Douglas Murray: der seltsame Tod Europas – Immigration, Identität und Islam

Europa begeht Selbstmord. Oder zumindest die Anführer Europas haben beschlossen, Selbstmord zu begehen.

– Douglas Murray: der seltsame Tod Europas – Immigration, Identität und Islam

Das ist der Einleitungssatz eines aufwirbelnden Buches von Douglas Murray, einem liberalkonservativen Autor aus Großbritannien. Dieser bebrillte Gentleman mit der britischen Zunge und dem feinen Anzug ist nicht unbedingt das, was man als einen Verschwörungstheoretiker oder Panikmacher bezeichen würde. Lange Jahre beriet er die britische Politik und schrieb für renommierte Blätter wie den Guardian. Er ist schwul, liberal und bezeichnet sich selbst als neokonservativen Freidenker. Aber seit Mai 2017 wird Murray fast nur noch mit Handschuhen von den Massenmedien angefasst, dafür aber von alternativen Medien wie dem Rubin Report, Stefan Molyneux und liberalen Foren in Kontinentaleuropa und USA hofiert. Nicht, dass man ihn aus der Öffentlichkeit verbannt hätte. Aber der Enthusiasmus ist verschwunden, mit dem Murray noch vor einigen Jahren herumgereicht wurde, wenn man sich seine Auftritte chronologisch im englischen Fernsehen auf Youtube anschaut. Denn 2017 schrieb er sein phänomenales Werk «The Strange Death of Europe – Immigration, Identity and Islam»  und sorgte bei vielen in seiner Heimat für aufgeregte Schnappatmung.

Murray beginnt sein Buch mit der depressiv konnotierten Aussage, dass Europa stirbt – ja, einen Selbstmord begeht.  2015, so sagt er, habe es bei ihm endgültig Klick gemacht und er musste mit eigenen Augen sehen, was im Europa von Sokrates und Kant vor sich geht. Für sein Buch ging er ans Mittelmeer, auf die Insel Lampedusa und auf den Balkan, um selbst zu sehen und zu beobachten, wie sich die Migrationskrise auf Europa auswirkt.

Seine Analyse ist dramatisch und erschreckend simpel zugleich: Europa ist müde. Des Lebens müde und will einfach nicht mehr, nimmt hin und lässt sich von der Geschichte fortspülen. In Europa glaube man nicht mehr an das Ideal einer goldenen und besseren Zukunft, an die Überlegenheit der eigenen Zivilisation, und daher sei es so einfach für den Islam, der es in Murrays Buch nur in den Untertitel schafft, sich problemlos auszubreiten und den Kontinent Europa zu kolonisieren. Und er meint mit dem Selbstmord Europas nicht die Steuerpolitik, die EU-Debatten um Gurkennormen oder sonstige Unwichtigkeiten. Es geht um einen zivilisatorischen Verfall und eine Abkehr vom Glauben an die westliche Wertegesellschaft, die der Beliebigkeit preisgegeben wird, weil man Humanität um jeden Preis kaufen möchte. Vor allem die Deutschen anaylisiert er treffend, die sich von allen Flüchtlingsverrückten am meisten hervorgetan haben, und deren Kanzlerin die Tore aufstieß für mehrere Millionen der landhungrigen Völker anderer Kontinente.  Und dabei war Murray immer ein Advokat für die maßvolle und gesunde Einwanderung, den liberalen Geistesbürger und unrassistischen Umgang mit allen Menschen.  Dass die Europäer aber der Fantasie erliegen, dass man die jetzt kommenden Millionen und Millionen der nächsten Jahrzehnte in eine Wertegesellschaft westlicher Ideen integrieren könnte, erschreckt und irritiert ihn zutiefst. Daher ist es auch der seltsame und nicht der langsame Tod Europas.

Die Schweden, die jetzt mitten im Leben stehen, werden noch in ihrer Lebenszeit erleben, dass sie zur Minderheit im eigenen Land werden. […] Die Europäer werden den einzigen Platz auf der Welt verlieren, den sie ihre Heimat nennen können.

-Douglas Murray: der seltsame Tod Europas – Immigration, Identität und Islam

Für ihn scheint es so, dass die Europäer alle an der selben Krankheit erkrankt sind, welche ihr Immunsystem geschwächt hat und den europäischen Körper bereit zum Erobertwerden macht. Für Murray ist Europa nicht mehr ein Europa der Völker und Stämme, sondern der Ideen, womit er die Aufklärung, die hellenische Zivilisation und das Christentum meint. Aber er sagt auch klar, dass, wenn die Europäer ihre Ideen so einfach preisgeben, es wieder ein Europa der Stämme geben würde. Man habe entweder eine Gesellschaft auf der Grundlage von Werten oder auf der Grundlage von Blut und Abstammung. Letztere lehnt Murray derzeit ab und ersucht die Europäer, wenigstens ihre Werte zu verteidigen, wenn sie denn schon nicht mehr an den Tribalismus glauben, der von den neuen Migranten wieder hier eingeführt wird.



Am deutschen Wesen soll die Welt genesen?

