Der islamophile Narrativ der Linken ist eine Einbahnstraße

 

Die geistigen Verdrehungen bei linken Apologeten des Islamismus sind mir sicherlich nicht fremd. Ich bin in dieser Hinsicht viel gewohnt und kann kaum noch schockiert werden. Weiter denke ich, dass ich vielen meiner Leser nichts Neues erzählen kann. Aber vielleicht ging der jüngste »Huffington Post«-Artikel an ihnen vorbei, wo man uns weismachen wollte, dass Muslime mit Kopftuch die wahren Feministinnen sind, emanzipatorische Schlachtschiffe im Kampf gegen das Patriarchat. Und damit war nicht das Ablegen dieses Kopftuches gemeint, wie das im Iran 1979 von Zehntausenden Frauen getan wurde, die dafür von eben diesem Patriarchat eingesperrt und bestraft wurden, sondern der tatsächliche Akt des Kampfes für Frauenrechte sei wohl das offensive Tragen des Kopftuches.

In den USA ließen sich »Black Lives Matter«-Unterstützer und linksgerichtete »Künstler« in Vollverschleierung, ganz in Schwarz, ablichten. Mit den Slogans von Schönheit, Vielfalt, Feminismus und so weiter. Amerika scheint mittlerweile auch das möglich zu machen. Wenn sich in Europa irgendwelche schwedischen Frauen freiwillig das Kopftuch überziehen und damit Solidarität mit einer vermeintlich diskriminierten Muslima zeigen wollen, setzen die Amis noch einen drauf und geben uns einen Haufen Hirnverbrannte, die sich in ihrer Niqab oder Burka als schön und feminin bezeichnen, während islamistische Redner auf dem Women’s March auftreten und eine Hamas-Unterstützerin 330 Millionen Amerikanern erzählen will, warum es gerade ihre westliche Gesellschaft sei, die Frauen so furchtbar unterdrücke. Ganz gleich wie ich nun selbst zu den Ausuferungen der sexuellen Revolution und dem Neo-Feminismus stehe – das setzt dem ganzen einfach die Krone auf. Das Sahnehäubchen auf der Torte des Wahnsinns, die unsere westliche Zivilisation mittlerweile zu sein scheint. Eine iranische Schachspielerin wurde kürzlich von einem iranischen Spiel ausgeschlossen, weil sie sich gegen das Tragen des Hijab entschieden hatte. So viel zu der vermeintlichen Freiwilligkeit des Tragens, die diesen Frauen nur im Westen zusteht, während dieses in den tatsächlich islamischen Ländern kein Konjunktiv ist.  Die Etablierung der Vollverschleierung, samt der Ausuferung der Bestrafung bei Verweigerung,  ist auch unter dem Gesichtspunkt einer ethnokulturellen Eigenart ein absolutes Unding. Handelt es sich doch bei den tiefschwarzen Gewändern um großteils vom Salafismus bzw. Puritanismus vorgebrachte Werkzeuge. Die tatsächlichen historischen Landestrachten der Frauen in Nordafrika, Arabien oder Kleinasien sehen ganz anders aus. Deutlich farbenfroher, lichter und lockerer, wie man das aus den verstaubten Postkarten vergangener Jahrzehnte noch kennt. Eine schwarze Vollverschleierung ist für Algerien genauso falsch, wie sie es für eine französische Frau wäre.

Aber um meinen Titel zu erklären: Der linke Narrativ versucht immer wieder, den Islam in Schutz zu nehmen, bietet sich als protektive Hand an, welche den Chauvinismus und das kriegerische Gehabe in seiner Ideologie glattbügeln will. Die Beziehung zwischen Linken und dem Islam ist allerdings eine klassische Missbrauchsbeziehung, weil die vermeintliche Zuwendung und Zuneigung von Links vom Islam nicht wirklich erwidert wird. Tatsächlich ist es doch eben so, dass die liberalen Werte in den klasissch islamischen Republiken grundsätzlich verachtet und abgelehnt werden. Eine Genderneutrale Neo-Feministin mit pink gefärbten Haaren und dreißig Piercings am Körper würde im Iran vom Baukran hängen, in Algerien von einem Mob totgeprügelt und im Irak von Islamisten höchstwahrscheinlich geköpft werden. Ob lesbisch oder schwul – die Scharia diskriminiert da nicht und verhängt für beide Neigungen harte Strafen. Das geht von Auspeitschen bis hin zur Exekution. Und auch die Besitzverhältnisse sind weniger sozialistisch geregelt, als es sich die Linken womöglich erhoffen würden. Alles konzentriert sich in den Händen von gesellschaftlichen Eliten, ob nun religiöse oder ethnische. Ein Blick auf die nahöstlichen Länder dürfte hinlänglich zur Beweisführung reichen. Es sei denn, das Ziel wäre, dass die Mehrheit der Menschen ähnlich arm ist. Dann wäre die ideologische Nähe zumindest hier gegeben. Die islamischen Gesellschaften sind absolute Top-Down-Systeme, die nirgendwo auf der Welt auch nur ansatzweise an verhältnismäßig politisch egalitäre Staaten wie die Schweiz, Schweden oder Dänemark usw. herankommen. Die politischen Kräfte sind um Parteien verteilt, die nach Religionszugehörigkeit, Ethnie, Nationalität und Klassenzugehörigkeit funktionieren. Beamten und Militärparteien wie im Irak, schiitische und sunnitische, sowie nicht-muslimische Parteien. Die Linken Zuneigungen verlaufen also auf einer Einbahnstraße.

Und das sogar noch aus einem weiterem Grund. Ich sehe das momentan so, dass das von den linksliberalen Medien gestrickte Narrativ, das ja immer wieder alles, was vom Islam bzw.Islamismus verbrochen wird, schönredet, auf dem Tiger reitet. Der klassische Ritt auf dem Tiger ist ja so, dass man, wenn man absteigt, gefressen wird. Sie haben auf die Karte Islam gesetzt und müssen nun durchziehen, komme was wolle. Ein wirkliches Abfallen von diesem Narrativ wird nicht stattfinden und unsere Sozialisten werden sich lieber in letzter Konsequenz völlig unterwerfen, ehe von dort eine echte ideologische Kehrtwende kommt. Der Glaube so mancher kritischer Liberaler, dass der sozialdemokratische Ballen Europas sich irgendwann selbstreflektiert vom Horror des Islamismus abwenden wird, ist naiv. Auf den Muslimen bauen schließlich die Wünsche und Hoffnung der nächsten Wahlen, in denen der Pulk aus den Banlieus und Ghettos Westeuropas die Wählerstimmen der massenhaft eingebürgerten Migranten, den Sieg über die Parteien rechts der Mitte bringen sollen.

Mit anderen Worten – der Schulzzug hat keine Bremsen und die klassischen Linksliberalen und Sozialdemokraten rasen bis zum Abgrund ohne Chance auf Umkehr. Ihr Narrativ endet in der Sackgasse.

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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