Battlefleet Gothic – Solange wir atmen, gibt es Hoffnung

In der Finsternis der fernen Zukunft gibt es keinen Frieden

Abaddon der Vernichter ist zurückgekehrt! Sein 12. schwarzer Kreuzzug führt ihn erneut gegen das Imperium der Menschheit, welches an allen Fronten seines galaxisumspannenden Reiches gegen die eigene Auslöschung ankämpft. Nun sind die verräterischen und dunklen Chaoskrieger in den Gothic-Sektor eingedrungen, welcher durch einen Warpsturm vom Rest des mächtigen Imperiums abgeschnitten wurde. Die imperialen Verteidiger sind alleine in der Dunkelheit, bedroht von einer gigantischen Übermacht aus Chaostruppen, Orks und Eldar. Ihre Hilferufe verklingen unvernommen im kalten Weltall und ganze Planeten verbrennen in den Flammen des Krieges.

(Spoiler)

Krieg ist die Hölle

Battlefleet Gothic Armada ist ein neues Taktik-PC Spiel, welches sich im bekannten Warhammer40k Universum bewegt. Und es bewegt sich darin so geschmeidig wie grandios.  Wem das Warhammer Universum kein Begriff ist, dem sei hier kurz von mir eine Erläuterung gegeben:

Im 41. Millenium, also in weiter Zukunft, regiert das Imperium der Menschheit über fast die gesamte Galaxis. Von Terra, ehemals die Erde, wacht der unsterbliche Gott-Imperator über seine Trillionen von Untertanen, welche nur durch ihren Glauben an den Imperator und durch ihre eigene Tapferkeit gegen die zahllosen Feinde der Menschheit bestehen können. Bedroht von allen Seiten kämpfen die Menschen einen blutigen Überlebenskampf gegen die Xenos, Aliens, welche danach trachten ihre eigenen Imperien zu errichten oder aber viel sinistere Ziele verfolgen. Grüne Orks, monströse Tyraniden und mysteriöse Eldar sind nur ein paar der unzähligen Monster in dieser dunklen Galaxis. Aber die wohl größte Gefahr für die Millionen Sternenysteme des Imperiums ist wohl das Chaos, jene Macht des Warp, in welchem die Sternenreisen erst möglich gemacht werden. Das Chaos aus dem Warp jedoch verdirbt die Menschheit, korrumpiert sie indem es ihre innersten Gelüste und Triebe befriedigt, während es überall versucht Risse in die Realwelt zu schneiden, von wo aus die Dämonen der Vier Chaosgötter in die Welt der Lebenden hineinströmen. Der Kampf der Menschheit ist nicht nur ein Kampf gegen materielle Xenos, sondern auch eine Schlacht um die eigene Seele. Wer einmal vom Chaos korrumpiert wird, verfällt seinem finsteren Einfluss und wird selbst letztendlich zu einer dämonischen Monstrosität oder einem wahnsinnigen Chaos-Kultisten. Selbst die gottähnlichen Space Marines, die genetisch modizifierten Superkrieger des Imperiums, sind vor langer Zeit in Teilen dem Chaos verfallen. Nun sind sie erneut zurückgekehrt um das Imperium der Menschheit zu vernichten.

In diese Welt springen wir im wahrsten Sinne des Wortes hinein, wenn wir Battlefleet Gothic Armada spielen. Man übernimmt die Kontrolle über die Imperiale Marine im Gothic Sektor. Als neu angeheuerter Admiral müssen wir mit ansehen, wie der einst friedliche imperiale Sektor von den Truppen des Chaos angegriffen und verwüstet wird. Für die Imperialen Streitkräfte ist die Invasion von Abaddon dem Vernichter eine desaströse Überraschung. Ganze Welten verglühen im Zorn der verräterischen Chaoskrieger, während Ork-Piraten und Eldar sich über das geschwächte Imperium hermachen. Von diesem Moment an, während die Flottenstützpunkte der Marine brennen, ganze Planeten versklavt werden und Millionen von Soldaten binnen von Stunden sterben, kämpfen wir als Spieler um das Überleben der Menschen im Gothic Sektor . Und in Warhammer40k ist Krieg nichts für schwache Nerven. Billionen sterben in Schlachten von ungeheurer Dimension. Städte mit Milliarden Menschen werden geopfert, damit die Marine andernorts in die Offensive gehen kann. Zehntausende Marinesoldaten verrecken bei der Zerstörung eines einzigen Schlachtschiffes, während die Horden des Feindes sich unermüdlich gegen die Verteidiger des Gothic Sektors werfen. In diesem Krieg merkt man schnell, dass es um Alles oder Nichts geht.

