Die Zitadelle und Altstadt von Spandau besucht

 

Ich bin wie versprochen für euch vor einer Weile schon in die Welt gegangen. Oder zumindest in Berlin durch unsere Stadt. Berlin, dessen Gründung ins Mittelalter des 11. oder 12. Jahrhunderts zurückgeht, ist ein Zusammenschluss aus verschiedenen kleineren Städten, die über die Jahrhunderte zu einer Einheit verwachsen sind. So waren Köpenick, Cölln, Berlin und Spandau eigene Gemeinden, ehe sie, wie viele andere später, eingegliedert wurden in die wachsende Metropole, die unter den Hohenzollern dann zu wahrer Größe finden sollte.

Spandau, ein nordwestlicher Bezirk in Berlin, geht vermutlich auf slawische Siedlungen zurück, die bereits in der Antike und in den sogenannten «Dark Ages» Europas hier an Havel und Spree zu finden waren. Wie alles in Mitteleuropa ist vieles durch die Wirren und die Schleifspuren der Zeit verloren gegangen, sodass man die Dinge nicht mehr exakt nachvollziehen kann. Was man aber weiß ist, dass Spandau 1157 im Rahmen des deutschen bzw. germanischen Siedlungsdrangs nach Osten von Albrecht dem Bären aus dem Geschlecht der Askanier besucht und eingenommen wurde. Namentlich erwähnt wird die Burg von Spandau erst 1197 laut Wikipedia. Ich bin für euch allerdings nicht nur im Internet unterwegs gewesen, sondern besuchte die Spandauer Zitadelle und die Altstadt, die überall auf der Welt berühmt ist. Amerikanische Soldaten wissen, dass es Spandau gibt, weil man deutsche Kriegswaffen des letzten Weltkrieges mit Spandau in Verbindung bringt. Denn einige Maschinengewehre wurden in US-amerikanischen Kreisen fälscherlicherweise als «Spandau» bezeichnet. Man hielt den Produktionsort für den Namen der Waffe.

Spandau, dieses preußische Erbe, ist Garnisonsstadt und Waffenschmiede im Raum Berlin-Brandenburg gewesen. Schon während des Dreißigjährigen Krieges bewirtete die Zitadelle Soldaten und Preußen ließ hier viele Gewehrfabriken und Gießereien errichten. Sogar Russen belagerten die Stadt während der Befreiungskriege, um den Deutschen dabei zu helfen die in Spandau verschanzten Franzosen hinaus zu jagen.

 

 

Die Stadt ist deutlich geprägt vom Stil der letzten 200 Jahre, wahrt aber auch ein mittelalterliches Ambiente, welches man sonst eher in Süddeutschland finden kann. Das erinnerte mich an unseren Besuch in Bamberg, wo die schmalen Straßen der Altstadt mit den mittelalterlichen Häusern auch ein wenig an die Altstadt Spandaus erinnern. Auch wenn aufgrund des Krieges und späterer Neubauten nicht so viel vom Kern und Charakter erhalten geblieben ist. Evangelische Kirchen, jüdische Gemeinde und viel roter Ziegelstein – Spandau ist eindeutig preußisch geprägt und hat sich doch einen Teil seines Charmes erhalten.

Ich sprach sogar mit einem Historiker der AfD, der mir die Geschichte von Jaxa von Köpenick erzählte. Die Schildhornsage erzählt die Legende vom slawischen Anführer Jaxa, der hier in Berlin-Köpenick residiert haben soll. Albrecht der Bär und seine deutschen Ritter kämpften hier gegen die slawischen Stämme, ehe Jaxa aufgrund seiner Unterlegenheit die Flucht über die Havel antreten musste. Er sprang samt seiner Rüstung und Waffen ins Wasser, um seinen Verfolgern zu entkommen. Dabei drohte er jedoch zu ertrinken und in seiner Verzweiflung rief er den christlichen Gott an, sodass dieser ihn doch über das Wasser in Sicherheit tragen möge, dann wolle er ihn lobpreisen, wenn es ihn denn gibt.

Jaxa entkam den Deutschen und schaffte es lebend ans andere Ufer, wie durch magische Hand hinaus getragen. Zum Dank für seine Rettung hängte er seinen Schild an eine Eiche, kniete nieder und schwor dem Christengott die Treue. So oder so ähnlich erzählte man sich die Geschichte über die Christianisierung Brandenburgs zu Zeiten der Romantik.

Etwa 800 Jahre später wurde Spandau im Zweiten Weltkrieg von schweren Bombenangriffen getroffen und hatte unzählige Opfer zu beklagen. Weite Teile der Altstadt und der historische Kern wurden, wie fast überall in Deutschland, vernichtet. Heute zeugen viele Gedenktafeln und Heldendenkmäler noch von den Opfern der Kriege und erinnern an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges.

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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