Rebellion gegen die Legaten von Lekrem

Eine Fantasie-Geschichte, die irgendwie den Weg hierher geschafft hat. Autor : Til Eulenspiegel

 

Die Legaten Lekrems regieren im Lande Chily seit Jahrzehnten. So lange herrscht das Geschlecht schon, dass Generationen aufwachsen und vergehen, ohne je einen andere Dynastie gesehen zu haben.

In der Dystopie dieser Herrschaft erhoben sich die Menschen gegen Lekrem. Erst einige Wenige, dann ein paar mehr und am Ende des Winters bersten die Straßen unter dem Druck der wütenden Massen, die sich schreiend gegen die Betonmauern der Hauptstadtzitadelle werfen. Zwischen den Legaten und ihrem zornigen Volk stehen nur noch die eisernen Wächter, die sich in Opferbereitschaft für die Verfehlungen der Legaten in diesen dunklen Jahrzehnten verzehrt haben. Einer dieser Wächter bist du.

 

Als du dir noch erlaubt hast zu träumen, konntest du dir noch im Spiegel begegnen. Als du noch geträumt hast, dir gewünscht hast, gebetet hast, dass dieser Tag niemals kommen möge. Doch nun ist er da und du musst Fragen stellen an dein Gewissen. Wo war es all die Jahre zuvor?

Wo war die Auflehnung, die Rebellion, die innere Abwehrhaltung gegen diesen Verrat an dir und deinen Freunden? Wer stand denn im Elend der Banlieues, der Ghettos und Favelas? Wer trug die Kameraden und Kollegen zu Grabe, die in ihrer verotteten Rüstung den Tod im Dienst für Volk und Vaterland vor dir gefunden haben? Wer trauerte um die Opfer von Verbrechen, dem erlaubt wurde zu wuchern, während die Oberen hämisch grinsten, verächtlich schnaubten, wenn wir um Hilfe flehten zur Erfüllung unserer Pflicht?

Wer trauerte, weinte und schlug die Faust gegen die Wand, wenn wieder Kränze und Flaggen in tiefe Gräber gesenkt wurden?

Wir waren das. Das waren wir. Wir haben getrauert, Kränze hinabgesenkt und Tränen vergossen. Wir, die Wächter.

Wenn sie Volk sagten, dann meinten sie Kapital. Wenn Sie Vaterland sagten, schämten sie sich des Wortes und meinten eigentlich nur sich selbst.

Und wo ist unser Gewissen jetzt? Wo war es denn, als sie Christian, Willy und Yong geholt haben, als diese ein ehrliches Wort über unseren Dienst verloren, ankreideten, aufrecht standen und nicht einknickten, weil sie nicht hinnehmen konnten und wollten, wie wir Tag um Tag behandelt werden?

Wo war der Aufschrei, als diese mutigen Ersten «diszipliniert» wurden?

«Den Job habt ihr euch ausgesucht!» schreien sie von oben zu uns herunter. Aber haben wir das? Doch nicht zu diesen Konditionen! Das war nicht der Deal, der uns versprochen wurde! So ist dieser Gesellschaftsvertrag null und nichtig! Er ist ungültig!

Letzte Woche haben wir noch Einhundert der Rebellen von den Straßen getragen und geprügelt. Gestern waren es schon Eintausend. Und heute?  Du kannst die Straße vor Menschen nicht mehr sehen.

Schild des Volkes sollten wir sein, und schützen doch  vor allem die Mächtigen. Die Oberen und die Legaten. Und wenn wir zweifeln, packen sie uns bei der Ehre und mahnen zur Nibelungentreue!

«Habt ihr nicht einen Eid geleistet?»

Doch auf wen? Für wen!? Wer ist denn Empfänger unserer Treue? Wahnsinn ist es, wenn wir uns von ehrlosen Gestalten bei der Ehre packen lassen. Wer von euch will denn noch zuschlagen, wenn jetzt Frau, Kind und Freund bei den Rebellen stehen?

Ich hab euch gesagt, dass dieser Tag kommen würde, an dem ihr euch Fragen des Gewissens stellen müsst.

Wo ist denn der Legaten Dank, wenn wir nach 25 Jahren Dienst verkrüppelt im Rollstuhl sitzen, und unsere Nahrung durch einen Schlauch zu uns nehmen? Wer füttert uns, legt Blumen an unser Grab und trocknet unsere Tränen?

Die dort, die da vor uns stehen.  Und nur die.  Dein Volk tut es, deine Familie tut es, deine Freunde tun es. Niemand sonst.

Die Antwort auf die große Frage ist also «Nein»!

Nicht die Wächter von Lekrem, sondern die von Chily wollen wir sein!

 

 


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