Aufreger der Woche: ARD Themenabend

Flucht aus Europa

Ein Themenabend in der ARD, nach einem unter massiven Polizeiaufgebot verlebten Beginn des neuen Jahres angekündigt, direkt zu Beginn des Landtagswahlkampfes in Schleswig-Holstein auszustrahlen. Was kommt da passender  als ein Spielfilm der sich mit dem drängendstem Thema unseres Vaterlandes und unserer Gesellschaft auseinandersetzt: Der drohenden Machtübernahme von rechts. Und welche Konsequenzen eine Regierung wie nun in unserem schon immer bösen Nachbarland zwingend nach sich ziehen wird, bekommt der geneigte Zuschauer hier wunderbar ausgemalt: gute Muslime, Flucht, Vertreibung, Schlepper,  Menschenrechtsaktivisten und natürlich böse, enteignende Nazis welche an alledem Schuld sind. Doch lest selbst:

Wie konnte es dazu kommen?

Das Meeting der Redaktion bei den Verantwortlichen sah dann wahrscheinlich ungefähr so aus:

Programmdirektor: «Was haben wir für 2018?»

Drehbuchschreiber A: «Ein Fluchtdrama mit Sechsjährigen aus Marokko, die beim Grenzzaunübertritt in Ceuta einen olympischen Rekord aufstellen.»

Programmdirektor: «Schon nicht schlecht, aber ein wenig vorvorgestern. Vielleicht etwas aktuelleres?»

Drehbuchschreiber B: «Ein Krimi mit einer rechtspopulistischen Partei im Mittelpunkt, die auf keinen Fall die AfD ist, aber doch irgendwie.»

Programmdirektor: «Ich höre Ihnen weiter zu …»

Drehbuchschreiber B: «Linksextreme verüben ein Attentat auf den Parteivorsitzenden und …»

Programmdirektor: «Linksextreme?!»

Drehbuchschreiber C: «Er war ja noch gar nicht fertig. Der Linksextremist ist in Wirklichkeit ein radikaler Anhänger der Auf-keinen-Fall-die-AfD-Partei und möchte moderate Parteimitglieder unter falscher Flagge ausschalten und der ermittelnde Kommissar hält während des Krimis eine inspirierende Rede für die offene Gesellschaft und am Ende nehmen alle Protagonisten Flüchtlingskinder auf, weil sie die Wahrheit erkannt haben.»

Drehbuchschreiber A: «Da könnte man ein Crossover mit meinem Fluchtdrama machen …»

Programmdirektor: «Hmmmhmmm, ich weiß ja nicht. Das könnte uns leicht als Propaganda ausgelegt werden, da muss ich noch mal eine Nacht drüber schlafen und das Gebührenkonto checken. Sonst irgendwas?»

Drehbuchschreiber D: «Ich hab mitgehört und ich hab voll den guten Einfall. Wieso machen wir nicht ein Fluchtdrama, aber statt der marokkanischen Kinder nehmen wir white germans und die müssen aus Europa nach Afrika fliehen, weil rechtspopulistische Parteien die Macht übernommen haben. Das wäre voll der Mindfuck und würde bestimmt viele Gebührenzahler zum Umdenken anregen, weil wir total mit den expecations messen und die Leute aus ihrer comfort zone reißen!»

Programmdirektor: *loggt sich in Gebührenkonto ein, zufrieden die Melodie der Tagesschau summend*

Für mehr Realismus bei solchen Produktionen

Mir fehlt hier eigentlich etwas mehr Realismus: Der Menschenrechtsaktivist hat zunächst seine beiden Kinder loszuschicken, weil ihm die Mittel zur Finanzierung der Flucht der gesamten Sippe fehlen. Auf dem Weg in die «Südafrikanische Union»hat der Sohn dann die Tochter an böse russische Menschenschmuggler zu verkaufen, um die weitere Flucht zu finanzieren. Im Gastland angekommen beginnt er dann, vor allem weil die Mehrheitsgesellschaft nicht nett genug zu ihm ist, eine Karriere als Spezialist für Spontane Eigentumsübertragungen. Es folgen gravierendere Straftaten bis die Regierung der «Südafrikanischen Union»  sich entschließt, dass es so ja nun nicht weiter gehen könne und die Familie, also alle Onkels, Tanten, Großcousinen und wer sich sonst alles findet, schnellstmöglich nach Südafrika ausgeflogen werden muss.  Schlusszene dann: Aufblende, vereinte Familie am Sonnenuntergang vor malerischem Bergpannorama. Machen wir uns keine Sogen! Am Ende wird doch alles wieder gut.
Außer für Nora. Der russische Menschenhändler hat sie nämlich nach Polen verkauft. Dort ist die Situation noch viel schlimmer und sie muss als minderjährige Sexsklavin den Gelüsten der dortigen Nazi-Elite dienen.

Das Jahr 2018 steht in den Startlöchern. Zur «Goldenen aktuellen Kamera» in der Kategorie >>Politerziehung<< liefert der Staatsfunk hier zuverlässig einen der Top-Anwärter.
Da zahlt man doch gerne seine Demokratieabgabe – und freut sich auf die Dinge, die da noch kommen.

Link zum Fundstück: http://www.daserste.de/specials/ueber-uns/themenabend-flucht-aus-europa-100.html

Ach ja: auf die im Anschluss stattfindende Talkrunde mit Sandra Maischberger freue ich mich besonders.

M. Bruhns

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Libertär-konservativ – schreibt hier vor allem über internationale Politik.
Schuftet nebenbei in den Goldminen als Aushilfsarbeiter.

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