitrag leisten kann, darf bleiben wo der Pfeffer wächst.
            Die Idioten die mich belächeln, mich als Eiferer wahrnehmen und sich um nichts Sorgen machen, die gibt’s hier auch jede Menge.
            Sollte es jemals auf der Strasse, im Zug oder sonstwie nötig werden, ich habe die Nerven und werde reagieren….. so lange hier noch eine gewisse Ordnung herrscht.

            Geht’s Bachab und das wird es, dann ist auch eine andere Haltung angezeigt, dann wird genau unterschieden wer was wo und ob er Hilfe verdient hat.
            Feminismus ……………. ist dann ausgestorben, Gender vergessen, Sozitum ein Verbrechen.

            Natürlich, ich kann dich schon verstehen, aber ich bin eben einer der vorwärts macht, nicht ausweicht, negatives ertragen kann.

            Ich habe es oft erlebt das sich Deutsche in so eine Haltung flüchten wie Du, schade…..T
            Trotzdem bleiben diese Deutschen immer noch gesetzestreu und beugen sich vor ihrem Staat, ein Fehler.

            Man muss sich von gewissen Kreisen in seinem Land mental rigoros befreien.
            Von einem grossen Teil der Politik, vom Staat, dessen Beamten usw. Die Polizei ist nicht dein Freund, der Staat eine Bedrohung.
            All das Pack dient nur sich selber aber niemals dir.

            ——————————————————————-

            Die Schweiz vor dem Untergang.

            Die Schweiz wird mit fallen weil unsere Nationalbank mittlerweile 850 Milliarden Devisen in ihrer Bilanz stehen hat.
            Vor allem sind das eben Staatsanleihen in Euro, Dollar, in kleinen Mengen andere Währungen, Aktien usw.
            Und sie kauft weiter Devisen um den Euro und Dollar zu pushen.
            Vor 2 Wochen stand es bei 1 Euro zu 1.20 Franken.
            Trotzdem ist der Euro wegen der Italienkrise wieder bei 1.15 Euro zum Franken gelandet.
            Die SNB hat Anfang Jahr gewinne von 53 Milliarden vermeldet.
            Alles jubelte, ……ich sprach von ausgdehnter Luft.
            Die 53 Milliarden haben sich nun innert 2 Wochen ins Nichts verflüchtigt.
            Die SNB muss nun ihre Wetpapiere in der Bilanz “wertberichtigen”.
            Der Gewinn ist somit nirgends mehr vorhanden, Luft.

            Unsere SNB hat also das Zeitfenster zum verkaufen der irrsinnigen Menge an Euros verstreichen lassen.
            Warum ?
            Klar, wenn sie die überbewerteten und auch durch die EZB künstlich “beatmeten” Euros verkaufen will, fallen dessen Kurse sofort.
            Die Realität ist doch das ein Euro höchstens 70 Rappen kosten dürfte.
            Die SNB stütz mit ihrem Wahnsinn den Export und tut so als ob die Schweiz nur aus jenem Drittel ihrer Wirtschaft bestünde die Exportiert.
            Alles andere wird dem Untergeordnet.
            Unser Nationalbankchef ist ein Linker und für Europa……. nur sagt er das selten offen.
            Zudem macht die SNB mittlerweile auch Dinge die man sonst vor allem Merkel zuschreibt, sie ignorriert die Vorschriften, Buchhaltungsregeln usw.
            ———————–

            Hier nachzulesen :
            Bricht die Italien-Krise der SNB das Genick ?
            https://insideparadeplatz.ch/2018/05/31/bricht-die-italien-krise-der-snb-das-genick/

            Oder in der Weltwoche, wenn man sie gekauft hat.
            Online hinter der Paywal.

            Titel :
            Wem dient die Nationalbank?
            Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ausländische Devisen angehäuft, um zugunsten der Exporteure den Franken zu ­schwächen. Das Resultat ist eine Reduktion des Volksvermögens. Über die Risiken wird bisher kaum diskutiert.
            31.01.2018
            Von Beat Gygi
            https://www.weltwoche.ch/ausgaben/2018-5/artikel/wem-dient-die-nationalbank-die-weltwoche-ausgabe-5-2018.html

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