Bericht zu Steve Bannons Auftritt in Zürich mit Roger Köppel

Unser “Junger Eidgenosse” (unser schweizer Korrespondent) war für uns in Zürich bei Steve Bannons Auftritt mit Rogel Köppel. Was für ein Erlebnis!

Weltwoche on the road – Steve Bannon

Auf Einladung der rechtskonservativen Wochenzeitschrift «Die Weltwoche» hielt Steve Bannon am gestrigen Abend einen Vortrag mit anschließender Publikumsdiskussion in Zürich. Der frühere Executive Chairman von Breitbart News Network, errang als Berater und Wahlkampfleiter von Donald Trump weltweite Berühmtheit. Die Mainstreammedien, überwältigt von dem unerwarteten und unmöglich gegoltenen Sieg Trumps, kürten den rechtspopulistischen Strategen zum «Gehirn Trumps», zur grauen Eminenz hinter dem gewählten US Präsidenten.

Die Medienhysterie über den «Teufel»Bannon, so der Chefredakteur der Weltwoche Roger Köppel, war der ausschlaggebende Grund, dass er den umstrittenen Politiker in die Schweiz eingeladen habe. Er wolle eine offene Debatte führen und Steve Bannon die Möglichkeit geben, seine Ansichten ungefiltert darzulegen. Anzumerken sei hier, dass «Die Weltwoche» besonderen Wert darauflegt, mit politischen Akteuren jeden Parteienspektrums zu reden und deren Positionen abzulichten. Sei es die Rechte, die Mitte oder die Linke.

Die Medien geifern, die Antifa bläst zur Schlacht

In den Wochen vor Bannons Auftritt waren es besonders die Boulevardblätter Blick (Pendant zur deutschen Bild) und Watson, die sich in Empörung und Sensationsgeilheit gegenseitig hochschaukelten. Besonders das linksgerichtete Nachrichtenportal Watson ließ sich auf primitivste Polemik herunter, die schließlich in einem infantilen Welcome Video gipfelte, welches sich zwar nicht argumentativ mit Bannons Thesen auseinandersetzt, aber zumindest auf die altbekannten Rezepte der Rassismuskeule und der Nazivergleiche zurückgriff. Roger Köppel indes wurde als Komplize diffamiert, der sich damit endgültig als Rechtsextremer geoutet habe. Die Tatsache, dass die Weltwochen in den Monaten zuvor die gleiche Veranstaltung mit Politikern der SP (Die Schweizer Linkspartei) durchgeführt hat und in Kürze die linkspopulistische Juso-Anfüherin Tamara Funiciello einladen wird, erntete in den Schweizer Mainstreammedien hingegen keine mediale Empörung.



Auch die Bewegung für Sozialismus und die Antifa kündigten Widerstand an. Mit einer Demonstration wolle man den Auftritt des rechtspopulistischen Politikers verhindern. «Der Rassist und Antisemit Steve Bannon hat in Zürich oder in der Schweiz nichts verloren.» plärrte die extreme Linke auf ihrer Webseite. Lange Zeit war es still um die Bewegung für Sozialismus. Dank Köppel und Bannon erhielten auch sie endlich wieder einmal die lang ersehnte Medienaufmerksamkeit.

Brexit und die US Präsidentschaftswahl

Entsprechend groß war das Polizeiaufgebot rund um den Veranstaltungsort. Nach einer ungefähr halbstündigen Warteschlange (es fanden verschärfte Eintrittskontrollen statt) erreichte unsere Gruppe schließlich den Veranstaltungsaal. Mit 1‘500 Gäste war der Anlass ausverkauft. Unter ihnen waren verschiedene Politiker linker und rechter Parteien, Journalisten, sowie Schweizer und ausländische Gäste, wobei die Mehrheit des Publikums aus Abonnenten der Weltwoche bestand. Überrascht waren wir, dass es sich um ein gut gemischtes Publikum aus Jung und Alt sowie Männern und Frauen handelte. Die Watson schrieb entgegen der Faktenlage, dass vor allem alte Männer und sehr wenig Frauen gekommen seien, was nicht stimmt.

