Hnefatafl wird seit Jahrtausenden von Germanen gespielt

In der letzten Staffel von Vikings gibt es eine Szene, in der die Nordmänner sich zu einem Brettspiel hinsetzen, das Schach ähnlich sieht, aber scheinbar kein Schach ist. Mir war das Spiel völlig unbekannt. Nach etwas Recherche online ergab sich, dass es sich dabei um das uralte, möglicherweise ursprünglich dänische Spiel Hnefatafl handelt. Wie es gespielt wird, erklärt dieses Video hier im Link sehr gut.

Kurz möchte ich es jedoch für euch zumindest taktisch umreißen. Man spielt entweder als Verteidiger oder Angreifer. Die Verteidigerfiguren sind um ihre Königsfigur aufgestellt, die sie verteidigen und in Sicherheit bringen müssen. Sie sind zahlenmäßig den Angreifern unterlegen, deren Ziel es ist, den König in der Mitte des Spielbretts zu töten. Anders als Schach sind die Spielparteien also nicht gleichstark, sondern starten mit unterschiedlichen Positionen, Stärken und Spielzielen. Während die Verteidiger also umzingelt sind, versuchen die Angreifer, ihnen den Weg zu den rettenden Burgen in den jeweiligen vier Ecken des Spielbrettes abzuschneiden. Daraus entsteht eine taktische Situation, die man vielleicht in einem echten Kriegsszenario erleben würde. Niemals ist es so, dass alle Kampfparteien die gleichen Ziele, Startpositionen und Stärken haben. Viel wahrscheinlicher war es wohl auch in früheren Zeiten, dass eine Gruppe Krieger sich plötzlich fernab der Zivilisation umzingelt sah und in einen Hinterhalt gelockt wurde. In welche Richtung flüchten? Wo stehen bleiben und kämpfen? Das Spielprinzip wirkt sehr interessant und taktisch auf mich.

Über Dänemark verbreitete sich das Spiel vermutlich durch Handelsfahrten und Wikingfahrten auch nach Osteuropa, Irland, England und über die gesamte Nordseeküste. Dieses vermutlich seit 1500 Jahren existierende Brettspiel gehört ab heute sicherlich zu den Dingen, die ich mir anschaffen werde, um die eigenen Kinder mal zu bespaßen und ein wenig zu bilden. Aber sicherlich kann auch ein wacher und erwachsener Kopf noch taktisches Geschick dazulernen, wenn er sich mit diesem Spiel befasst. Im Netz findet man unterschiedlichste Angebote. Von simplen Steinkugeln auf Holzbrettern, bis hin zu filigranen Wikingerfiguren aus geschnitztem Holz. Wer einen höheren Preis zahlen will, kann sich auch handgefertige Spiele aus Schweden zuschicken lassen.

 

 

 

Foto: https://www.flickr.com/photos/jwynia/29883937732

 


Hat dir der Beitrag gefallen? Wir auf YOUNG GERMAN stecken viel Arbeit und Herzblut in unsere Artikel und wollen uns dauerhaft als alternatives Medium etablieren. Du kannst dich bei uns bedanken, indem du auf Facebook oder Minds.com dein “Like” hinterlässt, uns einen Kaffee spendierst oder ein monatlicher Unterstützer auf Patreon wirst. Mit deiner Hilfe wollen wir wachsen und ein unabhängiges alternatives Medium zu den Massenmedien anbieten!

 


Buy Me A Coffee at Ko-Fi.com

https://www.patreon.com/Younggerman

https://www.facebook.com/TheYoungGerman

https://www.minds.com/Younggerman



Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

Schreibe einen Kommentar

Kommentareingaben werden zwecks Anti-Spam-Prüfung an den Dienst Akismet gesendet. Gespeicherte IP-Adressen werden nach 7 Tagen gelöscht. Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Angaben und Hinweise zum Widerrufsrecht finden sich in der Datenschutzerklärung.