Berlin 24/7 im Mai 2018: Verwerfungen im Wasser der westlichen Zivilisation

Ein kleines Tagebuch für Berlin, wo ich erzählerisch und rückblickend zusammenfasse, was mir so im Alltag hier passiert, wenn es  subjektive Relevanz für das Politische und Gesellschaftliche hat. Da diese leicht autobiographischen Texte von den Klickzahlen immer recht gut angekommen sind, habe ich mich entschlossen das zur Regelmäßigkeit zu machen und extra dafür Notizen zu führen. Mehr Unterhaltung, als fundierter Sachartikel.

 

Am 30. April stürmt ein Mann die gerade laufende Messe in der St. Vincent’s Kathedrale von  Chalon-sur-Saône in Frankreich, droht damit sich in die Luft zu jagen und ruft:«Es ist der Koran, der hier gelesen werden muss!» Ahmed, so der Name des Mannes, bedroht die Menschen in der Kathedrale mit dem Tod, brüllt, dass er sich mit einer Granate in die Luft sprengen will.  Dazu kommt es nicht. Der Mann ist angetrunken, hält eine Flasche Alkohol in der Hand und wird sich schlussendlich nicht in die Luft jagen. Als man ihn vor die Richter führt, erklärt sich der vielfach vorbestrafte Ahmed mit einer Pechsträhne im Leben, die angehalten hat, wie der Richter anmerkt. Eine kleine Meldung aus der lokalen Presse, die es nicht mehr über die Provinz hinaus schafft.

Ausnahmsweise, auch wenn manche anders argumentieren mögen, handelt es sich wahrscheinlich nicht um einen Dschihadisten. Nur ein Krimineller, der sein ganzes Leben auf dem falschen Weg war, wahrscheinlich als Muslim in Frankreich geboren wurde, nichts mit dieser laizistischen Republik anfangen konnte, sich in Drogen, Kriminalität und einfachem Sex verlor, ehe er sich dazu entschied mit 37 Jahren seinem armseligen Leben einen Sinn zu geben, in dem er sich für Allah in die Luft jagt. Turbo-Dschihad aus Angst vor der Hölle, in die er kommen würde, wenn er seinen Gott noch ernst nimmt. Denn der wäre mit dem kriminellen, trinkenden und wahrscheinlich wenig frommen Ahmed nicht zufrieden gewesen. Märtyrertod ist am Ende eines schlechten Weges dann die einzige Alternative für einen, der alles verkorkst hat.

Davon hört man ja oft. Von den überaus frommen IS-Kämpfern, die vorher Kriminelle waren, Deso-Dog und Co., die eigentlich überhaupt keinerlei traditionelle Bindung zu der Kultur ihrer Eltern haben und dem Glauben keinen Platz in ihrem Leben einräumten.

Vor ein paar Tagen saß ich in Berlin in der S-Bahn und sah ein hübsches, aber austauschbares Püppchen(Ghetto-Bitch), die mit ihrem dunkelhäutigem Date eine Bank weiter rechts von mir saß. Ich hörte ein wenig von deren Gespräch mit und amüsiere mich heute über den Inhalt nachträglich. Er karamellfarben und gutaussehend,  der Vater ist Nigerianer und Muslim, die Mutter evangelische Deutsche. «Dein Knie guckt raus», sagt er dem Mädel ihm gegenüber und berührt ihr Knie, das aus dem Loch in ihrer Jeans hervorschaut. «Ist Haram!» sagt der gepiercte Halbdeutsche/Halbnigerianer, der ein Becks in der Hand hält, während er dem Mädchen über sich und seine Eltern, seine Herkunft und so weiter erzählt. Smalltalk halt. Das Mädel nickt nur und lächelt stumpf.

Später am selben Tag (glaube ich), lese ich einen knappen Text von Alain Finkielkraut, dem renomierten französischen Autor und Philosophen, der sich just vom angehimmelten liberal-linken Gott der französischen Intellektuellen zum rechten Scharfmacher entwickelt hat, weil er die fünfte Republik im Sterben wähnt. Frankreich droht zu scheitern, katastrophal zu scheitern, wenn keine Antworten auf den Islamismus gefunden werden. Alain ließ sich auch im CATO-Magazin vor einer Weile in einem Interview lesen, wenngleich seine Äußerungen in französischen Publikationen und Online, wenn ich meinen Übersetzern glauben kann, noch einen Zacken schärfer sind. «Unterwerfung» war bereits deprimierend. Finkielkraut hingegen liest sich anfänglich positiv und motivierend, bevor die tiefe Enttäuschung durch die Zeilen hindurch scheint.

Am 1. Mai saß ich entspannt bei meiner derzeitigen Dame, die bedauerlicherweise über derlei Dinge nichts wissen will und selbst wenn ich mir größte Mühe gebe, davon auch nichts versteht. Zahlen ja, Geschichte, Zeitgeschehen und dergleichen ….hoffnungslos. Von ihrem Hochhausfenster aus kann ich ganz Berlin sehen, wie es hell in der Nacht von den Feierwütigen auf dem Görli angestrahlt wird, das grelle Flimmern der Millionen Lampen in Millionen Häusern. Heimat bleibt eben Heimat. Sie weiß aber noch was das ist, fühlt zumindest, dass hier etwas passiert. Nur darüber nachzudenken und Konsequenzen für ihr Leben daraus abzuleiten, kann sie nicht.