Unter donnerndem Applaus wurde erst Roger Köppel, dann auch der ehemalige Chefstratege des Weißen Hauses vom Publikum begrüßt. Die Veranstaltung begann mit einer gut halbstündigen Rede von Steve Bannon. Er eröffnete mit einer kurzen Erzählung über den Brexit und begrüßt nachdrücklich das Plebiszit der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten. Der Brexit sei der erste Sieg der populistischen Welle gewesen, die derzeit durch den Westen zieht, so Bannon. Für Nigel Farage hatte der rechtskonservative Denker lobende Worte übrig und erklärte, welch wichtige Rolle Breitbart damals in der Kampagne für den Brexit gespielt hat.

Weiter erklärte er, wie Trumps Bewegung die US Wahl für sich entscheiden konnte. Hillary Clinton, die das Team rund um Trump immer wieder als Rassisten, Sexisten und Nationalisten diffamierte und sich zur Schutzpatronin von vermeintlichen Minderheiten zu engagieren versuchte, strafte sie die wirklichen Sorgen und Nöte der arbeitenden Bevölkerung mit kalter Ignoranz. Dies, so Bannons Analyse, habe der populistischen Bewegung letztlich den Sieg beschert. Sein bescheidener Anteil an Trumps Wahlsieg lag darin, dass er dafür gesorgt habe, dass «Trump auch Trump bleibe».

Blocher war Trump bevor Trump“ – lobende Worte des Amerikaners für die Schweizer Volkspartei

Bannon analysierte im Anschluss die politische Situation in Europa. In allen Ländern würden rechtspopulistische Kräfte erstarken. Wie die AfD in Deutschland oder die italienischen Parteien «Fünf Sterne Bewegung» und «Lega Nord». Insbesondere ging Bannon auf die Wahlen in Italien ein. Dort hätten ¾ der Bevölkerung für ein Anti-Establishment Partei gestimmt und damit ein Erdbeben ausgelöst.

Auch für die Schweizerische Volkspartei hatte Bannon lobende Worte übrig. «Es hat hier gestartet. 1992. Dr. Blocher stand gegen das Establishment auf. Blocher war Trump bevor Trump.», so Bannon und meinte damit die von der SVP gewonnene Volksabstimmung über den Beitritt zum EWR (die zu einem anschließenden EU Beitritt geführt hätte). Damals habe Christoph Blocher alleine gekämpft, gegen das Schweizerische und Europäische Establishment, gegen die Financial Times und andere Mainstreammedien – um am Ende siegreich die Souveränität der Schweiz zu verteidigen. Das Publikum goutierte dies mit begeistertem Jubel.

Steve Bannon stellte klar, dass die rechtspopulistischen Bewegungen im Westen nicht jede Wahl gewinnen würden, doch der aktuelle Zeitgeist spreche für die Rechtskonservativen. Die Entfremdung zwischen Elite und arbeitende Bevölkerung sei ausschlaggebend dafür. Er hoffe auch, dass Kryptowährungen den Menschen ermöglichen würde, sich von dem Einfluss der Zentralbanken zu lösen. Zugleich mahnt er von der aufkommenden, linkspopulistischen Bewegung aus den USA, die den Rechten auf Dauer eine gefährliche Konkurrenz werden könnte.

Die Bedrohung durch die Wirtschaftsmacht China stellte Bannon als zentrale Gefahr für den gesamten Westen, gerade für Europa, dar. Er selbst sei, anders als Roger Köppel, ein entschiedener Gegner des Freihandels und verteidigte damit die protektionistische Politik Trumps. Er bezeichnet sich als ökonomischer Nationalist, für ihn sei die Rasse, die Religion und die sexuelle Orientierung eines Menschen nicht relevant. Ihm ginge es einzig allein darum, die Wirtschaft Amerikas und die Millionen Arbeitsplätze gegen Chinas ökonomische Expansionsbestrebungen zu verteidigen.

Abschließende Fragerunde und persönliches Fazit

Im anschließenden Interview mit Roger Köppel äußerte sich Bannon zum Vorwurf, ob er ein «White Nationalist» oder ein Antisemit sei. Beides verneinte der Rechtspopulist entschieden. Er erzählte, dass er in einer durchmischten Nachbarschaft aufgewachsen ist und gute Erfahrungen mit Menschen aller Hautfarben hätte. Ebenso führte er auf, wie energisch er für die Verlegung der US Botschaft nach Jerusalem gekämpft habe.

Es folgten Fragen aus dem Publikum. Darunter durchaus kritische Fragen, wie die einer ausgewanderten Amerikanerin, ob Trump nicht das politische Klima in den USA vergiften und die Leute spalten würde. Bannon widersprach dem nicht einmal, sondern begründete es damit, dass jede Revolution einen Konflikt durchleben würde. So auch der amerikanische Bürgerkrieg. Trotzdem sie dieser richtig und wichtig gewesen.

