Wovor fürchtet sich die Ministerin?

Im Rahmen der politischen Säuberung der Bundeswehr werden hauptsächlich dessen Wehrmachtstraditionen aufs Korn genommen.  Da stellt sich natürlich die Frage: welche Traditionen bedrohen denn unsere Regierung derzeit, dass sie es für nötig hält, diese zu beseitigen?

 

Um auf dieser Frage antworten zu können, müssen wir zuerst mit einigen Mythen aufräumen.

Der erste zu zerstörende Mythos ist der des «Kadavergehorsams» innerhalb der preußischen Armee. Es war Friedrich der Große selbst, der einmal zu einem Offizier sagte: «Ich habe sie zum Stabsoffizier gemacht, damit Sie wissen, wann Sie nicht gehorchen sollen!».

Er legte damit eine Saat, die bei Scharnhorst und Gneisenau fruchtbaren Boden fand, die in den theoretischen Abhandlungen von Carl von Clausewitz eine zentrale Rolle spielten und die letztendlich dazu führten, dass zur Errettung des Vaterlandes, deutsche Offiziere angeführt von Generalfeldmarschall Ludwig Yorck von Wartenburg, gegen die Befehle ihres Königs revoltierten und sich den vorrückenden Russen anschlossen, wodurch die Befreiung Deutschlands vom napoleonischen Joch eingeleitet wurde.

Das eiserne Kreuz, dies sei nebenbei erwähnt, wird vom König gestiftet, als direkte Folge der Befehlsverweigerung seines Untertanen, der das Wohl seines Vaterlandes über seine Gehorsamkeitspflicht stellte, auch wenn dies ihn seinen Kopf hätte kosten können.

In der Praxis wirkte sich diese Einstellung bei der Entstehung der «Auftragstaktik» aus, wie sie der ältere von Moltke formulierte. Die Auftragstaktik ist eine direkte Folge des Glaubens an die individuellen Fähigkeit von Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten, eine Lage zu beurteilen und den besten Weg zu finden, um eine Herausforderung auf dem Schlachtfeld zu meistern, unter Nutzung des ihnen von Gott gegebenen Verstandes.

Dass diese Einstellung weiterhin politische Konsequenzen hatte, ja haben musste, ist leicht nachvollziehbar. Der erste Weltkrieg endete, als das Oberkommando des Heeres die Aussichtslosigkeit der militärischen Lage erkannte, und der Übergang zur Weimarer Republik war nur möglich, da dieses Oberkommando sich neutral ihr gegenüber verhielt. Die verantwortlichen Offiziere wurden so zu Eidbrechern, aber sie verhinderten einen Bürgerkrieg in Deutschland, der das Leiden der schon schwer geprüften Bevölkerung noch verstärkt hätte.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft war die Wehrmacht die einzige staatliche Institution, die systematisch versucht hat, Adolf Hitler zu beseitigen. Dies begann 1937 mit einem bis ins Detail vorbereitete Putsch von Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben, der nicht zur Ausführung kam, weil die Alliierten sich feigerweise und trotz Wissen über diese Verschwörung, Hitler in München beugten, wodurch die Popularität des Diktators ungeahnte Höhen erreichte.

Danach gab es über 30 Anschläge, die vorbereitet oder ausgeführt wurden, von Offizieren im aktiven Dienst oder in der Reserve. Der missglückte Anschlag vom 20 Juli 1944 kostete bei der darauf folgenden «Säuberung» von politisch «unzuverlässigen» Elementen über 4.000 von ihnen das Leben.

So voller Zweifel war die nationalsozialistische Führung  die politische Loyalität der Wehrmacht betreffend, dass sie eine «Gegenarmee» in der Form der Waffen-SS schuf, um diese in Schach zu halten.

Es waren Wehrmachtsoffiziere, die der kampflosen Übergabe von Paris zustimmten, trotz anderslautende Befehle aus Berlin. Es war die Wehrmachtstradition, die viele Befehlshaber davon abgehalten hat, den «Kommisarbefehl» umzusetzen, und es war die Wehrmachtstradition, die es Rommel, Manstein, Guderian und anderen Offizieren ermöglichte, sich intellektuell gegen Hitler zu stellen und seine Befehle zu ignorieren, wenn diese als falsch oder als nicht vereinbar mit der Offiziersehre erachtet wurden.



Es gab also gute Gründe für die Alliierten in Nürnberg die Wehrmacht NICHT als eine verbrecherische Organisation einzustufen und mit deren Vertreter in der frühen Bundeswehr innerhalb der NATO eine solide Verteidigungsallianz zu schmieden.

