Chinas Expeditionskorps in Afrika

Chinas Engagement in Afrika ist groß geworden. In Djibouti ist kürzlich die erste chinesische Militärbasis auf dem schwarzen Kontinent entstanden. Am Horn von Afrika zeigt sich langsam, dass die aufsteigende Drachenation, das Reich der Mitte wie es sich selbst gerne nennt, an Einfluss gewinnt. Während militärische internationale Politik vor allem ein Spielfeld der westlichen Industrienationen, allen voran USA, Großbritannien und Frankreich war, drückt sich heute China zusammen mit dem Iran und Russland immer mehr zwischen die abgesteckten Claims des Westens. Wo der Iran in Syrien und im Irak oder im Yemen aktiv ist und Russland seine umliegenden Ex-Teilrepubliken „behandelt“, macht sich China währenddessen in Afrika breit. Und zwar so breit, dass manche Stimmen den Chinesen bereits einen stillen und heimlichen Neo-Kolonialismus vorwerfen. Aber zumindest die von China „neokolonialisierten“ afrikanischen Staaten scheinen kaum Einwände gegen Pekings starkes Engagement zu haben. Denn die Chinesen wurden eingeladen. Eingeladen um die schwachen afrikanischen Volkswirtschaften mit chinesischen Investitionen zu sanieren, Arbeitsplätze zu schaffen und die landeseigenen Armeen aufzurüsten. Öl, Waffen und Nahrung. China brauch Energie, Getreide und Erze und davon viel. So viel, dass es seinen eigenen Bedarf nur noch durch die massive Erschließung oder Ausbeutung ausländischer Quellen decken kann. Dabei schlägt China ähnlich wie die USA in gleicher Manier zwei Fliegen mit einer Klappe. Es erhält in Afrika die Rohmaterialien, welche es so dringend benötigt und pflegt gleichzeitig diplomatische Kontakte. Diese Kontakte bestehen vor allem zu den sich immer besser rüstenden afrikanischen Staaten, die nun auch gerne chinesische Hardware kaufen. Ja, China macht „partnering“ bei den afrikanischen Nationen und poliert damit das eigene Image auf. Es berät mit Personal die afrikanischen Militärs, schult Soldaten und unterstützt den Aufbau staatlicher Strukturen, die in afrikanischen Nationen quasi bis heute kaum vorhanden oder aber zu schwach sind. Wenn die Chinesen etwas können, dann einen Staat führen.

Afrika und China. Das ist ein Handelsvolumen von 160 Milliarden US Dollar im Jahr und eine Gefahr für die anglo-amerikanischen Interessenlobbies, welche in den chinesischen Investitionen eine Bedrohung für ihren Profit sehen. Wem gehört Afrikas Reichtum? Sicher nicht den Afrikanern. Beide Supermächte sind sich scheinbar zumindest darin einig. Der Energiehunger Chinas und die Notwendigkeit für ausländische Investitionen bei den afrikanischen Gastgebern sorgen derzeit allerdings für ein beiderseitiges Einverständnis. Bei allem Entdeckerdrang sollte jedoch nicht vergessen werden, das auch die USA in Afrika weiterhin stark engagiert und involviert sind. Neben der neuen “Forschungstation” Chinas in der Antarktis, macht Afrika deutlich, dass die USA und China auf dem ganzen Globus miteinander ringen.

Bild:  Soldiers of an honor guard of the People’s Liberation Army at their base in Nanjing, China, on June 18


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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