Insgesamt hat sich Steve Bannon als charismatischer und amüsanter Redner an diesem Abend bewiesen. Seine diplomatische Art, dem Publikum zu schmeicheln, oder kritische Fragen geschickt auszuweichen (Wie die von Köppel, ob er noch mit Trump reden würde), erinnerte an die Professionalität eines typisch amerikanischen Verkäufers. Auch wenn man nicht mit allem einverstanden sein muss, was Steve Bannon sagt, muss man seine erfolgreiche Leistung für die rechte Bewegung in den USA anerkennen. Bannon ist mit Sicherheit kein Faschist, sondern sieht sich als ein Revolutionär, als einen Vertreter jener Arbeiterschicht, der er selbst entsprang.

Trotz dem aktuellen Disput mit Präsident Trump beteuerte Steve Bannon, auch weiterhin für die rechtspopulistische Revolution kämpfen zu wollen.

Die ganze Veranstaltung gibt es auf der Weltwoche Kanal der Weltwoche zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=AeJaq599yh4

Vorab Interview von Roger Köppel mit Steve Bannon: https://www.youtube.com/watch?v=TLzpJzxlnLY

Ausführliches Printinterview von der Weltwoche: https://www.weltwoche.ch/ausgaben/2017-37/artikel/ich-verachte-diese-leute-die-weltwoche-ausgabe-372017.html

Zur linken Demo die im Vorab angekündigt wurden: 100 bis 200 Linksautonome tauchten dann tatsächlich auf. Die meisten Demonstranten waren Männer und Frauen in ihren Dreißiger, die sich wie jugendliche Punks verkleideten und offenkundig den Anschluss zum echten Leben verschlafen haben. Nichtsdestotrotz, kann man den Demonstranten anrechnen, dass der Protest friedlich verlief und keine Sachbeschädigungen oder Gewalttaten begangen wurden.


 

Foto: Screenshot https://www.youtube.com/watch?v=AeJaq599yh4

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Stolzer Schweizer aus dem Kanton Zürich.

Wirtschaftsstudent mitte 20 und stolzer Milizunteroffizier der Schweizer Armee. Sein schreiblicher Fokus liegt in den Themengebieten Direkte Demokratie, Wirtschaft, Einwanderungskritik und Militär.

4 thoughts on “Bericht zu Steve Bannons Auftritt in Zürich mit Roger Köppel

  1. War ebenfalls da. Es hat mich überrascht, wie viele Leute aus meiner Altersklasse (Millenials) da waren. Bannon ist ein begnadeter Redner und er konnte das Publikum gekonnt mitreissen. Der mehrfache Applaus während seinem Vortrag lässt keinen Zweifel daran, dass das Publikum mehrheitlich rechts war. Jedenfalls schön zu sehen, dass es auch bei uns in der Schweiz noch genug Rechte gibt, insbesondere bei der Jugend und nicht nur in den alternden SVP Kreisen. Bannon’s Ausführungen fand ich erfrischend und teilweise revolutionär (im positiven Sinne). Mit Bannon stimmen ich insofern nicht überein, als dass die wirklich fundamentalen Fragen unserer Zeit nicht wirtschaftlicher Natur sind, sondern ethnischer. Die politischen Vorbeben im Westen, entstehen nicht auf Grund der Globalisierung (diese ist höchstens ein Auslöser), sondern auf Grund der ethnischen Spannungen, die sich zwischen den Volksgruppen bilden. Bestes Beispiel ist die USA selber. Die Republikaner sind die Partei der weissen Amerikaner, wohingegen die Demokraten die Partei aller anderen ist. Nur sind die Republikaner farbenblind und beteuern bei jeder Gelegenheit, dass sie – wie es auch Bannon sagt – keinen Unterschied kennen zwischen verschiedenen Ethnien, Rassen, Religionen, etc. bzw. es seien dies alle Amerikaner (“we all bleed red”). Nun, Fakt ist jedoch, dass Identity Politics von den nicht-weissen Minderheiten sehr wohl betrieben wird (Black Lives Matter, La Raza, ADL, etc.), was zwangsweise zu einer Gegnerschaft zu den Weissen führt. Ob Letztere dieses “Spiel” mitspielen wollen oder nicht, spielt letztlich auch keine Rolle. Jene DIE es spielen, werden am Ende des Tages die Sieger sein.

