Oh du kontroverse Weihnachtszeit

Gastautorin : JASMIN T.

 

Die Weihnachtszeit sollte eigentlich die Zeit der Familie, Gemeinschaft und der Besinnlichkeit sein. Hat man sich allerdings im letzten Jahr einige Gedanken zu kontroversen Themen gemacht und kann die Meinungen der meisten nicht mehr teilen, könnte einem in Bezug auf die bevorstehenden Feiertage eher mulmig zu Mute sein. Wenn man jetzt schon daran denken muss, was passiert, wenn Themen wie die Flüchtlingsproblematik oder der baldige US-Präsident auf den Tisch kommen und man sich schon vorstellen kann, mit wessen Meinungen man kollidiert, ist es mit der Besinnlichkeit zur Weihnacht schnell vorbei.

Eine Diskussion kommt meist aus heiterem Himmel und man fängt plötzlich an, mit den engsten Verwandten und besten Freunden zu diskutieren, dabei wollte man eigentlich nur ein geselliges Miteinander mit ihnen verbringen. Meist wird die Situation unangenehm und emotional, obwohl es sich um Sachverhalte handelt, die mit dem Familientreffen und den Menschen, die gerade am Tisch sitzen, gar nichts zu tun haben. In mir gibt es in solchen Situationen einen massiven Zwiespalt, bestehend aus der Beziehung zu meinen Nächsten und dem Drang, ihnen meine Sicht der Dinge begreiflich zu machen. Aus meiner bisherigen Erfahrung konnte ich einige Tipps ableiten, mit denen man stressfrei solche Situationen übersteht und sich seine Beziehungen trotz verschiedener Meinungen nicht verschlechtern.

Allgemein ist zunächst wichtig, dass man die Meinungen der, ich nenne sie jetzt Andersdenkenden, nicht sofort mit den Worten »der weiß doch gar nichts« abtut, sondern lernt, sie anzunehmen. Es ist durchaus möglich, dass es zu einem Thema mehrere Meinungen und Erklärungen gibt. Auch wenn uns in so vielen Bereichen im Leben suggeriert wird, es gäbe nur Schwarz und Weiß, sind die vielen Grautöne und anderen Farben trotzdem vorhanden. Damit meine ich nicht, dass es sich lohnt, mit jedem zu diskutieren, da es genug Menschen gibt, die einfach Mainstream-Meinungen übernehmen und noch nie selbst recherchiert haben. Man kann es versuchen, hat aber meistens nicht die Zeit dazu, alles von ganz vorne und bis ins kleinste Detail zu erklären. Wenn man ehrlich sagt, dass man gerade nicht darüber sprechen möchte oder sich enthält, kann man solchen Menschen recht leicht in Bezug auf einen bestimmten Bereich oder ein Thema aus dem Weg gehen.

Deshalb ist es wichtig in einer kontroversen Diskussion, die Situation der Andersdenken nicht zu unterschätzen. Viele Menschen leben leider immer noch in ihrer Blase und gehen nicht davon aus, dass ihnen in den Nachrichten, Umstände präsentiert werden, die größtenteils von der Realität abweichen oder dass es Menschen gibt, die offen, wiederholt und bewusst lügen. Sie sind nicht nur viel zu beschäftigt mit ihrer Arbeiten und den vielen Ablenkungen, um sich selbst zu informieren, sondern sie haben wahrscheinlich das eigenständige Denken verlernt. Das geschieht vor allem durch die Dauerbeschallung von vorformulierten Gedanken aus jeder Richtung und die Schule, bei der es nur darauf ankommt, alles so genau wie möglich wiederzugeben und Kreativität und Eigeninitiative unerwünscht sind. Abgesehen davon, dass es Menschen generell schwer fällt, ihre Ansichten zu ändern, sind das weitere Faktoren, die einem bewusst sein sollten.

Ist man also in einer solchen Diskussion, tut sich leider kein Loch im Boden auf, durch das man verschwinden könnte, sondern man muss nun mit dieser Situation umgehen. Mir hat es bisher immer geholfen, sich zunächst auf relativ unumstrittene und beweisbare Themen zu konzentrieren. Mein Lieblingsthema dazu ist Gender Mainstreaming, womit ich mich persönlich schon länger beschäftige. Dieses Thema ist schon teilweise im Mainstream angekommen, ich kenne mich aus, kann argumentieren und es schnell beweisen. Dabei ist es nur wichtig, dass man einer Diskussion standhält und dabei sachlich bleiben kann. Solche Diskussionen können nämlich oft sehr emotional werden, wobei es weniger um Fakten als um persönliche Einstellungen und Erfahrungen geht. Gerade bei politischen Themen, die so bedeutend für unser tägliches Leben sind, neigt man schnell dazu, von seinen eigenen Erfahrungen auszugehen und manche Umstände als selbstverständlich vorauszusetzen, die es womöglich gar nicht sind. Dann kann man versuchen, die Diskussion wieder etwas sachlicher werden zu lassen, indem man direkt auf eigene Zitate, Berichte und Internetseiten hinweist und nach konkreten Fundstellen bei dem Gesprächspartner fragt. Dazu sollte man sich schon etwas besser in das Thema eingearbeitet und selbst Gedanken über mögliche Gegenargumente gemacht haben. Das halte ich für das Wichtigste, weil viele Leute heutzutage Parolen übernehmen, aber noch nie eine Quelle selbst überprüft oder sich eigene Gedanken gemacht haben. Außerdem ist es vorteilhaft, wenn man sich nicht auf die Unterschiede sondern auf die Gemeinsamkeiten konzentriert. Gerade in Bezug auf die so genannten „Flüchtlinge“ ist es wichtig sich beispielsweise darin einig zu sein, dass eine kontrollierte Datenerfassung stattfinden sollte und man wissen möchte, welche Menschen in unser Land kommen. So könnte man zum Beispiel beginnen und die Fronten verhärten sich nicht anfangs sofort.

Gerät eine Situation aus den Fugen und man merkt, dass man nicht weiter kommt, kann man die Diskussion schlichtweg beenden. Das geht beispielsweise, indem man darauf hinweist, dass die Situation nichts mit der gegenseitigen Beziehung zu tun habe und man ja in Zukunft nochmal darüber sprechen könne. Es ist nicht immer leicht behutsam und sachlich mit Anderen umzugehen, aber die Anstrengung lohnt sich in der Regel und das, was bleibt, sind die Menschen, die uns umgeben und die wir lieben.

Ich wünsche euch trotzdem schöne Feiertage, eine schöne Zeit mit euren Freunden und Familie und dass ihr etwas für spätere Diskussionen mitnehmen konntet.

 

 

 

von : Jasmin T.

 

 


 

 

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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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