Krieg mit Nordkorea – eine Simulation spielt durch wer gewinnen würde

Die öffentliche Debatte betreffend Südkorea und Nordkorea hatte sich in den letzten Wochen wieder aufgeheizt. Grund genug für mich, dass ich eine interessante Simulation anführe und wir uns anschauen, wie die Situation «on the ground» auf der Halbinsel von Korea sich entfalten könnte.

US-Militärs haben in einer Computersimulation durchgetestet wer diesen Konflikt gewinnen würde, wenn der Kalte Krieg heiß wird. Dabei kommt heraus, dass die Nordkoreaner tatsächlich gute Chancen haben Seoul einzunehmen und den Süden zu besiegen, wenn sie schnell und entschlossen handeln und die ersten Gefechte in den ersten 30 Tagen gewinnen können. Denn so viel Zeit brauchen die USA und ihre Verbündeten, um die nötigen Streitkräfte zur Unterstützung ihrer südkoreanischen Verbündeten zu mobilisieren und anzulanden. Alles unter der Voraussetzung, dass der Krieg nicht automatisch nuklear ausgetragen wird. Hier ist man jedoch auf Seiten der USA optimistisch genug, da die Raketenabwehr an der Westküste gut genug sein dürfte, um die wenigen tauglichen Raketen der Nordkoreaner abzufangen.

Die Stärke der Nordkoreaner läge in diesem Szenario jedoch in ihrer numerischen Überlegenheit und ihrer Artillerie, die auch das Zentrum von Seoul und die urbane Konglomeration um die Stadt herum treffen könnte, in der rund 25 Millionen Menschen leben. Ein Krieg mit Nordkorea wäre für die Halbinsel, so Mad Dog Mattis, unglaublich tragisch. Eine Auseinandersetzung mit konventionellen Mitteln dürfte eine ähnliche Dimension annehmen wie eine Schlacht zwischen Warschauer Pakt und NATO während des Kalten Krieges im Zentrum von Deutschland. Binnen weniger Stunden wären auch mit konventionellen Waffen Hunderttausende, wenn nicht sogar Millionen Menschen gestorben, wenn in der norddeutschen Tiefebene Ost und West aufeinander getroffen wären.  So könnte es sich auch in Korea verhalten, wenn die Nordkoreaner durchdrehen oder aber die USA mitsamt Südkorea und Japan entscheiden, dass man einen Angriff wagen kann.

An der unmittelbaren Grenze zwischen Nordkorea und Südkorea stehen die Waffensysteme beider Nationen aufeinander gerichtet und sollte es zum Feueraustausch kommen, würden nordkoreanische Artillerie, vor allem Raketenartillerie, eine apokalyptische Zerstörungskraft in Seoul und Umgebung entfalten können, noch bevor überhaupt die ersten Flieger in der Luft sind. Binnen weniger Minuten könnten viele Tausend Raketen auf die Hauptstadt des Süden hageln und diese moderne Weltmetropole in ein glühendes Inferno verwandeln. Chemische und biologische Waffen könnten dabei ebenfalls zum Einsatz kommen. Die einzige Chance der Nordkoreaner auf Sieg dürfte dennoch darin bestehen, den Krieg so schnell wie möglich zu entscheiden und Südkorea durch «overwhelming force» mit einem Erstschlag zu überwältigen. Nach dem Raketenbeschuss würde eine theorethische Invasion über die Grenze mit Panzern und motorisierter Infanterie erfolgen, während die nordkoreanischen Marineeinheiten einerseits versuchen werden anzulanden und Anlandeversuche des Südens abzuwehren. Unterlegen sind die Nordkoreaner wahrscheinlich bei ihrer Luftwaffe und müssten darauf abzielen, die Flughäfen des Südens schnell zu zerstören und die Angriffe aus der Luft durch schiere Masse zu ertragen. Nicht klar ist, ob der völlig ausgehungerte und arme Norden einen längeren Konflikt überhaupt aushalten könnte. Es scheint logisch, dass die Nordkoreaner alles daran setzen müssten, um den Krieg schnell zu gewinnen und keine Zeit zu verlieren, da sie vermutlich kaum Reserven haben.

Sollte Südkorea nach ca 20-30 Tagen noch nicht besiegt sein, wären die USA und ihre Partner in der Lage neue Kräfte heranzuführen und die Nordkoreaner auf ihrem Vormarsch zu binden und schlussendlich zu werfen (so zumindest das Szenario), wenn es nicht vorher zum nuklearen Schlagaustausch kommt.

Relativ sicher ist, dass ein Krieg auf der Halbinsel so unfassbar desaströse Dimensionen annehmen würde, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt haben. Millionen Opfer innerhalb der ersten Wochen wären eine noch ziemlich optimistische Einschätzung.

 

(ein lustiges Propagandavideo aus dem Norden)

 

Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:A_combat_controller_watches_as_a_C-17_Globemaster_III_lands_(28619796571).jpg


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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