  2. @Reynold:
    Ich gebe dir dahingehend Recht, dass ethnische Spannungen in den USA durchaus ein Problem sind. Ich lebte in den USA und stellte fest, dass diese ethnische Abschottung allerdings hauptsächlich von Schwarzen und teilweise von Hispanics ausging, während weisse, asiatische und indische Amerikaner eher der “America First“ zugehörig sind. Nichtsdestotrotz, die USA sind, anders als die europäischen Nationen, ein Einwanderungsland und eine Willensnational. Da sie bereits ein Vielvölkerstaat sind, würde es die USA massiv schwächen, wenn man die ethnische Abgrenzung befeuert. Der Zug ist abgefahren, ein weisses Amerika ist ohne unnötiges Blutvergiessen unmöglich. Ein America First ist dahingehend sinnvoll, da sie die Willensnation USA stärkt. Die einzig nicht integrierbare Kultur ist allerdings der radikale Islam, der dimetral zur freiheitlichen Ordnung der USA steht. Und da setzt Trump den richtigen Hebel in Bewegung (Einreiserestriktion).

    Wo ich dir aber ganz widerspreche ist der wirtschaftliche Bereich. Auch wenn in den Medien totgeschwiegen, führt China einen aggressiven Wirtschaftskrieg gegen den Westen. Tausende chinesische Spionen betreiben Lizenzdiebstahl, sei es in Unternehmen oder Universitäten. Sie bezahlen Whistleblower, führen Hackerangriffe durch und betreiben protektionistische Politik – ökonomischer Nationalismus in Reinkultur. Wir lassen uns von China über den Tisch ziehen, was unserer Wirtschaft massiv schadet. Die Folgen sind Massenentlassungen und Verarmung. Und erklären Sie einmal einem amerikanischen Industriearbeiter, der seine Familie ernähren muss, dass keine wirtschaftliche Bedrohung vorhanden ist, wenn sein Betrieb nach einem Patentdiebstahl schliessen muss.

    Da bin ich ganz bei Bannon. Der Westen muss sich gegen diesen Angriff verteidigen.

    1. Die USA war bis in die 60-iger Jahre ein Land von europäisch-stämmiger Bevölkerung. Selbst die Gründerväter hatten bekannt, dass sie nur “white man of good character” in ihrer neuen Nation das Bürgerrecht erlauben wollten. Dies ist allerdings ab den 1960-iger Jahren immer mehr zugunsten einer mutli-ethnischen Gesellschaft aufgegeben worden. Insbesondere auch von Seite der angeblichen “Rechten”, sprich der Republikaner, Conservatives, etc., die sich sogar zu Aussprüchen verleiten liessen, wie dass Latinos “natural conservatives” (Charles Krauthammer) seien und deshalb aus wahltaktischen Gründen angesprochen werden müssten. Ein Kommentar dazu erübrigt sich.
      Für die USA mag der “economic nationalism” kurzfristig ein Weg sein, wie es Bannon formuliert bzw. Trump umzusetzen versucht. Deine Einschätzung zur chinesischen Gefahr sehe ich durchaus und teile ich ebenfalls. Nichtsdestotrotz ist das politische Programm von Bannon nur eine kurzfristige Antwort auf die Probleme der USA. Mit dem “Bannon-Programm” kann der demographische Niedergang der Weissen – die wie geschrieben der “founding stock” der USA sind – nicht aufgehalten werden. Es ist eine Illusion anzunehmen, dass eine USA ohne weisse Mehrheitsbevölkerung weiterhin eine Rolle in der Welt spielen wird. Wie für das US-Militär gilt auch für die US-Wirtschaft, dass diese massgeblich auf der Arbeitskraft der weissen Bevölkerung beruht und wenn die Weissen zur Minderheit werden, wird folglich auch der Niedergang der amerikanischen Wirtschaft einsetzen.

  3. Ich habe mich sehr gefreut, dass Roger Köppel einen so prominenten Gast einladen konnte. Auch über das Treffen von Alice Weidel und Steve Bannon war ich sehr positiv überrascht. Dieser Gedankenaustausch ist sehr wichtig. Man erkennt Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede. Diese wurden ja von Herrn Köppel auch angesprochen. Man soll und muss sich international vernetzen, dass machen unsere Gegenspieler auch. Bannon ist wirklich eine sehr interessante Figur und er hat Trump sehr viel geholfen.

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