Ausbildung für den Krisenfall und den Alltag

Wie ich bereits in meinen Preppingartikeln (Teil 1 und Teil 2) sowie meinem EDC-Artikel angeschnitten habe sind Kompetenzen eine der wichtigsten Dinge im Prepping. Die innere Einstellung ist ganz klar entscheidend, doch Ausbildung ist beinahe genauso wichtig!

Es gibt eine ganze Reihe Trainingsmöglichkeiten, die das Prepping betreffen. Formelle wie informelle – informelle betreffen oft so (scheinbar) banale Dinge wie soziale Kompetenzen oder Kochkünste und sind daher nicht Gegenstand dieses Artikels. Man sollte in jedem Lebensbereich und in jeder Art der Kunst mindestens die Grundkenntnisse erreichen, ganz im Sinne von Wilhelm von Humboldt! Dem Umfang geschuldet beschränkt sich dieser Artikel auf Ausbildung im Bezug auf Survival und Selbstverteidigung. Weitere Artikel zum Umgang mit Fahrzeugen, Unterkünften sowie Selbstverteidigung an sich folgen.

Der geneigte Prepper sollte sich nicht in paranoider Art und Weise darauf versteifen, dass die westliche, demokratische Lebensweise zwangläufig zusammenbrechen wird. Es ist eine Binsenwahrheit und eine Grundaussage der Geschichtswissenschaften, dass man die Zukunft nicht zuverlässig vorausgesehen werden kann. Prepping sollte daher als zweites Standbein verstanden werden und die berufliche oder akademische Ausbildung nicht vernachlässigt werden!



 

Achtsamkeit

Achtsamkeit umfasst bei weitem nicht nur Preppingthemen, sondern ist ein ganzheitlicher Ansatz. Die meisten Menschen sind heute nicht bei der Sache, sie lassen sich ablenken. Sie laufen gegen Hindernisse, weil sie sich im Straßenverkehr mit ihrem Smartphone beschäftigen. Sie überfahren Passanten, da sie nicht mit ihnen rechnen und die Grenzen ihres Fahrzeugs nicht kennen. Sie werden überfallen, da sie die zwielichtigen Gestalten nicht bemerkt haben. Achtsamkeit ist ein Wert und somit Handlungsgrundlage, die alle Lebensbereiche erfasst. Es fängt schon damit an, dass man sich sehr bewusst im Straßenverkehr bewegt, in gewählter Art und Weise kommuniziert und hört bei regelmäßigen Kontrollblicken nicht auf.

Fangt zunächst an, euch weniger mit Smartphones ablenken zu lassen. Eure Umwelt ist wesentlich wichtiger – sei es nun euer Gesprächspartner am Tisch oder der Vierzigtonner, den ihr sonst beim Straße überqueren überseht. Schärft eure Wahrnehmung, eure Instinkte – das fängt bei den Sinnen an, geht beim Achten auf das eigene Bauchgefühl weiter und endet im perfektionierten Umgang mit Menschen, Maschinen und Waffen.

Survival

Survivaltraining ist möglicherweise ein Randbereich des Prepping. Zur klassischen Vorstellung von Survival gehören so Dinge, die man auch in der Fernsehserie Lost finden könnte – Fangen und Schlachten von Tieren, behelfsmäßige Unterkünfte bauen, Feuermachen mit behelfsmäßigen Mitteln und Pflanzen essen. Manche Dinge sind sicherlich auch für Prepper nützlich – so dürfte Lieschen Müller froh sein, wenn sie mit einem Luftgewehr einen Dachhasen (Hauskatze..) erlegen und zerlegen kann. Aber sie wird sich bestimmt kein Jägerbett oder ein Zelt aus Palmwedeln während der Krisensituation in ihrem Stadtteil bauen. Ein gesonderter Survivalartikel folgt, wird aber wegen o.g. Gründen eher zur Auflockerung denn zur Ausbildungsgrundlage dienen.

Waffenlose Selbstverteidigung

Beim Erlernen der waffenlosen Selbstverteidigung sollte man eine genaue Vorstellung entwickeln, welche Art der Selbstverteidigung zu einem passt und wie man diese erlernen möchte. Vereinfacht gesagt gibt es bei waffenlosen Selbstverteidigung zwei Grundarten – die Kampfkunst und den Kampfsport. Erstere ist insbesondere in Deutschland leider oft Schattenboxen mit Meditationsansteil und zweiterer unterliegt Regeln, die zu einem gewissen Unterhaltungswert oder einem geringen Verletzungsrisiko führen sollen. Beide Arten (und auch Krav Maga, die sich als keines von beidem versteht) haben ihre Nachteile – die reinen Schattenboxen/Kampftänzer werden tendenziell aufs Maul bekommen, weil sie im echten Kampf Angst kriegen und erschrecken, dass sie trotzdem getroffen werden, obwohl sie vermeintlich technisch überlegen sind. Die reinen Kampfsportler werden mit Entsetzen feststellen, dass es im Straßenkampf keine Fairness oder Ritterlichkeit gibt! Insofern sollte man aus beiden Bereichen sinnvolle Inhalte zusammen mit einem Straßenabitur zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügen. Und hütet euch vor Leuten, die sich als Weltmeister darstellen – diese haben oft nur wenige Dutzend Kontrahenten und die Wettbewerbsregeln mit aufgestellt, sodass dieser Titel nur wenig Aussagekraft hat.

Es ist für alle Bereiche wichtig, sich eine gewisse Grundfitness zu erhalten. Dies betrifft aber insbesondere die waffenlose Selbstverteidigung – da gibt es nur ganz Wenige, die von der Bereitschaft und Technik so gut sind, dass sie es nicht nötig haben zu trainieren.

Das ultimative und moralisch fragwürdige Training ist der Ernstfall auf der Straße. Das sollte aber wohlüberlegt stattfinden – die Gegner könnten beispielsweise plötzlich Waffen ziehen oder ihr könntet in rechtliche Schwierigkeiten kommen!

 

 

 

 

Praxisbeispiele

2018 – Ralf Müller ist ein Student in seinen Sturm- und Drangjahren. Nach der Lektüre eines fragwürdigen Artikels im Internet und einigem Kraft- und Selbstverteidigungstraining beschließt er, seine Kampfkompetenzen im scharfen Durchgang zu üben. Vor einer Disco rempelt er “versehentlich” einen Alphakevin an – die beiden Streithammel provozieren sich gegenseitig, bis Ralf den Kevin schnell und brutal waffenlos niederkämpft. Zwar sieht Ralf bis auf ein paar Hämatome bisher noch gut aus, doch leider hat er die Kumpels des Alphakevins übersehen, die zwischenzeitlich aus ihren billig getunten Autos die Messer geholt haben und auf Ralf zustürmen. Zum Glück kriegt er schnell genug seinen Gürtel gezogen – er schwingt die Gürtelschnalle am langen Gürtel, kann sich mit Müh und Not den Weg freikämpfen und flüchtet. Allerdings wird er auf dem Heimweg aufgrund seiner verräterischen Kleidung und Kampfspuren aufgegriffen und strafrechtlich verfolgt.


 

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Triarius – der junge Geschichtsstudent diente mehrere Jahre in infanteristischen Verwendungen bei der Bundeswehr. Seine Freizeit verbringt er bevorzugt in der Natur, betreibt aber auch leidenschaftlich gerne Motorsport.

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