Vietnam rüstet sich mit Amerikas Hilfe gegen China

Vietnamesische Häfen öffnen sich für den ehemaligen Feind. US-Amerikanische Zerstörer dürften im militärischen Teil des vietnamesischen Hafens Cam Ranh anladen, versorgen und ihre Schiffe warten. Ein Novum in den Beziehungen zwischen beiden Ländern. Längst hat man in Washington erkannt, dass Vietnam sich nicht mehr vor den USA scheut und beide Nationen wissen, dass sie in der Volksrepublik China einen weitaus gefährlicheren Gegner haben. Vietnams Krieg gegen die USA vor einigen Jahrzehnten wirkt mit Blick auf die Geschichte wie eine kleine Episode. Heute beschwört die Regierung in Vietnam den Mythos von der Abwehr fremder Invasoren aus dem Norden, namentlich China, wenn es um den Streit im Südchinesischen Meer geht, wo gewaltige Öl- und Rohstoffvorkommen lagern.

Immer wieder zeigte sich China bereit auch militärisch gegen die vietnamesische Präsenz im Südchinesischen Meer vorzugehen, was zu mehreren Zusammenstößen zwischen beiden Staaten führte, welche auch Todesopfer als Folge hatten. Mittlerweile ist Vietnam durch die chinesische Außenpolitik so nah an die USA herangerückt, dass man von einer Zweckallianz reden kann. Vor allem wünscht sich Hanoi Entwicklungshilfe für sein eigenes Militär und die Marine, welche durch US-Amerikanische Technologie aufgewertet werden soll. Handelsbeziehungen sollen gefestigt werden, während Washington die Legitimität der kommunistischen Regierung in Hanoi anerkannt hat. Vorbei sind die Zeiten des ideologischen Kalten Krieges. Heute bestimmt Realpolitik die Welt und Amerikas widmet sich auch unter Trump zunehmend dem Pazifik als neuem Mittelpunkt der Geopolitik.

Im Südchinesischen Meer treffen USA, China, Vietnam, Indonesien und Phillipinen aufeinander. Die Nation, welche die Kontrolle über dieses Seegebiet erlangen kann, würde nicht nur den Warenverkehr beherrschen, sondern auch über gigantische Vorkommen an Fisch, Öl und Gas herrschen. Für die Fischereination Vietnam ist unerlässlich, dass sie ein großes Stück vom Kuchen für sich behalten kann und gegenüber den Ansprüchen Chinas nicht nachgibt. Bisher zog die vietnamesische Marine in kleinen Gefechten mit Chinas Flotte immer den Kürzeren und es kommt es zu einer «creeping invasion», also einer schleichenden Landnahme durch den alten imperialen Nachbarn im Norden, der kleine Inselchen im Ozean anhäuft, befestigt und diese Sandbänke als Inseln und damit chinesisches Territorium deklariert.

China und Vietnams wechselhafte Beziehung, eine Geschichte der Kooperation, Eroberung, Unterdrückung und Partnerschaft. Im Jahr 2017 rückt Hanoi jedoch deutlich nach Westen und sucht starke Verbündete in Nordamerika.


http://thediplomat.com/2017/06/us-vietnam-defense-ties-in-the-spotlight-with-warship-in-cam-ranh/

http://nationalinterest.org/blog/the-buzz/simply-brilliant-china%E2%80%99s-creeping-invasion-the-south-china-12910

http://money.cnn.com/2016/05/23/news/vietnam-military-spending/index.html


 

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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