China: Anhaltende Reisewarnung Deutschland – “Öffentliche Veranstaltungen meiden”

 

Das Oktoberfest ist teurer geworden und hat sich verändert, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Ca. 600 Polizisten und liebevoll Merkelsteine getaufte Barrieren aus Beton sollen verhindern, dass das größte Volksfest Deutschlands zum Austragungsort eines terroristischen Angriffs wird. Bei Besucherzahlen von mehreren Zehntausend pro Tag, müsste man als Terrorist auch ziemlich dumm sein, wenn man das Fest nicht zum Ziel machen würde. 1980 gab es dort einen rechtsextremen Bombenanschlag, der über einem Dutzend Menschen das Leben kostete. Die Vorstellung, was mehrere gut platzierte Sprengsätze oder ein oder zwei sehr entschlossene Angreifer mit automatischen Waffen hier anrichten könnten, lässt mich schaudern.


Vorgestern unterhielt ich mich mit einem alten Bekannten, der gerade aus China zurück ist. Er berichtete, dass die Reisewarnungen, die letztes Jahr in Ostasien von vielen Außenministerien unterschiedlichster asiatischer Nationen ausgesprochen wurden, in China weiterhin gültig sind und bekräftigt werden. Hong Kong verweist auf die Häufung islamistischer Anschläge in Europa und die verschlechtere Sicherheitslage nachts auf den Straßen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens. Der Fall der ermordeten Studentin in Freiburg, aber auch der Chinesin in Dessau, haben ihre Wellen geschlagen. Deutschland gilt als gefährlich für Reisende aus Asien und mein Bekannter erzählte mir, dass wohl viele den bei Ostasiaten sehr beliebten Besuch beim Oktoberfest lieber ausfallen lassen. Ob dies ein Grund dafür sein könnte, dass sich dieses Jahr noch weniger Wiesengäste eingefunden haben, lasse ich hier offen. Aber der Schluss liegt nahe, wenn man schon einmal dort gewesen war und sieht, wie viele Gäste tatsächlich aus dem asiatischen Ausland kommen. Die ganze Angelegenheit ist eine Randnotiz in der deutschen Politik, sagt aber doch aus, wie sich die Wahrnehmung Deutschlands in nur wenigen Jahren im Ausland verändert hat. Die öffentliche Meinung in Festland-China ist auch eindeutig negativ gegenüber der europäischen Flüchtlingspolitik eingestellt. Rufe von Seiten der UN und NGOs, dass China sich an der Aufnahme und Umsiedlung von Migranten/Flüchtlingen aus dem Nahen Osten und Afrika beteiligen sollte, stoßen auf taube Ohren. Die Tendenz geht dahin zu sagen, dass die derzeitige Krise eine Folge westlicher Interventionspolitik sei und man die Folgen nun auch dort zu tragen hätte, so die Kommentare unterhalb einer großen Online-Befragung: «Woher sollen wir wissen, dass das alles anständige Menschen sind? Sind sie plötzlich alle wunderbare Menschen geworden, nur weil sie Flüchtlinge sind?»

«Was wurde denn aus Deutschland wegen den Flüchtlingen? Sie haben die Wölfe im Schafspelz hineingelassen. Es ist nicht einfach eine stabile chinesische Gesellschaft zu erschaffen und wir müssen sie schätzen und beschützen», so ein weiterer Nutzer.

Die Euphorie für die europäische Flüchtlingspolitik, ich denke so viel kann man sagen, wird in der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt nicht geteilt. Auch nicht in Vietnam, Singapur, Japan, Südkorea oder Thailand. Auch nicht in Australien oder Russland. Bis auf die Schweden steht Deutschland mit seinem Kurs relativ isoliert in Europa.

Die Reisewarnung im Wortlaut:

Residents who plan to visit the country or are already there should monitor the situation, exercise caution, attend to personal safety, avoid travelling to places of large gatherings of people and pay attention to announcements by local authorities. Residents in Germany who need assistance may call the 24-hour hotline of the Assistance to Hong Kong Residents Unit (AHU) of the Immigration Department at (852) 1868 or contact the Chinese Embassy or Consulate-General in Germany


Quellen:

http://www.sb.gov.hk/eng/ota/note-Germany.htm
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/oktoberfest-wie-sicher-soll-die-wiesn-noch-werden-1.3668894
https://www.oktoberfest.de/de/article/Oktoberfest+2017/Zahlen/Das+Oktoberfest+in+Zahlen/3735/
http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Rund-600-000-Besucher-am-ersten-Oktoberfest-Wochenende-id40252167.html


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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