Die CDU Basis und die Heuchelei ihrer Führung

Was haben CDU-Frau Julia Klöckner und Angela Merkel gemeinsam? Beide erzählten ihren treuen Wählern auf Wahlkampfveranstaltungen, die eine 2017 und die andere 2010, dass Multikulturalismus gescheitert ist.  Damit äffen sie allerdings nur das tiefe Empfinden und Verlangen in ihrer Parteibasis nach, die durchaus noch teils aus klar denkenden und vernünftigen Personen besteht. Dort ist man schon vor längerer Zeit, lange vor Merkel, zu der Erkenntnis gelangt, dass Multikulturalismus nicht die Grundlage für ein friedfertiges Zusammenleben in Deutschland sein kann. Eine Realitätsanalyse, der sich auch die SPD mit Figuren wie Buschkowsky oder Sarrazin nicht entzogen haben. Die SPD kann aber nicht Maßstab der CDU sein und so müsste man eigentlich meinen, dass die CDU drauf und dran sein müsste, eine deutsche Leitkultur voranzutreiben und die Verwirklichungen von Zwangsmaßnahmen anzustreben, welche die anpassungsunwilligen Menschen in unserem Land entweder zwingen sich einzugliedern oder eben aus diesem Land  zu werfen. Realität, Empfindung der Basis und reale Politik in der CDU klaffen allerdings sehr weit auseinander. Ich kenne so viele gute ehemalige Weggefährten dort, die sicherlich genau das verstanden haben, was in unserem Land schief läuft.
Die sind genau wie die meisten in der heutigen Opposition (ob nun AfD oder außerparlamentarisch) der Meinung, dass die Asylkrise eine nicht hinnehmbare Entwicklung ist, und dass die Millionen an Integrationsunwilligen, die zu uns geschwemmt wurden, nicht bleiben können und dürfen. Islam als Konfliktursache in der deutschen Gesellschaft! Es ist nicht so, dass ich das nicht schon vor 6 Jahren auf Parteistammtischen und Versammlungen der Jungen Union häufig genug gehört hatte. Da redeten viele eher so, als würden sie gleich die Fassung verlieren, bei dem was in unserem Staate alles schief läuft. Nur passieren tut nichts. Da höre ich oft, dass man der Partei trotz allem die Treue halten muss, dabei bleiben muss, um die CDU wieder auf den richtigen Weg zu lenken, die richtigen Leute an die Spitze zu wählen und dann eventuell Merkels Bann brechen wird. Nur halte ich das dann für Wunschdenken und illusorische Fantasie. Die CDU gehört zusammen mit der SPD zu den Politikprofis in unserem Staat, die so fest im System verwurzelt sind, wie sonst nur die Kommunistische Partei Vietnams in eben diesem.   Allen Verwünschungen zum Trotz sitzt Merkel immer noch im Sattel und ich kann mir wirklich vorstellen, dass sie mit ihrem Kurs weiterfahren kann und auch wieder gewählt wird. Nachrücken kann kein Bosbach, der mit seiner ruhigen und realpolitischen Sicht mehr Sympathien trug, als alle anderen seiner Partei zusammen. In der zweiten Reihe hinter Merkel sitzen nur solche gruseligen Figuren wie Altmeier, dessen Erscheinung und Art zu reden bei mir für Ausschlag sorgen. Das soll die CDU sein? Da hilft auch kein zahmer Stubentiger wie CSU-Chef  Horst Seehofer. Von ihm wird kein großer Wandel mehr ausgehen. Er hat sich ganz und gar als Luftnummer entpuppt, als Schaumschläger und Blender, der nur mit scharfer Rhetorik lockt, aber politisch nicht zuschlagen kann.

