Urgroßvater zog für den Kaiser in den Weltkrieg

So genau kenne ich meinen Urgroßvater nicht. Nur Geschichten von ihm, die ihn als klugen und doch bodenständigen Mann aus niederem sozialen Stand beschreiben. Eine Art Universalgenie, welches alles reparieren, bauen und verarbeiten konnte. Er studierte wohl sogar an einer Universität des Deutschen Kaiserreiches und soll wohl vom Kaiser oder dem betreffenden Ministerium im Namen des Kaisers eine Art Empfehlung für die Universität erhalten haben, da er sich in seiner Schule als einer der Besten herauskristallisiert hatte. Er durfte kostenlos studieren, dank dem Kaiser. Urgroßvater Paul liebte und verehrte den Kaiser dafür auf eine für uns heute seltsam anmutende Art und Weise. Wir können diese Art von Verehrung heute nicht mehr nachempfinden. Und Wilhelm II. war sicherlich ein Mann mit vielen Fehlern, Ecken und Kanten. Aber für Urgroßvater Paul war eigentlich das Schicksal eines Lorenjungen vorherbestimmt gewesen. Als Bergarbeiter sollte er sein Leben in den Ostgebieten des Reiches verbringen. Der Kaiser aber, so empfand Paul, befreite ihn von diesem Schicksal und ließ ihn nach Berlin bringen. Zusammen mit weiteren jungen und vielversprechenden Kindern aus armen Verhältnissen, deren Notendurchschnitt besonders gut war.



Ich kenne ja keinen Politiker, gar keinen, den ich mit tief empfundener Inbrunst anhimmeln könnte und für den ich freiwillig in den Tod gehen würde. Aber als 1914 der Erste Weltkrieg begann und die Mobilmachung verkündet wurde, zog Urgroßvater die Uniform an und marschierte los. Für Kaiser, Volk und Vaterland.

Westfront und Ostfront. Er kämpfte in der Schlacht um Verdun und an der Somme.  Nach dem Krieg setzte dann die Fassungslosigkeit über den Zerfall des Reiches, die Abdankung des Kaisers und die Zerstörung jenes Landes ein, welches er sein Leben lang gekannt und geliebt hatte. Es fällt unheimlich schwer mir vorzustellen, was mein eigener Vater mir in der Nacherzählung der Geschichten des Urgroßvaters mitgeben wollte. Ich vermute, dass es so einen Menschenschlag wie den von damals heute gar nicht mehr, oder nur noch sehr vereinzelt gibt. Urgroßvater Paul durchlebte Winterfeldzüge, wo er als einziger Überlebender stundenlang mit einer Schussverletzung am Fuß zurück zu den sicheren deutschen Linien kroch. Urgroßvater Paul erzählte von Angriffen wilder Kosaken, die mit Säbel und Revolver in den Gräben wüteten, Artilleriestellungen aufräumten und durch dunkle Tannenwälder jagten. Und die Gasangriffe an der Westfront, wo die Männer auf beiden Seiten ekelhaft röchelnd in ihrem eigenem Blut und Erbrochem erstickten, weil ihnen die Lungen durch das Gas verätzt wurde.

Es hat ihn wohl alles, ohne Zweifel, tief geprägt. Aber es hat ihn nicht gebrochen und es kann sich wohl keiner daran erinnern, dass er sich je über sein Schicksal beschwert hat. Im Gegenteil hat er versucht die Familie nach dem Krieg durch die schwere Interimszeit zu bringen. Für den Zweiten Weltkrieg war er dann bereits zu alt und vom Krieg geschädigt.  Doch gegen Kriegsende in der Schlacht um Schlesien verteidigte er Waldenburg, um den Rückzug der Flüchtlinge zu decken.

