Chaldäische Christen zwischen Flucht und Genozid

Eine ungewöhnliche Meldung aus den USA sorgt für Bauchschmerzen bei mir. Die von Donald Trump geführte Regierung kehrt mit dem großen Besen durch das Land. Ziel sind illegale Migranten und solche, die keinen Anspruch auf Asyl genießen. Aktivisten und christliche Lobbys machen sich jedoch jetzt für etwa 200 chaldäische Christen stark, die von der Abschiebung betroffen sind und denen, bei Rückkehr in den Irak, Tod, Verfolgung und Folter droht. Im Irak leben nur noch etwa 200.000 Christen, deren Zahl sich seit der Invasion des Irak im Jahr 2003 drastisch reduziert hat. Wo vorher noch etwa eine Millionen Christen lebten, verweilt heute nur noch ein Fünftel davon. Hunderttausende haben die Flucht nach Europa, USA, Kanada oder Australien gewagt, während andere im Sand begraben liegen.



Muslimische Extremisten bekämpfen sich in der andauernden «Insurgency» und die Christen sind Prügelknabe aller Bürgerkriegsfraktionen. Kaum eine Woche geht vorüber, in der Christen nicht Opfer von Entführungen und Anschlägen werden.  Dass die Bürokratie der USA so hartherzig gegenüber den christlichen Flüchtlingen reagiert, erstaunt etwas. Eine Rückkehr in den Irak oder in die anderen Nationen des Nahen Osten ist derzeit kaum möglich und sogar lebensgefährlich.  Der ehemalige Erzbischof von Mossul, einer Stadt die vom IS erobert und verwüstet wurde, warnte den Westen vor der brutalen Christenverfolgung im Nahen Osten.  Noch zu Ostern erschütterten mehrere Anschläge Ägypten, wo die koptischen Christen ein bemitleidenswertes Dasein als Minderheit pflegen, wo sie doch einst noch vor einigen Jahrhunderten die Mehrheit der Bevölkerung stellten. Sollte sich keine Trendwende abzeichnen, rechnet eine Studie mit dem Ende der christlichen Minderheiten im Nahen Osten noch in diesem Jahrhundert, was ich durchaus für wahrscheinlich halte. Auch die Niederlage des IS wird den islamischen Extremismus und die Intoleranz der dortigen Regierungen nicht bremsen. Und das obwohl viele irakische und syrische Christen zurückkehren wollen. Die Rückkehr in ein Bürgerkriegsgebiet, welches sich quasi von Nordafrika bis in die kurdischen Autonomiegebiete erstreckt, ist jedoch nicht zumutbar.

Egal ob Beirut, Kairo oder Mossul. Überall kommt es zur Verfolgung der pre-römischen Christenheit in der Levante, welche nun, trotz teilweise erfolgreichem Widerstand gegen die Islamisten, ihr Heil in der Flucht suchen müssen. Dabei scheint es irrwitzig, wenn christliche Flüchtlinge dann zusammen mit ihren einstigen Peinigern im selben Asylheim sitzen müssen.  Sicherheitsdienste, besetzt mit muslimischen Mitarbeitern, schauen oft weg, wie die Welt jüngst berichtete.  Als ich letztes Jahr an der Berliner-Turmstraße entlang ging und eine Weile am Zaun des Aufnahmelagers stehen blieb, fiel mir auch auf, dass zwei junge Männer abseits der anderen Migranten/Asylanten standen. Sie trugen beide Holzkreuze um den Hals und blickten durch die Metallstäbe des Zauns, als läge auf der anderen Seite die  Erlösung.

Insofern erscheint mir , dass durch größtmögliche religiöse Pluralität und Toleranz für die Intoleranten, in diesem Fall zehntausende Islamisten in Europa, den wahrhaftig verfolgten Christen des Nahen Ostens ein Bärendienst erwiesen wird, wenn wir sie nach Europa holen, wo sie in sozialen und kulturellen Blasen der Migrantenghettos dann die selbe Verfolgung und Diskriminierung erleben, wie in ihren Heimatländern. Eines ist jedoch sicher: im Nahen Osten können sie bei derzeitiger Lage nicht bleiben, ohne dass man sie militärisch und politisch massiv unterstützt, was von unseren Regierungen nicht zu erwarten ist, da diese den Saudi-Arabischen Autokraten  und den anderen religiös völlig intoleranten Golfstaaten den roten Teppich ausrollen. Die christlichen Minderheiten sind für die Regierung in Deutschland, Frankreich oder Großbritannien und so weiter nicht von Interesse, da sie politisch ohne Gewicht auf der internationalen Bühne sind. Das Problem anzusprechen und zu beheben, würde bedeuten, dass man sein Auge auf auf Mekka und Katar richtet, wo der religiöse Extremismus und Hass auf alles was nicht islamisch ist, wie am Fließband produziert wird.


Hat dir der Beitrag gefallen? Wir auf YOUNG GERMAN stecken viel Arbeit und Herzblut in unsere Artikel und wollen uns dauerhaft als alternatives Medium etablieren. Du kannst dich bei uns bedanken, indem du auf Facebook oder Minds.com dein “Like” hinterlässt, uns einen Kaffee spendierst oder ein monatlicher Unterstützer auf Patreon wirst. Mit deiner Hilfe wollen wir wachsen und ein unabhängiges alternatives Medium zu den Massenmedien anbieten!


Buy Me A Coffee at Ko-Fi.com

https://www.patreon.com/Younggerman

https://www.facebook.com/TheYoungGerman

https://www.minds.com/Younggerman



Quellen:

Christian Genocide in Iraq: Priest Shares the Story of His People

http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/christliche-fluechtlinge-bis-zu-40-000-nicht-muslime-im-fluechtlingsheim-drangsaliert-14223089.html

https://www.evangelisch.de/inhalte/134327/09-05-2016/organisationen-gewalt-gegen-christen-asylheimen-wird-ignoriert

https://www.welt.de/politik/deutschland/article155691305/Christenhass-in-Asylheimen-und-das-Wachpersonal-sieht-weg.html

https://www.welt.de/politik/deutschland/article146919471/Islamisten-bedrohen-Christen-in-Fluechtlingsheimen.html

http://www.kirche-in-not.de/tag/chaldaer

https://www.theguardian.com/us-news/2017/jun/15/iraqi-christians-targeted-for-deportation

http://edition.cnn.com/2016/11/20/middleeast/iraq-christianity-peril/index.html


 

Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

Schreibe einen Kommentar

Kommentareingaben werden zwecks Anti-Spam-Prüfung an den Dienst Akismet gesendet. Gespeicherte IP-Adressen werden nach 7 Tagen gelöscht. Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Angaben und Hinweise zum Widerrufsrecht finden sich in der Datenschutzerklärung.