Afrika kauft sich Waffen wie kein anderer Kontinent

Panzer, Hubschrauber und Raketenwerfer. Die Zeiten in denen afrikanische Armeen sich mit Aks und Macheten alleine bekriegt haben, sind wohl erstmal vorbei. Der Kontinent holt im internationalen Wettrüsten mächtig auf und kauft sich schweres Kriegsgerät aus China, Europa und USA. + 8,3%  mehr Rüstungsausgaben im Jahr 2014.

Länder wie Nigera, Senegal, Burkina Faso und der Tschad sind eigentlich Kandidaten, denen Investionen in den sozialen Sektor und in die Infrastruktur gut täten. Aber die Prioritäten der afrikanischen Staaten haben sich verlagert. Vor allem Nigera und der Tschad, sowie die nordafrikanischen Staaten am Mittelmeer rüsten dramatisch auf. Der Grund ist die verschärfte Sicherheitslage und der sich wie ein Krebsgeschwür ausbreitende islamische Terrorismus und die dauerhaften Bürgerkriegsszustände in den eigenen Ländern und denen der unmittelbaren Nachbarschaft. Die westafrikanischen Staaten am Atlantik und die ostafrikanischen hadern ebenfalls mit massiver Piraterie. Die Bundeswehr Mission Atlanata vor der Küste Somalia bezeugte noch einmal die Dramatik der ausufernden Massenkriminalität und der terroristischen Netzwerke, die sich über den ganzen schwarzen Kontinent ausgebreitet haben. Man kann die terroristische Bedrohung nicht klein reden und Attentate wie in Paris oder Belgien oder London verlieren eigentlich an Bedeutung, wenn man sich Afrika im Vergleich ansieht. Al-Shabab, Al-Kaida und Boko Haram sind nur die bekanntesten der vielen Terrorgruppen, auf deren Konto bereits tausende, wenn nicht sogar zehntausende Opfer gehen dürften. Die ökonomischen und sozialen Folgen dieses andauernden Krieges im Innern sind umso dramatischer. Massenflucht, Verödung ganzer Landstriche und die zwanghafte Urbanisierung führen zu noch erdrückenderen Problemen für die noch immer jungen afrikanischen Nationen.

Während in Europa die Grenzen als Hindernis wahrgenommen werden, sind die mittelafrikanischen Länder erpicht darauf die Grenzen zu verstärken und damit vor allem den irregulären Menschen- und Waffenhandel, sowie das Einsickern nordafrikanischer Terrorgruppen zu verhindern. Die zunehmende Professionalisierung der nationalen Streitkräfte führt auch dazu, dass sich langsam ein Selbstverständnis militärischer und nationaler Identität in den Armeen formt. So kämpfen christliche und muslimische Soldaten in Nigerias Armee gemeinsam gegen Boko Haram, während andernorts die Armee als Gleichmacher unter den Ethnien fungiert. Eine gemeinsame Sprache, eine gemeinsame Nation und eine Armee. Die Zeiten des totalen Chaos und der beständigen Umbrüche scheinen abzuklingen, wenngleich nicht auszuschließen ist, das angesichts schwindender Ressourcen wie Wasser und Regenwald, die Verteilungskämpfe den Kontinent nicht doch erneut in ein brutales Elend stürzen könnten.

Mit dem Erwerb von Lenkraketen, U-Booten und modernen Kampfpanzern der 2000+ Generation, erwerben einige afrikanische Nationen jedoch auch die Fähigkeit, über schwächere Nachbarn leicht die militärische Oberhand zu gewinnen. Während interne Konflikte am ehesten in Afrika an der Tagesordnung sind, zeigt sich doch auch, dass kleinere Kriege zwischen verfeindeten Staaten ausbrechen können. Die Folgen solcher Auseinandersetzungen dürften auch für Europa dramatisch werden. Bei einem gesamt-oder teilafrikanischen Gewaltausbruch dürfte davon auszugehen sein, dass die Flüchtlingswelle Richtung Norden und damit Europa weitergeht und sich noch verstärkt. Die Frage ist also, ob stabile afrikanische Regime mit großer Militärmacht Garanten der Sicherheit in Afrika sein können oder aber eher zur weiteren Destabilisierung des Kontinents beitragen.

 

Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

2 thoughts on “Afrika kauft sich Waffen wie kein anderer Kontinent

  1. Ich würde sagen die grösste Gefahr für Schwarzafrika geht von den Arabern aus.Schwarzafrika ist fruchtbar-Arabien hat Wassermangel und das Öl soll auch zuende gehen:Was werden sie also machen wenn sie zu wenig Wasser und zu wenig Öl haben aber mondernste Waffen???

  2. @Walter
    Sie werden dort auf chinesische Investoren treffen, dir dort ihre Truppen stationiert haben. China ist in Afrika seht präsent und lässt Gebietsverluste nur ungern zu. Und wenn der Muselmann mit der AK47 in der Hand, gegen eine chinesische Drone antritt, gehe ich gerne eine Wette ein.

    Gruß Ivo

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