Jetzt wo der Mythos «Kadavergehorsame Naziwehrmacht» zur Genüge entzaubert ist, gehen wir mal zurück auf die Säuberungen von Uschi von der Leyen zurück.

Als rechtsradikal kann die Wehrmacht und ihre Tradition nur dann betrachtet werden, wenn man Patriotismus und mangelnde Führerhörigkeit als Nazi definiert. Dies geschieht zwar regelmäßig in den Kreisen der antideutschen ANTIFA, die sowieso unter einer weltweit recht seltenen Form von politischer Schizophrenie leiden, aber von der Leyen gehört angeblich nicht zu diesem Umfeld.

Was steckt also wirklich hinter dieser von oben oktroyierte «Kulturrevolution»?

Ich denke, diese Regierung wird allmählich nervös. Die Wehrmachtstradition, vaterlandsschädliche Regierungen auflaufen oder direkt absetzen zu wollen, wenn diese gewisse Grenzen überschreiten, ist zu gut dokumentiert und die Zukunftspläne unserer Regierung betreffend Migration sind es auch. Eine patriotische und politisch kritische bewaffnete Macht, die sich mit der absichtlichen Zerstörung ihres Vaterlandes konfrontiert sieht, kann nicht anders als zu reagieren. Ob dies von einzelnen Offizieren und Mannschaftsgraden oder organisiert geschieht, es ist eine Bedrohung für die derzeit unumschränkte Macht der Kanzlerin und ihrer politischen Lakaien.

Man muss also der Truppe das Rückgrat brechen, wie es bereits mit den Generälen und oberen Offizieren geschehen ist (man erinnere sich an den Fall Künzel, oder an den Schauprozess gegen Oberst Klein), damit diese nicht auf «blöde» Ideen kommt. Die Truppe darf sich nicht auf ihren Fahneneid besinnen, sondern soll im besten Fall damit beschäftigt werden, eine politische Hexenjagd nach der anderen zu veranstalten, während die Vorbereitungsräume der Jihadisten langsam Form und Substanz in Deutschland gewinnen.

Die Times spricht mittlerweile von 23.000 Dschihadisten in Großbritannien. Die Zahl wird in Deutschland nicht geringer sein. Das entspricht die Mannschaftsstärke von 2,5 Divisionen. Die sind wahrscheinlich noch unbewaffnet, aber so was kann schnell geändert werden, besonders bei offenen, nicht kontrollierten Grenzen.

Inzwischen besteht die Bundesregierung darauf, diese Bedingungen noch weiter zu verschärfen und die Sicherheitslage zu verschlechtern, was als eine landesfeindliche Handlung ausgelegt werden kann.

Die US Streitkräfte schwören, ihre Verfassung und das Land zu verteidigen, gegen äußere UND innere Feinde.

So wie ich es sehe, haben wir mittlerweile in Deutschland genug innere Feinde, gegen die Artikel 20 Grundgesetz greifen könnte. Wenn das von manchen Offizieren und Mannschaftsgraden unserer Streitkräfte ähnlich gesehen wird, dann erklärt das die Panik im Bendlerblock und den Aktionismus der Familienflintenministerin, die sich genötigt sieht, diesen Bremsklotz zu deaktivieren, bevor unser Staat weiter mit Vollgeschwindigkeit gegen die Wand gefahren werden kann.

Die Bundesregierung balanciert zudem auf Messers Schneide. Eine größere Wirtschaftskrise, eine Serie an Attentaten oder eine Wiederholung der Vorfälle von Köln sind jederzeit möglich und könnten endgültig zum Stimmungswechsel in Deutschland und Europa führen. Dass dabei der Bürger in Uniform nicht untätig bleiben würde, kann als wahrscheinlich angenommen werden.

Die Wehrmachtstradition ist somit tatsächlich eine Gefahr für unsere degenerierte politische Ordnung geworden und die politisch Verantwortlichen werden nicht ruhen, bis diese endgültig beseitigt worden ist, denn sie müssen verhindern, in einer unbestimmten Zukunft selbst von dieser beseitigt zu werden.


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Absolvent der chilenischen Militärschule, ewiger Student von vielen Fächern, Journalist und Polemiker auf zwei Kontinenten. Nationaler Minarchist der stets für ein Bier und eine gute Diskussion zu haben ist.

One thought on “Wovor fürchtet sich die Ministerin?

  1. Starker Artikel, ich wusste von diesem Teil der deutschen Militärgeschichte vorher fast nichts!

    Hast du ne griffige Quelle für die Einstufung der Wehrmacht als Gesamtorganisation in den Nürnberger Prozessen?

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