Heldenkampf auf den Philippinen gegen den Islamischen Staat

Muslimische Extremisten in Malaysia, Indonesien, den Philippinen und Thailand haben dem Islamischen Staat Treue und Anhängerschaft geschworen, in dem Versuch die Staaten Südasien und Südostasiens niederzuwerfen und auf ihren Ruinen islamische Gottesstaaten zu errichten. Die Zielsetzung der Islamisten dieser Region wird von den Medien hier im Land nur stellenweise korrekt dargestellt. Während richtig ist, dass der IS und seine «Affilliate groups» (andere Islamisten) in bestimmten Regionen Südasien ihre muslimischen Autonomiegebiete freikämpfen wollen, wird oft nicht erwähnt, dass das Kalifat sich über ganz Südasien erstrecken soll. Nicht einige Gebiete, sondern eben jeder Flecken Erde auf der ganzen Welt soll zu Allah beten.



Im Herbst 2016 infiltierten die Islamisten aus dieser Region die Philippinen, welche neben Indonesien eine der größten Mächte in dieser Region des Pazifik sind und seit Jahren unter einem brutalen Drogenkrieg leiden, der sich ähnlich tödlich wie der mexikanische Kartellkrieg entwickelt hat. Überall bildeten sich kleine Zellen von Islamisten, die mit ausländischer Finanzhilfe und Drogengeld Waffenarsenale aufstockten und ihre ersten kleineren Angriffe, beispielsweise Anschläge mit Macheten und Sprengsätzen, durchführten. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Islamisten in den Philippinen bereits die offizielle Segnung aus Syrien bekommen, durch welche sie von der Führung des IS als offizieller Ableger legitimiert wurden. Der Influx von Kämpfern aus aller Welt, darunter sogar Länder wie China und Usbekistan und Türkei, führte zum raschen Anschwellen der Kampfstärke des IS in den Philippinen. Das Inselreich wurde als neues Paradies für den Dschihadismus auserkorenen, weil man wohl glaubte, dass man in einigen Gebieten, wo Muslime eine Mehrheit oder starke Minderheit der Bevölkerung stellen, leichtes Spiel mit den Behörden haben würde. Die Etablierung eines islamischen Teilstaates auf einigen dieser Inseln erschien also machbar.

Am 23. März begann der Angriff der Islamistengruppen von Abu Sayyaf und Maute auf Marawi.

Die Stadt selbst hatte bereits vor dem Angriff der Islamisten eine Population von ca. 98% Muslimen und ist auch eine Stadt, in der eine abgeschwächte Version der Scharia als Rechtsgrundlage akzeptiert wird. Dennoch ging die Rechnung der Islamisten nicht vollständig auf, obwohl es ihnen im Blitzangriff zunächst gelang die lokalen Sicherheitskräfte in der Stadt zu besiegen und viele von ihnen zu töten. Auch die christlichen Kirchen in Marawi fielen dem Hass der Islamisten zum Opfer und es kam zu unzähligen brutalen Übergriffen auf die zivile Bevölkerung, welche zwar muslimisch war, sich interessanterweise größtenteils passiv gegenüber den Islamisten verhielt.  Es gab kaum bzw. kein Jubelgeschrei für die arabischen, chinesischen und südasiatischen Islamisten, die teilweise nicht einmal die Landessprache sprechen konnten und sich äußerst brutal gegenüber der eigenen muslimischen Bevölkerung verhielten. Die Sittengesetze, welche von der muslimischen Bevölkerung Marawis geachtet wurden und uns konservativ erscheinen, waren den Islamisten des IS einfach nicht steinzeitlich genug. Massenerschießungen von Polizisten, Beamten und Lehrern waren in den ersten Wochen nach der Eroberung Marawis an der Tagesordnung.

Auffällig war der hohe Anteil an amerikanischen M16 Sturmgewehren und leichten Mörsern und RPGs, welche teilweise aus dem Nahen Osten bis nach Marawi geschmuggelt wurden. Eine logistische Leistung, die nicht zu unterschätzen ist, da man davon ausgehen muss, dass Schmuggelkanäle der Islamisten auch relativ leicht Kriegswaffen in das viel nähere Europa bringen können.

In den ersten Tagen der Schlacht um Marawi war klar geworden, dass aus den kleinen Terrorzellen auf den Inseln des Pazifik eine beachtliche Armee herangewachsen war, welche teilweise mit Hochtechnologie (Drohnen, GPS) operieren konnte und eine Streitmacht von ca. 1200-2000 Islamisten in die Schlacht führen konnte. Die Regierung von Rodrigo Duerte, den man auch den verrückten Duerte nennt, reagierte unverzüglich und mit der nötigen Härte. Dabei streckten sowohl die USA als auch Australien, China und die benachbarten Inselnationen ihre helfenden Hände aus, um die Islamisten auf den Philippinen zu besiegen. Dabei half der Fakt, dass die unglaubliche Brutalität der IS-Kämpfer dafür gesorgt hatte, dass von der lokalen muslimischen Bevölkerung kaum Unterstützung für die oft als fremd empfundenen Kämpfer kam. Ein großer Teil der philippinischen Armee besteht selbst aus Muslimen und die Nation von Duerte ist eine, welche sich aus fast allen Religionen dieser Welt zusammensetzt. In ihr dienen Buddhisten, Hindus, Muslime und Christen erfolgreich zusammen.

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Viel Zivilbevölkerung hatte Marawi wenige Wochen nach dem Angriff der Islamisten verlassen und den Weg frei gemacht für eine Gegenoffensive zur Rückeroberung der Stadt, welche daraufhin von Duertes Truppen unter Feuer genommen wurde, bevor der Befehl zum Stürmen erklang: «Tötet sie alle» und «Ich werde eure Leber essen!» sind die martialischen Worte des Häuptlings Duerte, der sich nicht zu schade war die Frontlinie zu besuchen und sich dort mit den Truppen beim Kampf um die Stadt ablichten zu lassen. «Wir tun es für die Philippinen und die Nation» sagt Duerte sinngemäß in seiner langen Rede zum Volk und scheint mit dieser Methode mehr Erfolg zu haben, als die Islamisten. Die nationale Idee, dass die Philippinen trotz verschiedener Religionen zusammengehören, scheint zumindest für den Moment gesiegt zu haben. Nach mehreren Monaten heftiger Straßenkämpfe in den Ruinen von Marawi, gelang es den Truppen von Duerte die Islamisten vernichtend zu schlagen und über 1000 von ihnen zu töten.

Gebannt ist die Bedrohung durch den IS jedoch nicht, da klar geworden ist, dass sich die Islamisten ein großes und scheinbar unsichtbaren Netzwerk in Südasien und Südostasien aufgebaut haben, welches seine Tentakel bis nach Syrien austrecken kann. Dennoch möchte ich in all dem Elend auch mal gute Nachrichten bringen. Und die Nachricht, dass die Philippinen dem Islamismus eine vernichtende Niederlage beigebracht haben und viele Tausend Kämpfer des IS töten konnten, ist eine mehr als gute Nachricht.

Duerte ist übrigens beliebt wie nie, trotz des Geiferns ausländischer Journalisten im Westen und der Tatsache, dass er ein autoritärer regierender Nationalist ist.


 

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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