“Die Moschee Notre-Dame: Anno 2048” – Dystopie für Westeuropa aus christlich-orthodoxer Sicht

Die Moschee Notre-Dame Anno 2048

Der Papst hat abgedankt. Der Petersdom dient als Müllkippe für den Abfall Roms. Europas Großstädte sind ghettoisiert.
Jelena Tschudinowa entwirft das dunkle Bild eines Westeuropas, in dem die radikalen Strömungen des Islams die Oberhand gewonnen haben und die Scharia regiert. Paris wird zum Kristallisationspunkt, an dem sich Moderate, Arme und Ungläubige einer neuen muslimischen Elite unterworfen haben. Die Christen fliehen ein zweites Mal in ihrer zweitausendjährigen Geschichte in die Katakomben. Doch es regt sich Widerstand in allen Schichten. Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.

 



Klingt wie aus Metro 2033, nur ohne Atombomben und russische Gangster in der U-Bahn. Aber die Russen scheinen auch gerne depressive Dystopie zu genießen. Dennoch ist die Autorin (J)Elena Chudinova, eine streng gläubige russisch-Orthodoxe, mit dieser Zukunftsvision von einem großteils islamisierten und ghettoisierten Westeuropa, vor allem Frankreich, nicht alleine. Michel Houellebecq, der französische Autor der alten Linken, hat sich erst vor Kurzem zum Pariah der Nation gemacht und vor allem in Deutschland heftigte Kritik dafür geerntet, dass er in seinem Buch Unterwerfung das Schicksal Frankreichs als vom Bürgerkrieg zerissenes Land zeigte, in welchem eine scheinbar moderate, aber demographisch langsam dominante Mehrheit von Muslimen unter Führung eines belgischen Muslims in Frankreich die Macht übernehmen und das Land langsam, mit Hilfe der sozialistischen Linken, zur islamischen Autokratie ausbauen. Dass die Linken dabei als Steigbügelhatel für eine religiöse Halbtheokratie funktionieren, legte er schonungslos offen und sicherlich war dies ein Wink mit dem Zaunpfahl an seine ehemaligen Weggefährten. Mit Unterwerfung kommt ein Buch heraus, dass sich sehr ähnlich liest wie Moschee Notre-Dame: Anno 2048, welches bereits 2005 in Russland erschienen ist.

Dabei zeichnet Elena ein durchaus nicht unbekanntes Szenario: Europa ist geschwächt, von einer Identitätskrise erfasst, unsicher mit sich selbst und die liberale und multikulturelle Glückswelt, Wolke-17 und die Erlösung durch Vielfalt um jeden Preis, sind nicht eingetreten. Im Gegenteil kommt es so, dass die Zerrkräfte an den extremen Rändern der europäischen Gesellschaft, in diesem Fall Frankreich, dafür sorgen, dass das alte Land zwischen Atlantik und Mittelmeer auseinanderreißt und in sich zusammenstürzt. Die französische Elite, mehrheitlich weiße Urbevölkerung, stirbt langsam ab und zieht sich zurück. Im Jahre 2048 hat die Demographie Fakten geschaffen, sodass die Machtverhältnisse neu sortiert wurden und ein islamischer Gottesstaat im Herzen Westeuropas entstanden ist, der sich in Form der «Islamischen Union Europea» auch über die Beneluxstaaten ausgebreitet hat. In Osteuropa, eine Entwicklung die wir heute durch die Visegrad-Staaten sehen, bildet sich derweil eine Front gegen diese Union, die aus den Ruinen der EU entstanden ist. Russland und andere Nationen Osteuropas schließen sich zusammen, um die Einkreisung von Osten und Westen durch den Islamismus abzuwehren.  Mittlerweile ist im Jahre 2048 auch der Papst nicht mehr da und das erste Rom, das italienische Rom und Herz der katholischen Christenheit der Welt, ist gefallen. Das grüne Banner des Propheten Mohammed weht über dem Petersdom und alle ehemals christlichen Bauten sind in Moscheen umgewandelt worden. Alle Reliquien, alle Heiligtümer und Symbole der Christen sind zerstört worden. Rom ist gefallen und mit ihr fiel auch das Christentum in Westeuropa. Wer nicht bereit ist sich zu unterwerfen und als Dhimmi zu leben, also als minderer Bürger zweiter Klasse, flieht nach Osteuropa. So auch viele Katholiken aus Frankreich und Italien, die in Polen eine Konklave bilden, um den Widerstand gegen die totale Islamisierung des Kontinents einzuleiten und zu den Wurzeln wahrhaftig christlichen Glaubens zurückzukehren, was ebenso eine Identitätssuche nach Europa darstellt. Was vor etwa 1000 Jahren nicht funktionierte und im großen Bruch zwischen Konstantinopel und Rom endete, wirkt im Jahr 2048 jedoch positiv. Katholische Kirche und drittes Rom, also die russische-Orthodoxie, schließen sich in einer Zweckallianz zusammen, um Resteuropa vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

Währenddessen kommt es in den Fremden-Ghettos( dort wo die Christen und ursprünglichen Franzosen leben), zu blutigen Ausschreitungen der demographischen Mehrheitsgesellschaft gegenüber den Minderheiten. Pogrome gegen die Christen. Aber in den uralten Katakomben von Paris überlebt die Priesterbruderschaft St. Pius X. und andere christliche Widerstandsgruppen, die ähnlich wie im antiken Rom aus dem Untergrund heraus eine neue Resistance ins Leben rufen. Unterhalb der Al-Frankoni Moschee, der ehemaligen Kathedrale von Notre-Dame, beten die Menschen noch zu Jesus Christus und überdauern im Zeichen des Kreuzes, welches sie versteckt halten müssen. Der Atheismus Europas ist in sich selbst zusammengestürzt und implodiert, hat Platz gemacht im Herzen der liberalen Gesellschaft für den Fundamentalismus der Salafisten.  Für die letzten Christen in Frankreich beginnt der Countdown to Zero, als die Pogrome beginnen und sie bereiten sich auf die letzte Schlacht vor, eine ultimative Prüfung des Glaubens. Man fühlt sich an die Polen oder Juden in Warschau erinnert, die in den Aufständen in dieser Stadt während des Zweiten Weltkriegs mit einem ähnlichen Mut der Verzweiflung versuchten, ihre Freiheit und ihr Recht auf Existenz zu verteidigen.

Eine Dystopie, ein Sci-Fi-Roman, wie man ihn sicherlich verstehen kann. Angesichts der ausufernden Probleme mit der multikulturellen Gesellschaft, dem Scheitern des laissez-faire Ansatzes in der europäischen Einwanderungspolitik, dem Erstarken des islamischen Fundamentalismus in Europa, kein völlig aus der Luft gegriffener Gedankengang. In die Moschee Notre-Dame: Anno 2048 steht Europa als christlicher Kontinent vor dem Ende. Aber aus der Krise heraus entsteht auch neuer Impuls, neuer Eifer für eine Erneuerung.

 

 


 

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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