Und er überlebte alles und meine Oma beschreibt ihn als einen Mann, der immer viele Witze machte, lachte und das Schicksal so nahm, wie es kam. Schicksalsergeben, fleißig, treu und heimatverbunden. Mit den Nationalsozialisten konnte er nichts anfangen, sondern blieb dem Kaiserreich auch lange nach dem  Abdanken des Kaisers treu. Den totalitären Charakter der späteren DDR empfand er genau wie den NS als geistlos und leer.

Er starb in den 1970ern an den Schädigungen seiner Lunge, die er sich durch Kohlestaub und Gasverätzungen zugezogen hatte.  Urgroßvater Paul, der die Familie durch die Weltkriege brachte, in der Wirtschaftskrise alles gab, um sie über Wasser zu halten, und auch 1945 im hohen Alter nichts unversucht ließ, um den eigenen Kindern einen kleinen Wohlstand in Ostdeutschland aufzubauen. Die Wiedervereinigung des Vaterlandes in Ost und West erlebte er nicht mehr.

Seine Kinder  und Kindeskinder sollten das richten und miterleben.

 

 

 

 

Foto: Symbolbild, Mobilmachung des Heeres 1914 Bundesarchiv_Bild_146-1974-118-18,CC-BY-SA 3.0_Mobilmachung


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

9 thoughts on “Urgroßvater zog für den Kaiser in den Weltkrieg

  1. Ein wunderschöner Artikel. Ich muß aber eine kleine Korrektur anmahnen. Der Kaiser dankte nicht ab. Er wurde “abgedankt” von Prinz Max von Baden, der sich so, des Hochverrats schuldig machte, in der irrigen Annahme, die innere Lage damit beruhigen, die Monarchie retten und die Westmächte gnädig stimmen zu können.

  2. Tja, von dem können sich viele Angehörige der Nachkriegsgenerationen ruhig was abschneiden.
    Sowohl hinsichtlich der fehlenden Wehleidigkeit als auch in der Verachtung von Totalitariusmus.

  3. Nun ja, hier in der Schweiz waren vor dem “Ersten” und in den Zwischenkriegsjahren viele Deutsche als “Saisonniers” tätig.
    Bei meinem Grossvater halfen über den Sommer meist 3-4 Heuer auf dem Hof.
    Die kamen damals aus Deutschland. Die waren gerne hier, den Franken waren damals begehrt zu Hause und zu Essen gabs hier viel.
    Meine Grossmutter kochte immer so viel, das etwas übrig blieb. Wurde einmal aufgegessen, machte sie am nächsten Tag mehr.
    Es gab jedoch auch viele Handwerker die sich hier niederliessen, Sattler und adere Berufe. Der Sattler Twanner war in seiner Walz auch bei einem kaiserlichen Hoflieferanten in der Arbeit. Das erzeugte Bewunderung hierzulande.
    Als der erste Krieg ausbrach, zogen etliche hier sesshafte Deutsche nach Deutschland in den Kampf.
    Wie mir Grossvater als ich klein war erzählte, sammelte er hier in der Stadt an dem Tag der Abreise diese Deutschen, die er meist alle schon länger kannte, mit seiner Blumengeschmückten Kutsche ein und brachte sie zum Bahnhof …..wo die Vereine denen sie oft angehörten, sie mit Musik und Erfrischungen verabschiedeten.
    Diese Deutschen, für die war so ein Krieg wie eine Auszeit vom arbeitsreichen Leben hier.
    Mancher dachte auch, er würde sicher mit etwas mehr “Reichtum” nach Hause kommen.
    Wenn men erst mal in Paris sein würde…………….
    Hier war man zu der Zeit sehr Deutschfreundlich.
    Die sogenannten Kaisermanöver, als Kaiser Wilhelm zu Besuch war, wurden auch hierzulande eifrig mitverfolgt.
    Mein Grossvater war da auch mit dabei, als Kavallerist sah er den Kaiser sogar, ….aus weiter Ferne.
    Nun ja, fast keinen sah man nach dem Krieg wieder.
    Und die wenigen die Wiederkamen, die schickten ihre Söhne im nächsten Krieg auch nach Deutschland.
    Man dachte, man würde sonst die kleine Kriegs-Rente verlieren, ……aber auch das man schon faktisch umzingelt sei und es schlecht ankommen würde wenn man sich drücke, sollte einst auch die Schweiz zum Reich gehören. Es gab hier etliche Konsulate und deren Mitarbeiter sprachen die Deutschen an und erinnerten sie an ihre “Pflicht”. das wurde von uns Schweizern dann aber nicht mehr freundlich wahrgenommen.
    Also, trotzdem wieder Abschied mit Musik ……aber kaum noch Jubel.
    Dieses mal kam kaum noch einer zurück.
    Einen fand meine Mutter 1944 bei uns zu Hause im Wald.
    Sie hatte den seit Tagen immer mal wieder am Waldrand versteckt gesehen. Als Kind war sie selber oft im Wald.
    Aber er war sich nicht sicher ober er wirklich in der Schweiz war und traute sich nicht irgendwo zu fragen. Nun ja, er durfte bleiben, Deserteure schickten wir nie zurück.
    Der Mann war vor Moskau abgehauen………… und es dauerte 2 Jahre bis er zurück war.
    Auch das wäre eine Geschichte für ein Buch gewesen.