Bedauerlicherweise lässt sich der größte Teil der CDU-Basis immer noch von diesen Personen in die Irre führen. Es gibt keine ernsthafte Konzeption über eine Leitkultur, eine Minuszuwanderung oder Ideen darüber, wie denn unser Deutschlandverständnis in der Zukunft aussehen soll. Als Merkel vor kurzem beim EU-Jubiläumsgipfel sagte, dass man die Außengrenzen (Europas) besser schützen sollte, fielen mir beinahe die Augen aus dem Kopf. Ein solches Maß an Heuchelei hatte sie, so dachte ich, zuletzt bei dem Flüchtlings-Deal mit der Türkei bezahlt, der ja von Erdogan sowieso nicht eingehalten wird, entgegen dem was man uns erzählt. So bezahlt Deutschland Milliarden, damit die Türkei ihre Grenzen schützt, sodass  EU und Deutschland nicht vom anhaltenden Flüchtlingsstrom tangiert werden. Die Frau lügt über die Humanitätsgedanken ihrer Flüchtlingspolitik und spielt nur mit den zutiefst von Christenliebe und Nächstenliebe erfüllten Stammwählern ihrer CDU, denen sie ihre Politik als große Chance zur Heilung Deutschlands verkauft.  Und genauso wird auch von Julia Klöckner gespielt, wenn sie laut ruft, dass sie Multikulti für gescheitert hält. Der Zustrom von Menschen aus Asien und Afrika hält derweil an, während der Familiennachzug heimlich bereits begonnen hat und sicherlich in den nächsten Jahren noch zunehmen wird. Die CDU hat die Büchse der Pandora geöffnet und kriegt sie auch nicht mehr zu. Wenn uns die Wahl der Türken in Deutschland eines gezeigt hat, dann das Integration von Massen, ich rede nicht vom Einzelnen, nicht funktioniert und mit den inhaltslosen Floskeln von heute auch nicht in Zukunft funktionieren wird. Die Probleme die wir heute haben, die nur noch von den beinharten Linksextremisten kategorisch geleugnet oder schöngeredet werden, wachsen uns bald über den Kopf. Alles was wir an Flüchtlingen haben, an zugewanderten Asylbetrügern, Kriminellen, Terroristen und Parallelgesellschaften, wird sich in den nächsten Jahrzehnten enorm potenzieren.
Diese desaströse Politik umzukehren, würde Maßnahmen erfordern, zu welchen die CDU-Mannschaft nicht bereit ist. Dafür hat sie nicht den Schneid und wird ihn auch nie mehr haben. Die alte CDU/CSU von Franz Josef Strauß ist tot, ihr Geist ist ausgehaucht. Was den Schiffbruch überlebt hat, rettete sich in Richtung AfD oder in den Ruhestand. Was noch Wahlplakate von Edmund Stoiber waren, klingt heute für die CDU rechtsextrem oder rechtspopulistisch.

Für die Partei von Adenauer gibt es keinen Weg zurück – in deutscher Nibelungentreue folgen die meisten Anhänger der Parteiführerin in den Untergang. Untergang heißt nicht Auflösung, sondern nur Wertverlust und ein Schrumpfen ihrer Bedeutung. Mit Männern wie Bosbach wäre die CDU in der Lage gewesen, der AfD in weiten Teilen unseres Landes die Leviten zu lesen und in den Landtagswahlen die Partei wohl nahe oder unter die Fünf-Prozent-Hürde zu drücken.  Mit der derzeitigen Aufstellung schafft sie das nicht. An die Stellen großer Köpfe, konservativer und Realpolitiker, sind Parteisoldaten, Lakaien, Speichellecker und Machtmenschen getreten. Von ihnen wird keine echte Wende mehr ausgehen, da sie nur vom System leben und auf dem Tiger reiten, solange sie noch können.

Vor ein paar Jahren, so etwa 2014, stand ich mit einem guten Freund und Ex-Parteikameraden im Garten und er prophezeite mir, dass die AfD sich in diesem Jahr abschießen würde. Er sagte mir, dass ich mit meinem Ausstieg einen Fehler gemacht hätte. Ich hielt dagegen und sagte, dass wir nur stärker werden würden und mein Ausstieg alternativlos war. Ich behielt Recht.

 

Foto: Jacques Grießmayer


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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