Der IS wird in andere Länder ausweichen

Seit Monaten wird der IS von einer breiten Koalition von internationalen Akteuren in die Mangel genommen. Nicht genug, sagen manche hier. Noch ist der IS militärisch nicht geschlagen und vernichtet worden. Wie viele Menschen der Islamische Staat getötet hat, lässt sich jetzt noch nicht abschätzen. Erst kürzlich wurden in Syrien Massengräber gefunden, in denen man zehntausende Jesiden und Christen vermutet. Der IS hat, daran besteht kein Zweifel, das vormittelalterliche Schlachten aus Zeiten Mohammeds zurück in die Moderne gebracht. Nun kann man behaupten und glauben, dass der IS von der internationalen Koalition eines Tages besiegt wird. Das halte ich ebenso für wahrscheinlich. Aber wahrscheinlicher ist, dass die Niederlage der Islamisten im Irak oder in Syrien nur zur Folge haben wird, dass die Überlebenden in andere Gebiete ausweichen. Der Kaukasus und Nordafrika, sowie die Länder in Zentralafrika liegen noch weitesgehend von der Weltöffentlichkeit unentdeckt, wenngleich sich dort ein ähnliches islamisches Erwachen abspielt. Die Vernichtung des IS als zusammenhängenden Staat, welcher sich über Syrien und den Irak erstreckt, wäre nicht das Ende der Idee des Kalifats.

Diese Idee, nämlich die des globalen Kalifats, entspringt aus der islamischen Ideologie dieser Terroristen. Und Ideologien sind langlebig. Es ist nicht erst der IS, welcher den Fundamentalismus des Koran hat wiederaufleben lassen. Es bestehen kaum ideologische Unterschiede zwischen Al-Nusra, Boko-Haram und ähnlichen islamistischen Organisationen. Egal ob sie in Europa, Afrika oder Asien beheimatet sind. Die Unterteilung der Welt in Gut und Böse, nach islamischer Lehre in das Haus des Friedens und das Haus des Krieges, ist keine Exklusivität des IS, sondern findet sich bei allen Islamisten. Sie sind alle vom Willen beseelt diese Erde für Allah zu erstreiten. Entweder durch Waffengewalt, Täuschung oder Bekehrung. Es gibt keine Kompromisse mit den Islamisten dieser Welt, welche keine alternativen Lebensentwürfe neben dem Islam dulden. Insofern ist gerade die sogenannte freie Gesellschaft eigentlich nicht schlecht beraten, wenn sie sich gegen diese totalitäre Ideologie ausrichten.

Der Irrglaube den viele öffentliche Stimmen verbreiten, man würde durch die Niederschlagung des IS auch den Islamismus zerstören, ist genau das. Ein Irrglaube, welcher darauf fußt, dass der IS der zentrale Kraftpunkt des Islamismus sei. Dies ist grundfalsch. Der IS bezieht seine ideologische Rechtfertigung aus der koranischen Lehre, die explizit für solche Zwecke ausgelegt werden kann. Und solange dieses schriftliche Fundament bleibt, lässt sich der Extremismus nicht besiegen. Der Tod von IS-Kriegern ist nur der Tod von einigen Glaubenskriegern, die widerum unzählige Gleichgesinnte auf dem gesamten Globus haben. Der IS, die Idee einer weltumspannenden islamischen Nation und die Vernichtung der Ungläubigen, wird weiterleben, wenn sie nicht an ihrem Ursprung angegriffen wird. Aus dem Fundamentalismus des Buches, der vermeintlich heiligen Lehre, entwächst auch alsbald ein neuer IS, sobald dieser hier besiegt wurde.

Die restliche Welt, ob hinduistisch, christlich, atheistisch oder irgendwie andersgläubig, führt keinen Krieg gegen den IS, sondern gegen den fundamentalen Islamismus, der sich eben aus einer Quelle speist. Wenn diese Quelle nicht entgiftet wird, kann es keinen Sieg über den globalen Islamismus geben. Eine Niederlage IS würde wenig verändern. Die Veränderung muss von unten und aus der Quelle kommen, wenn sie denn kommt.

Wenn die IS Hochburg fällt, ist nichts vorbei. Dann fängt es nämlich erst wieder richtig an. Viele Kämpfer werden nach Europa zurückkehren. Ungehindert einwandern und sich auch in anderen Nationen im und um Europa herum ausbreiten. Die Ideologie des Dschihad ist nicht so leicht zu besiegen.


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

One thought on “Der IS wird in andere Länder ausweichen

  1. Wahre Worte. Dieser ewige Krieg gegen den Islamismus wird so niemals enden.

    Meiner Meinung nach sollte man diese extreme Ideologie rückssichtlos ausmerzen. Das wäre zwar kurzzeitig schlimm, aber alles ist besser als dieser ewige, niemals endende Konflikt.

    Leider ist die westliche Gesellschaft zu feige und verweichlicht um das zu Erkennen. Man muss nur nach Syrien schauen. Der Westen verbringt seine Zeit lieber damit “böse” Diktatoren abzusetzen, anstatt zu realisieren, dass ein sekulärer Anführer, der für Ruhe und Ordnung sorgt das Beste ist was man nahen Osten haben könnte. Nein, Nein, lieber utopische Fantasien von Demokratien verfolgen, als ob eine Demokratie in dieser Region auch nur den Hauch einer Erfolgsschance hätte. Bisher ist jedes nah östliche Land im Chaos versunken, nachdem der ansässige Diktator gestürzt wurde, das wäre auch hier nicht anders. Anstatt in der realen Welt zu leben und das kleinere Übel zu wählen, ist man lieber gut um jeden Preis, anstatt das ganze pragmatisch zu betrachten.

    (Ich sollte wohl hinzufügen, dass es sich hierbei um die offizielle, öffentliche Ansicht handelt. Natürlich geht es beim Syrienkonflikt ausschließlich um mehr Macht im nahen Osten für die USA und vorallem um die Schwächung Russlands, aber das darf man natürlich nicht laut aussprechen. Hauptsache eine halbe Million Menschen sind für diese Schei*e gestorben und eines der fortschrittlichsten Länder im nahen Osten wurde in Schutt und Asche gelegt)

    Zum Glück steht Assad kurz vor dem Sieg. Ich hoffe für ihn, dass er dannach gründlich aufräumt.

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