 

Ein Mann kann alles ändern

Das Überleben von dutzenden Systemen und hunderten Planeten mit Billionen von Menschen steht auf dem Spiel. In Warhammer erliegt man schnell dem Eindruck, dass der individuelle Mensch entwertet wird. Angesichts der schieren Masse an Tod und Vernichtung mag dies einleuchtend sein. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die Tat der einzelnen Männer und Frauen, die tapferen Verteidiger des Imperiums, sind nicht ohne Bedeutung. In ihrer Summe sind sie gewaltig und selbst ein Mann und seine individuelle Entscheidung, kann das Schicksal von Millionen verändern. Für die Imperialen ist der Heldentod der beste aller Tode. Und für das Imperium zu sterben ist der beste aller Heldentode. Was spielt das eigene Leben schon für eine Rolle, wenn man durch das eigene Opfer Milliarden retten kann? Ganze Sternensysteme blicken zur imperialen Flotte empor und schauen auf die Männer und Frauen der Marine – sie beten und hoffen um Schutz und Hilfe. Heldenhaft ist es, diesem Ruf ohne Zögern nachzukommen.

Battlefleet Gothic Armada zeigt uns am Ende, wie das Opfer eines Mannes das Schlachtenglück wenden kann – wie die mutige Tat Weniger zum Glück für die Vielen wird.  Der ganze Horror des galaktischen Krieges wird umso deutlicher, wenn ganze Planeten mitsamt ihrer Bevölkerung lieber vom Imperium zerstört werden, als sie dem Feind zu überlassen. Welche Rettung besteht für einen von Dämonen verseuchten Planeten, selbst wenn viele unschuldige Bürger nicht den Mächten des Chaos erlegen sind? “Ist das wirklich notwendig?” fragt der Hauptcharakter den verantwortlichen Inquisitor, welcher einen “Exterminatus” an einem Planeten durchführen möchte. Die Antwort im 41. Millenium ist eine sehr finstere. Es besteht keine Chance auf Rettung für die Bevölkerung eines vom Chaos heimgesuchten Planeten und die Imperiale Flotte kann keinen Befreiungsversuch starten. Ihre Kräfte reichen nicht aus.

Die Strategie der verbrannten Erde ….hinterlässt leblose und karge Felsen im All.

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Was mir am meisten inspiriert hat, ist der eiserne Durchhaltewille der imperialen Soldaten und Bürger, die abgeschnitten von der Außenwelt im Spiel einen jahrelangen und verlustreichen Krieg führen. Einen den sie, wenn keine Hilfe kommt, nur verlieren können. Es ist der Mut der Verzweiflung und der Glaube an die Rettung durch die imperialen Kameraden von außerhalb, welche zum Weiterkämpfen motiviert. Das Spiel ist nicht vorbei, wenn man eine Schlacht verliert. Es endet, wenn Niemand mehr weiterkämpfen kann. Selbst aus schier verzweifelten Situation kann man sich noch retten und diese Botschaft ist wichtig. Es ist die alte Geschichte von den beiden Fröschen in der Milchkanne. Einer schwimmt weiter und strampelt in der Milch umher, während der andere keinen Sinn darin sieht und lieber ertrinkt. Der schwimmende Frosch lässt die Milch jedoch fester werden und kann sich retten. Er überlebt, weil er niemals aufgegeben hat.

Die Raumfahrer der Imperialen Flotte im Gothic Sektor strampeln weiter und winden sich im Todeskampf gegen eine schier endlose Übermacht. Aber sie überleben, weil sie nur lange genug gestrampelt haben. Solange noch ein Raumschiff fliegt, ein Marinesoldat kämpfen kann und solange noch ein Admiral atmet, ist NICHTS vorbei.

 

 

 

 

Bild: http://www.battlefleetgothic-armada.com/home/img/17.jpg

Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

One thought on “Battlefleet Gothic – Solange wir atmen, gibt es Hoffnung

  1. Ich habe mit Battlefleet Gothic gekauft. Was mir gut gefällt sind die Manöver und die Leveling-Möglichkeiten überall. Was mich jedoch entäuscht hat ist, dass das Spiel letzendlich 2D ist und nicht 3D, wie von mir erhofft. Auch dass man bei Skirmishes nicht direkten Zugriff auf alles hat sondern erst leveln muss finde ich schade.

    Aber nichts geht eh über die Paradox Games, Crusader Kings 2 oder Hearts of Iron, die beste WKII Simulation aller Zeiten!

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