Wittenberg Lutherstadt im Juli – 500 Jahre Reformation

Lang versprochen und nun endlich umgesetzt. Mein kleiner Reisebericht aus Wittenberg Lutherstadt. Ich habe das jetzt seit Juli vor mir hergeschoben und muss auch leider verkünden, dass ich die guten Fotos mit der Spiegelreflexkamera nicht mehr habe (sind bei der Ex). Daher müssen die wenigen Handyfotos genügen und ich versuche die Geschichte des Ortes ein wenig zu umreißen.

Im Titelbild kann man einen Ausschnitt des Luther-Panoramas sehen, welches derzeit noch in Wittenberg besucht werden kann. Der Künstler Yadegar Assisi hat sich hier wirklich viel Mühe gegeben und die Liebe zum Detail scheint hindurch, wenn man das Panorama, welches mit Sound unterlegt ist, auf sich wirken lässt. Martin Luther wird dort in verschiedenen Momenten seines Wirkens in Wittenberg dargestellt. Mode und Stil seiner Zeit sind gut eingefangen, genau wie gesprochener Dialog und Hintergrundgeräusche den Besucher sehr gut einfangen können. Man fühlt sich ins Mittelalter zurückversetzt und anwesend, als Luther seine Thesen an die Kirchentür nagelt. Für einen Preis von ca. 11 Euro pro Person kann man das Panorama besuchen und wird am Ende, wie sich das für strebsame Protestanten und die protestantische Ethik gehört, durch den Geschenkeladen am Ende geleitet, wo man sich mit Lektüren und Krempel rund um Luther und die Reformation eindecken kann. Inklusive Schokolade mit dem Wittenberger Logo.

 

 

Beim Spaziergang durch die Stadt ist mir mal wieder klar geworden, wie wenig alte Architektur es eigentlich in Berlin noch gibt. Wittenberg ist eine  gefühlt mittelalterliche Stadt in Deutschland, die viel Charme hat und des Nachts erstaunlich ruhig und langweilig ist. Provinziell und sauber. Hinderte drei blondgelockte deutsche Teenager jedoch nicht daran, mit einem Ghettoblaster auf dem Arm durch die Straßen zu laufen und sich für die coolsten Gangster der Welt zu halten. Wenn die nur wüssten, was denen bei so einem Verhalten im Clangebiet Hermannplatz drohen würde, wenn die sich dort Abends so aufführen würden.

Zum Jubliäum der Reformation (500 Jahre) war Lutherstadt selbstverständlich gut besucht und die kleinen Cafés und Restaurants waren, wie zu erwarten, meisten voll und mit Touristen aus aller Welt besetzt. Von einer koreanischen Christin haben wir uns in einem Raum der EDK dann Kaffee einschenken lassen. Kleines Sahnehäubchen: Playmobil verkauft dort diese coole Figur von Luther, die ich mir natürlich für den guten Preis von 3 Euro mitgenommen habe.

 

 

Ein Besuch im Lutherhaus selbst gehörte natürlich mit zum Programm. Leider fehlen mir eben 90% der geschossenen Bilder, sodass ich auch wenig zu dem Erlebnis in der Nachbetrachtung sagen kann. Sehenswert ist die Stadt mit seiner Geschichte auf jeden Fall. Aufgefallen ist mir dennoch, dass die Veranstaltungen der EDK sich größtenteils mit weltlichen Themen befasst haben, darunter viel Tagespolitik. Religiöse Themen, Theologie und Glaube waren eher Nebensache. Auch die zentrale Kirche erinnerte mich eher an eine Markthalle, gefüllt mit Touristen und knipsenden Besuchern, die auch in einer Kirche nicht kurz Innehalten konnten.



Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Wittenberg offensichtlich viel Nutzen aus seiner Rolle aus Lutherstadt zieht und die Geschichte des Reformators gut darstellt. Bedauerlicherweise empfand ich den starken Fokus der EDK bei den Veranstaltungsprogrammen als eher schädlich. Wunderschön hingegen war es in den warmen Sommernächten und Abenden durch die Altstadt zu laufen und wenig vom Hauch der Zeitalter einzuatmen. Die hohe Bedeutung, welche die Reformation für ganz Europa und die Welt hatte, wurde hinreichend erklärt und man spürt auch, dass die Geschichte einen besonders tiefen Abdruck in Wittenberg hinterlassen hat.  Noch ist Lutherjahr, noch kann man hinfahren und das Programm genießen!

Grüße aus Wittenberg Lutherstadt.

Posted by Young-German on Saturday, July 29, 2017

 


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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