Während ich da so stand, dachte ich an die Rede von Enoch Powell, die er vor etlichen Jahren in Birmingham(glaube ich) gehalten hat. Der Fluss Tiber, der vor Blut zu schäumen beginnt. So beschrieb er seine Vorahnung über die Dinge, da da noch kommen mögen. Birmingham, die Stadt der vielen Moscheen in England. «Warum kommen all die Dschihadisten nach Birmingham?» fragte die NYT in einem Artikel. Wie viele Messertote brauch es eigentlich, um einen Fluss vor Blut Schaum schlagen zu lassen ? London is calling.

Die Antwort ist simpel. Birmingham ist die Zukunft, wo jeder fünfte Einwohner bereits Muslim ist und die Stadt bis zum Ende des Jahrhunderts wahrscheinlich zu 100% eine islamische Großstadt sein wird. Das ist simple Mathematik, wenn sich derzeitige demographische Entwicklungen fortsetzen. Eine Integration der zukünftigen muslimischen Majorität in eine christlich/atheistische bzw. englische Minorität, erscheint mir doch als äußerst unwahrscheinlich. Noch ist Zeit und Gelegenheit, um durch das kleine Schicksalsfenster hindurch zu springen und eine andere Zukunft zu wählen.



Vor dem Fenster im 16. Stock sehe bereits vor meinem inneren Auge, wie sich die muslimischen Völker im Berlin der 2080er Jahre auf dem Görli versammeln, wo heute die feiernden Linken und Genießer des Augenblicks stehen.

Gut, dass mich mein Mädel vom Fenster ins Schlafzimmer zieht. Am nächsten Morgen geht es wieder an die Arbeit. Schreiben, trainieren, engagieren. Antifa-Fotografen lichten mich ab, als ich inmitten einer AfD-Veranstaltung stehe. Kurz vorher hatte sich ein deutsches, dunkel gelocktes Mädchen in die AfD-Feier eingeschlichen. Sie kam wohl aus dem Pulk der vielen Linken, die da gegen uns demonstrierten und so einen Schwachsinn wie «Nationalismus raus aus der Hüpfburg» und «Ganz Berlin hasst die Polizei» brüllten. Obwohl ganz Berlin angeblich die AfD hasst, haben wir hier trotzdem 12% der Stimmen geholt, was nicht genug, aber immerhin etwas ist.

Eben erwähnte Aktivistin von Links, ein etwas dickliches (für meinen Geschmack) Mädel, hatte sich zunächst interessiert gegeben, bevor sie plötzlich irgendwelche Flyer an die Köpfe der AfD-Rentner(Altersdurchschnitt so ca. um die 45) schmetterte und dann unter mir nicht näher verständlichen Piepsgeräuschen von den Ordnern friedlich nach draußen begleitet wurde, wo sie von ihren Zeckenfreunden mit Jubel empfangen wurde. Deshalb will ich auch weniger trinken und rauchen, weil ich diese gleichaltrigen Leute hier unbedingt überleben will, um den letzten Lacher zu haben. Egal wie es ausgeht hier im Endspiel um Europa. Dass es das Endspiel ist, bezweifle ich nicht mehr.

Da der Median unserer Leserschaft bei 24-35 liegt, werden wir (fast) alle noch erleben, wie diese Geschichte hier ausgehen wird und wer das Endspiel gewinnt. Sicher ist eigentlich, dass die verblendeten Linken es nicht sein werden. «Denk an die Mäuse in der Milchkanne!» ruf ich mir innerlich immer wieder zu. In Frankreich und Italien wählte die Jugend übrigens mehrheitlich rechts – das gibt mir Hoffnung.

Wer aufhört zu schwimmen, geht unter. Wer aufgibt, hat bereits verloren. Wer weitermacht, kann zumindest noch gewinnen. Witzig ist immer wieder, was für unterschiedliche Biographien ich um mich herum versammeln konnte, die mich auf diesem Weg begleiten. Nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Städten in ganz Europa verteilt. Die allermeisten hätten sich niemals als «Rechte» gesehen, noch hätten sie gewagt zu glauben, dass man, also die Gesellschaft, dieses «Label» für sie überhaupt jemals benutzen würde. Die Unterteilung in «rechts» und «links» mag angesichts der uns bevorstehenden Ereignisse auch unwichtig sein. Entweder man ist irgendwie aufgewacht, hat einen Blick für die Probleme bekommen, kann perspektivisch denken und hat zumindest erahnt, dass wir uns auf einen Eisberg zubewegen…

….oder aber man gehört zu denen, die eben weiterschlafen und deren Erwachen dann umso schmerzhafter wird. Ich weiß ja wenigstens, dass der Wecker bald klingeln wird. Der wird mich nicht überraschen.

 

Derweil hab ich meinen Spaß.

Foto: https://www.flickr.com/photos/proimos/4200586276/


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

One thought on “Berlin 24/7 im Mai 2018: Verwerfungen im Wasser der westlichen Zivilisation

  1. Schöner Text, jedoch sehr melancholisch, spüre keine Kraft. Schade.

    Übrigens hat die BBC vor kurzem Enoch Powell’s “Rivers of Blood” ansprache gesendet, was natürlich zu heftigen Diskussionen geführt hat.

    Was dem Redner damals nicht bewusst war, ist das er die Rede am 20 April gehalten hat, was für seine Gegner eine hervorragende Steilvorlage war.

    Hier die komplette Rede, gehalten am 20 April 1968 in Birmingham:

    https://www.telegraph.co.uk/comment/3643823/Enoch-Powells-Rivers-of-Blood-speech.html

    Karl ll

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