    Böse war ihm hier sicher niemand.
    .
    Tja, als ich ein kleiner Junge war, da lagen bei uns auf dem Dachboden immer noch die Splitterwesten, Helme und Staniolstreifen der Alliierten Flieger herum. Diese Dinge warfen sie ab wenn der Flieger beschädigt über die Schweiz flog und die Piloten nicht wussten ob sie wirklich über der Schweiz waren.
    deren Route führte oft quasi über unseren Hof.
    Sie warfen manchmal auch Browning 50 MGs ab, aber die 1 Tonne half denen nicht, es war wohl mehr eine Verzweiflungsaktion.
    Jedenfalls stand in St. Gallen auf dem Breitfeld viele Jahre ein Bomber, den ich als Kind immer wieder mal besuchte, war das spannend. Heute würde man den wohl kaum noch verschrotten.

    1. Wow. Danke für diesen Einblick Walter Roth…An die Schweiz und die Deutschschweizer habe ich noch gar nicht viel gedacht. Eigentlich einen eigenen Artikel wert.

  4. Ach ja, da gabs noch eine Sache.

    Mein Grossvater war wie gesagt, sehr Deutschfreundlich.

    Das beinhaltete aber keineswegs, das man sich von seinen “Freunden” erobern lassen wollte.

    Er kannte hier in den später 30-igerjahren den Fotografen Hausamann in St. Gallen.
    Der kam öfters in unsere Gastwirtschaft und man verstand sich offenbar recht gut.
    Jedenfalls wusste mein Grossvater so über dies und jenes etwas besser Bescheid, denn Hausamann führte später während des Krieges ja einen quasi “privaten Geheimdienst”. Einen sehr erfolgreichen Geheimdienst …….denn wir Schweizer hatten auch Freunde in den Wehrmachtsstäben Deutschlands ……und Er den Kontakt zu ihnen.

    Es gab hier Deutsche in zweiter, dritter Generation und Schweizer die sich auf die “Heimkehr” ins Deutsche Reich freuten und vorbereiteten. Frontisten oder “Fröntler” sagte man denen bei uns.
    Es gab dann offenbar Leute, so sagte man damals, die schon die SA und andere Uniformen im Keller bereitgelegt hatten. Ja, es gab auch auch Schweizer die hohe Deutsche Auszeichnungen erhielten, deren Familien es aber bis heute verheimlichen, das nur bei sehr guten Freunden je erwähnen. Was haben deren Väter damals für diese Auszeichnungen getan….????