Angela Merkels Grenzöffnung sieht er nicht als große Verschwörung, sondern als deutschen Komplex und Schatten unserer Vergangenheit. Für ihn ist es wahrscheinlicher, dass die deutsche Regierung einfach den Gedanken nicht ertragen konnte, dass die Presse Bilder von deutschen Grenzpolizisten machen könnte, die Migranten dunkler Haut- und Haarfarbe an den Grenzen Europas gewaltsam abwehren. Nicht nach den Fehlern des Nationalsozialismus, die viele in der deutschen Gesellschaft mit zunehmendem historischen Abstand scheinbar nachträglich beheben wollen. Die Deutschen wollen aus dem Komplex ihrer Historie heraus da siegreich sein, wo Franzosen, Briten, Italiener und alle anderen zuvor in Europa bereits scheiterten: nämlich an der Verwirklichung der perfekten multikulturellen Gesellschaft. Für Murray ist es besonders irritierend, dass die meisten anderen Europäer den Irrweg der Deutschen in seinem Extremismus erkennen und fürchten. Nur die Deutschen selbst scheinen blindlings den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen und beharren auf ihrem Fehler, auch wenn er offensichtlich geworden ist. Dies mag wohl eine deutsche Eigenschaft sein, die Murray nicht versteht, weil er Hagen von Tronje und die Nibelungentreue vermutlich nicht kennt.  Dennoch analysiert er insofern richtig, dass ein neuer fanatischer Pseudo-Humanismus um jeden Preis, also die Auflösung Europas für das Heil eines winzigen Teils der Welt, die neue Lebensideologie vieler Europäer geworden ist. Vor allem der Deutschen, die aber auch den gesamten Westen des Kontinents mit ihrem Gift infiziert haben. Wobei auch Murray notiert, dass es eben nicht nur Deutschland, sondern auch globalistische Kräfte wie der Milliardär George Soros sind, die einen erheblichen Beitrag am «push for globalism» haben, welcher die europäische Staatenordnung auflösen wird. In der schwarz-weißen und einfältigen Fantasie der Globalisten wird der Islam, der jetzt nach Europa drängt, zur Rasse erklärt und jeder Widerstand gegen die Ideologie des Koran wird zum Rassismus gemacht. Vor allem die marxistische Linke, denen das Proletariat abhanden gekommen ist, habe in den entwürdigten Massen der dritten Welt ihre neue Wählerschaft gefunden.

Douglas Murray ist verliebt in Europas Kultur, seine freiheitlichen Werte, seinen Charme und seine historische Kraft. Und auch wenn ich ihm nicht in jedem Punkt zustimme, sagt er doch sinngemäß etwas sehr wichtiges in seinen Vorträgen und Zeilen:

Wenn das hier schief geht, und das wird es, werden zukünftige Generationen dich und mich fragen, was wir denn damals gegen diese Entwicklung unternommen haben.

Und Murray scheut sich nicht das Kind beim Namen zu nennen – A great replacement!

Es ist ein großer Bevölkerungsaustausch, wo eine nach unten negativ tendierende, also massiv alternde europäische Bevölkerung, eine junge und fruchtbare neue Bevölkerung aus Afrika und Asien aufnimmt. Und all dies in so großer Zahl und in so kurzer Zeit, dass keine Hoffnung darauf besteht, dass die Neuankömmlinge überhaupt viel von der europäischen Zivilisation aufnehmen können, weil die Europäer in diesem Tempo einfach schneller verschwinden werden, als sie lehren können. Douglas macht klar, dass es ihm mehr um den Verlust der Ideen Europas und seiner Zivilisation, also um seine weiße Bevölkerung geht. Aber er leugnet nicht, dass ohne die Träger dieses Wissens auch keine Fackelübergabe an andere Völker mehr stattfinden kann. Vor allem nicht, wenn eine solch offensive und von sich selbst überzeugte Kraft wie der Islam uns verdrängen wird.

 

Es ist grotesk zu behaupten, Europa wäre seinen Muslimen nicht gerecht geworden. Es ist mehrfach offensichtlich geworden, dass es der Islam ist, der Europa nicht gerecht wurde

– Douglas Murray: der seltsame Tod Europas – Immigration, Identität und Islam

 

 

Hat dir der Beitrag gefallen? Wir auf YOUNG GERMAN stecken viel Arbeit und Herzblut in unsere Artikel und wollen uns dauerhaft als alternatives Medium etablieren. Du kannst dich bei uns bedanken, indem du auf Facebook oder Minds.com dein “Like” hinterlässt, uns einen Kaffee spendierst oder ein monatlicher Unterstützer auf Patreon wirst. Mit deiner Hilfe wollen wir wachsen und ein unabhängiges alternatives Medium zu den Massenmedien anbieten!


Buy Me A Coffee at Ko-Fi.com

https://www.patreon.com/Younggerman https://www.facebook.com/TheYoungGerman https://www.minds.com/Younggerman

Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

One thought on “Douglas Murray: der seltsame Tod Europas – Immigration, Identität und Islam

Schreibe einen Kommentar

Kommentareingaben werden zwecks Anti-Spam-Prüfung an den Dienst Akismet gesendet. Gespeicherte IP-Adressen werden nach 7 Tagen gelöscht. Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Angaben und Hinweise zum Widerrufsrecht finden sich in der Datenschutzerklärung.