Streit ums Kreuz – Was dürfen wir noch Glauben?

Das Berliner Stadtschloss erhält wieder eine Kuppel. Auf der Kuppel prangte einst ein goldenes Kreuz, welches rekonstruiert werden soll. Doch dagegen regt sich nun Widerstand.

Kurzum: Linke und Grüne wollen das Kreuz auf der Kuppel des Stadtschlosses verhindern und sie sind damit nicht allein. Für diese unangenehme Aufgabe schickt man selbstverständlich die Stiftung Zukunft Berlin vor. Die Stiftung führt folgende Begründung an: Das Schloss solle «ein Haus für alle werden» und stellt die Frage: «Unterm Kreuz?» – um dann die Behauptung aufzustellen: «Das klingt nach 19. Jahrhundert und nach christlicher Leitkultur.»

Achso?

Solche Behauptungen klingen für mich nach 21. Jahrhundert und nach Multikulti auf Befehl. Das Motto der 2007 gegründeten Stiftung Zukunft Berlin lautet: «Uns geht es um die Zukunft Berlins.» Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Es ist nicht überraschend, dass im Vorstand etwa der ehemalige Senator Volker Hassemer (CDU) und der frühere ZDF-Intendant Markus Schächter sitzen. Im Beirat findet man Herrschaften wie den Unternehmer Klaus Groth, den Manager Manfred Gentz und den Journalisten Ullrich Deppendorf. Alles ganz anständige Leute? Wer’s glaubt, wird seelig. Denn was treibt solche Leute an, dem christlichen Kreuz geschlossen entgegenzutreten? Die Begründung ist absurd:

Im Humboldt-Forum sollen auf Augenhöhe und ohne Hierarchisierung die Kulturen der Welt zu Hause sein. Allein deshalb passt heute kein religiöses Symbol auf das Ganze.

Das Kreuz steht in weiten Teilen der Erde für Barmherzigkeit und Versöhnung. Es ist das Zeichen des Sieges über den Tod. Warum können die Kulturen der Welt dort nicht zu Hause sein, wenn es weder Gläubige noch Atheisten diskriminiert? Es hat manchmal den Anschein, als ob wahrhaft teuflische Kräfte am Werk sind, «antichristlich» könnte es nicht treffender formulieren. So erreichen uns unlängst Berichte über Vandalismus gegen christliche Symbole im gesamten Bundesgebiet. Soll unser christlich-jüdischer Traditionstrang, Teil unserer gesamtdeutschen Geschichte, abgeschafft werden und sieht so die neue Ordnung aus? Verordnet von wem? Erst Anfang Mai wurde bekannt, dass die Kuppelspitze auf Biegen und Brechen wiederaufgebaut werden kann. Sie umfasst acht Engelsfiguren, die eine Kuppelhaube tragen, auf der das 4,50 Meter hohe vergoldete Kreuz steht. Dank einer großen Spende von Maren Otto, der Witwe des Unternehmers Werner Otto (1909-2011), wurde die Rekonstruktion des barocken Kunstwerks möglich. Mit dem Humboldt-Forum wird dort ein ganz spezielles Museum eingerichtet, dass mit preußischer Geschichte überhaupt nichts zu tun. Wenn jene Weltbürger die Hegemonie des Christentums und Preußens Gloria so ablehnen, wieso sprachen diese sich denn dann nicht für den Wiederaufbau des Palastes der Republik aus? Eine Institution in der Gesellschaft hat sich jedoch über den vorliegenden Streitpunkt fast gar nicht geäußert – die Kirche. Insbesondere die passive Haltung der katholischen Kirche und des Erzbistums Berlin erschließt sich mir nicht. Seit dem Herbst 15 werden uns die Kleriker in den Medien vorgeführt, wie sie frohlockend die Schlächter ihrer Schäfchen begrüßen. Auch oder gerade die Kirchen sind offenbar von einer Art internationalen Gleichschaltung durchdrungen, die sich schon lange im Vorfeld abgezeichnet hat. Das Kreuz führt einen Überlebenskampf im digitalen Zeitalter, welches der skandalgeschüttelte Klerus kaum noch zu halten vermag und doch regt sich langsam Widerstand in den Reihen der Traditionalisten, die mit den Ansichten des Heiligen Vaters nicht konform gehen können. Trotz aller Widerstände und der Torpedierungen liegt der Wiederaufbau im Zeitrahmen und soll 2019 fertiggestellt werden.

Ein Kreuz ist offenbar eins zu viel, obwohl der Passant das 4,50 Meter hohe vergoldete Kuppelkreuz mit bloßem Auge kaum noch erkennen wird. Nichts hat unser Land und unsere Kultur mehr geprägt als das Christentum und wir können und dürfen uns es nicht wegnehmen lassen und erst recht nicht von Linksliberalen! Das Stadtschloss wird auch den Kreuz-Streit überstehen, schliesslich grenzt es an ein Wunder, dass es im Herzen Berlins wieder sein Platz eingenommen hat. Jede Sehnsucht ist eine Suche und eine Stadt fand zu ihrem Schloss zurück. Am 24. und 25. Juli sind Tage der offenen Baustelle, die ich jedem Architekturliebhaber und Geschichtsinteressierten wärmstens empfehlen kann!

 


Foto: http://www.bild.bundesarchiv.de/archives/barchpic/search/_1495481074/?search[view]=detail&search[focus]=1

 


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Um die 30, preußisch protestantisch, geboren in Berlin als Sohn einer Köchin und eines Berufsmusikers. Diente nach dem Abitur freiwillig bei den Panzeraufklärern.

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