    Mein Grossvater sagte mir als Kind, also wenn die 1940 / 41 gekommen wären, ( er war damals als älterer Jahrgang ja nicht sofort Stellungspflichtig ) er hätte sein Militärgewehr genommen und mit seinen Kollegen zusammen als erstes die Fröntler erledigt, noch bevor die Deutschen in St. Gallen gewesen wären.
    Wenn schon erobert, so sollten die sich darob nicht freuen können. Nun ja, hatte ihm Hausamann das nahegelegt ?
    Ich weiss es nicht.

    Er mochte die Deutschen, aber sich erobern lassen das zählte da nicht dazu.

    —————————————————————————–

    Mein Grossvater war ja auch im November 1918 als Kavallerist in Basel und Zürich eingesetzt, damals als es hier zum “Generalstreik” kam. Die Arbeiterschaft hatte mitbekommen was Deutsche Arbeiter dachten und was in Russland ablief.
    Sozialismus und Arbeiterrechte war plötzlich ein Begriff für Teile der Arbeiterschaft.

    Als die Polizei unterstützende Ordnungskräfte bot man die Kavallerie auf.
    Das, …..weil sie sich als Bauern nicht zur Arbeiterschaft zählten, sich nicht mit den Arbeitern verbrüderten.
    Sie waren aus Sicht der Armeeleitung ……zuverlässig.
    Grossvater erzählte oft davon, und wie die Arbeiter in Zürich, …..wenn die Truppe unten die Gasse entlangritt, ihre Nachttöpfe auf sie leerten.
    Wie gerne hätte er da den Säbel gezogen………..

    Nun ja, Bauern hatten im Krieg viel weniger zu leiden wie Arbeiter.
    Wenn sie nach Hause kamen gabs Arbeit und Lohn, man wusste was anstand.
    Und natürlich, man hatte immer ein “schwarzes” Schwein, also eines welches man nicht angegeben hatte, welches nicht der Rationierung unterstand.
    Man hatte also immer was zu beissen, tauschen usw.
    Und in unserer Gastwirtschaft gabs so auch immer mal für die “Richtigen” eine extra Portion Speck …….ohne “Marken”.
    Wenns mal genug da war, so brachte er auch mal 100 Eier 2-3 Kilo Butter mit in den Dienst, er war ja ein vermögender Bauer.
    Spiegeleier mit Butter gebraten und Speck dazu, das war in der Zeit ein Festmahl für einen Sonntag.
    Die Truppenverpflegung war oft nicht ausreichend, die jungen Arbeitskräfte fehlten eben überall.

    Die Arbeiter mussten immer mal wieder für einige Monate einrücken, und wenn sie nach Hause entlassen wurden, wussten sie nicht ob da noch ein Arbeitsplatz auf sie wartete. Sie hatten kein “schwarzes” Schwein, keine Reserven, eine Frau und Kinder die kaum zurecht kamen. Sie lebten oft nur vom Sold, aber der reichte nirgends hin, die Frauen mussten Arbeiten und sehen wo die Kinder blieben. Versicherung und Lohnersatz das war unbekannt.
    Für Arbeiter war die Zeit hart, auch wenn sie keine Kämpfe erlebten.

    Aber mein Grossvater war Zeit seines Lebens gekränkt wegen der Nachtöpfe.
    Sozis, also das waren für ihn gefährliche Nichtsnutze.

    Als der Generalstreik zu Ende war gabs dann eine “Aktivdienst-Erinnerung”, ein gerahmtes Bild mit seinem Namen und der Unterschrift des Kommandeurs…… das war Divisionär Sonderegger.

    Er hängte das Bild als Manifest seiner Überzeugung bei uns in der Wirtschaft an die Wand.

    Tja noch 20 Jahre später fluchte noch so mancher wegen des Bildes an der Wand und sprach von einer Schande sowas aufzuhängen.
    Beim Generalstreik hatte es ja durchaus Versuche gegeben einen aktiven Umsturz anzufachen. Was in Deutschland geschah, das wusste man hier sehr gut.
    Jedoch die Kavalleristen waren eben zuverlässig………….. sie hätten gekämpft.

