Trump und Mattis halten Versprechen: “Wir werden den Islamischen Staat auslöschen”

Vor einigen Tagen erst meldeten kurdische Truppen die Eroberung der Altstadt Rakka, die zum Zentrum des Islamischen Staates in Syrien gehörte. Hier hatte man vor einigen Monaten noch Dutzende Menschen von Hochhäusern gestürzt, hier hingen die abgehackten Köpfe von vermeintlichen Ketzern und Verrätern an eisernen Zäunen. Der IS befindet sich in ganz Syrien auf dem Rückzug. Die Regierung von Assad und die russischen Elemente an der Küste lassen sogar anklingen, dass der Bürgerkrieg sich seinem Ende entgegen neigt. Ob dem wirklich so sein wird, sobald der IS vernichtet ist, mag zweifelhaft, aber nicht umöglich sein. Zwischen Assad und den verbliebenen Kräften des Bürgerkrieges müsste ein Kompromiss geschaffen werden, da sich der Krieg sonst auch ohne Beitrag des IS sicherlich problemlos fortsetzen könnte.

Aber vergessen scheinen die turbolenten Auseinandersetzungen zwischen Moskau und Washington Anfang des Jahres. Mittlerweile verständigte sich Trump mit Putin auf einen temporären Waffenstillstand und man lenkte die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche: die Zerstörung des IS. Talal Selo von den Syrisch Demokratischen Kräften dazu noch im Frühling: «Mit Donald Trump ist alles besser geworden.»



Mittlerweile hat der IS, Stand August, 80% seines Territoriums verloren, welches er 2015 noch gehalten hat. Bombenangriffe der USA und der Russen gegen IS-Stellungen haben die Front des IS aufgeweicht und es den verschiedenen Streitparteien der anderen Seite erleichtert, die verlorenen Gebiete neu zu besetzen. Mattis, der wilde Hund, spricht sich für Einsätze von Spezialeinheiten, massive Luftkampagnen und eine nachhaltige Präsenz im Land aus, welche man an der Seite amerikafreundlicher Fraktionen etablieren möchte. Die  «IS-Kämpfer dürfen nicht entkommen» , so Mattis, der aussagt, dass man die IS-Truppen einkreisen und völlig vernichten will, sodass diese nicht in andere Länder, wie die europäischen Staaten, fliehen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Trump die Open Door Policy der EU und Kanzlerin Angela Merkel weiterhin kritisiert und für gefährlich hält.

Der Sumpf Syrien, auch wenn Donald Trump gegenüber dem IS ernst macht (ganz im Gegensatz zu Obama) bleibt jedoch politisch brandgefährlich. Denn NATO-Mitglied Türkei ist ohne offiziellen Beschluss der höheren Führung der NATO in Syrien eingefallen und hält dort Gebiete im Norden besetzt, legt sich dort mit den Kurden an und im Süden tummeln sich mittlerweile Israelis, Russen und die Truppen Rest-Syriens, welche ihre Position zwar festigen konnten, aber nur noch mit einem Bein im Land stehen. Assad kann nicht darauf hoffen, dass er die Kontrolle über sein ganzes Land zurückbekommt. Der Islamische Staat, zumindest seine Basis in Syrien, wird ausgelöscht. Aber dadurch wird die Idee des Dschihad nicht verschwinden und Syrien wird nicht zur Ruhe kommen, wenn die kurdische Nation sich tatsächlich dort verfestigt und die anderen Kriegsparteien den Kampf weiterführen wollen.

Donald Trump wird sich noch die nächsten drei Jahre mit Syrien befassen müssen, falls er nicht gänzlich abziehen und das syrische Regime in Ruhe lassen will, wie er das einst vor seiner Wahl in einem Twitter-Kommentar mal behauptet hat.

 

 


Hat dir der Beitrag gefallen? Wir auf YOUNG GERMAN stecken viel Arbeit und Herzblut in unsere Artikel und wollen uns dauerhaft als alternatives Medium etablieren. Du kannst dich bei uns bedanken, indem du auf Facebook oder Minds.com dein “Like” hinterlässt, uns einen Kaffee spendierst oder ein monatlicher Unterstützer auf Patreon wirst. Mit deiner Hilfe wollen wir wachsen und ein unabhängiges alternatives Medium zu den Massenmedien anbieten!


Buy Me A Coffee at Ko-Fi.com

https://www.patreon.com/Younggerman

https://www.facebook.com/TheYoungGerman

https://www.minds.com/Younggerman

Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

2 thoughts on “Trump und Mattis halten Versprechen: “Wir werden den Islamischen Staat auslöschen”

  1. Nun ja. Militärisch gesehen wird die Lage für Assad mit dem Ende des IS trotzdem viel besser.
    Er kann seine Truppen zu einem Teil gegen die restlichen Terroristen wie die FSA richten.
    Sollte er die auch ausschalten können, wird sich der Rest nicht mehr halten können, denn dann stehen Artillerie und Luftwaffe in viel höherer zahl für nur noch wenige Gebiete zur Verfügung.
    Ob sich die USA dann noch überall festsetzen können, wage ich zu bezweifeln, denn die Russen sind ja auch noch dort.
    Aber klar, es kann einen Flickenteppich geben, wobei man nicht vergessen darf, dass die guten Stücke dann fast ausnahmslos von Assad kontrolliert werden. Syrien besteht zu grossen Teilen aus Badlands.
    Also aus Sand und Steinen mit wenigen grünen Flecken dazwischen, alles andere dürfte Assad wieder kontrollieren.
    Den Kurden werden die USA auch bald einmal leid sein, wartet nur ab.
    Nein, die USA haben dort ihre Chancen weitgehend verspielt, Völkerrechtlich sind sie dort eh rein Illegal.

  2. Ach ja, die Kurden………………
    Mit dem Ende des IS werden dort also massenhaft Waffen auf den Schwarzmarkt kommen. Auch moderne Panzerabwehrwaffen.
    Ich denke das ein grosser Teil davon bei den Kurden landen wird, Erdogan wird’s freuen.
    Zudem wurden nun die Kurden von den USA ausgebildet und dank der langen Kriegsjahre sind die nun fit genug um sich mit Erdogan anzulegen.
    natürlich werden sie die Armee der Türkei nicht schlagen können, aber deren Verluste dürften stark ansteigen.
    Schlecht für dem seine Popularität………………..

Schreibe einen Kommentar

Kommentareingaben werden zwecks Anti-Spam-Prüfung an den Dienst Akismet gesendet. Gespeicherte IP-Adressen werden nach 7 Tagen gelöscht. Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Angaben und Hinweise zum Widerrufsrecht finden sich in der Datenschutzerklärung.