    Tja, 1980 starb mein Grossvater und ich bekam die ” Aktivdienst-Erinnerung vom Divisionär Sonderegger”.

    Das war Kriegszeit …….. in einem Land ohne Krieg.

  5. Nein, aus dem Stegreif weiss ich gerade kein Buch über das Thema…..
    Muss mal nachdenken.

    Ich habe als kleiner Junge nur einfach auf dem Küchentisch gesessen und Grossvater oder Mutter haben erzählt.

    Wir hatten einen Bauernhof, waren eine grosse Familie und hatten sicher immer 8-10 Personen am Tisch.
    Mit Landwirtschaft, Restaurant, 5 Kindern, plus Grosseltern, ….. beziehungsweise einer Grossmutter die nach einem Schlaganfall Querschnittgelähmt war aber von meiner Mutter gepflegt wurde, also Arbeit war immer genug da.
    Es gab also meistens Geschichten …. wenn ich in der Küche sass und zuhörte, denn während dem Kochen konnte sie erzählen.
    Sie kannte auch viele alte Sagen von Rittern / Vögten / Jägermeistern, deren Geliebten und den tragischen Irrtümern der Liebe.

    Ach ja, es starb mal ein Lehrer den man nicht soooo mochte…………
    Sie und ihre Kollegin schrieben also ein Gedicht. Ich kenne nur noch ein klein wenig davon…..
    Also es endete jedenfalls damit………………….
    “Föf Brätter und än Teckel, läbwohl du altä Seckel”
    Also 5 Bretter und ein Deckel, Lebe wohl du alter Seckel………………..

    Später als Grossvater nicht mehr so gut mitarbeiten konnte, erzählte er eben gerne von früher als die Jugend noch…..

    “Wenn die Röte der Wangen der Nase zustrebt, so ist das ein Zeichen das die Jugend vergeht” ……. war so ein Spruch meines Grossvaters.
    .
    Nun ja, Im Krieg flogen die Bomber von England nach Friedrichshafen dann glaube ich nach Italien, so einen Dreieckskurs. Man konnte von uns zu Hause auf dem Hügel die Bombardierungen sehen.
    Es ging dann ja los mit dem “Christbäumen” die das Ziel markierten.
    Dann flogen die übern Bodensee und über unseren Hof.
    Flogen sie Tagsüber, wurden sie von unseren Me-109 verfolgt und zum landen gezwungen.
    Bei den Schiessereien traffen oft Geschosse unsere Scheune.
    Grossvater reparierte dann jeweils das Dach, die MG Geschosse machten nicht viel kaputt, aber man musste aufpassen.

    Im Krieg sollte er dann ja auch Getreide anbauen. Aber er war Milchbauer. Als er nun auf frischem Umbruch Getreide pflanzte, auf Land das noch nie beackert wurde, schossen die Halme derart hoch, sie waren Mannshoch und bei jedem Regen fielen sie um. Also man gab das dann nach einer Saison auf.
    Es war eben kein Land für Ackerbau.
    Meine Tante die Pflanzte aus Spass kurz vor dem Krieg einige Kaffeesträucher.
    Als der Krieg kam und Kaffee zum Luxusgut wurde, fingen die Büche aber tatsächlich an zu tragen.
    Also wurde der geerntet und man versuchte ihn zu rösten.
    Nun hatte meine Tante davon aber keine Ahnung, und als sie den Kaffee probierte, war der so extrem stark das sie Stundenlanges Herzklopfen bekam.
    Naja, niemand konnte genau sagen wie man Kaffee richtig röstete.
    Aber man löste das Problem dann damit das man etwas davon in den Kaffeeersatz aus Zichorien gab und ihn so streckte. Also jedenfalls pflegte sie die Büsche bis zum Ende des Krieges…….(((-:

    So das war nun genug…… der alten Geschichten.

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