Japans Militärmacht Teil II- gefährliches Wettrüsten im Pazifik

42 Milliarden US-Dollar beträgt das neue Budget für die SFD Japans. Es ist die vierte Erhöhung des Etats innerhalb von fünf Jahren. Eine Entwicklung, die von fast allen pazifischen Nationen kopiert wird. Vor allem die mit den US im Bündnis stehenden Nationen (Japan, Australien, Vietnam, Phillipinen und Malaysia) erhalten dafür den Rückhalt des Pentagon. Es geht um den vermeintlichen Erhalt von “Frieden, Stabilität und Sicherheit” im Pazifik, wie Chuck Hagel kürzlich in Japan sagte und damit die Erlaubnis erteilte weiter aufzurüsten. Mit amerikanischen Waffen natürlich, wenn nötig. China hält bisher jedoch problemlos mit oder gibt zumindest den Anschein mit zu rüsten.

60% der US-Flotte bestreift momentan den Pazifik und hält regelmäßige Übungen, inklusive amphibische Landungsoperationen, mit den Verbündeten ab. China demonstriert zusammen mit Russland dagegen eine ganz eigene Einheit. Chinas zweifellos offensives Verhalten im Südchinesischen Meer und weiter östlich nahe den Senkaku Inseln hat vermutlich eher das Ziel die Konkurrenten zu verschrecken.

Japans militärische Stärke an und für sich kann selbstverständlich im direkten Konflikt mit China nicht Schritt halten. Zumindest nicht numerisch und auf dem Papier. Japan bringt knappe 250.000 Soldaten auf den Plan, etwa 1600 Flugmaschinen und etwa 150 Schiffe. Panzer und Soldaten machen traditionell den größten Teil aus. Allerdings wird das Heer bei einem Pazifikkrieg kaum eine Rolle spielen.

Wichtiger ist Japans wirtschaftliche Stärke. Es gehört nicht grundlos zu den führenden Industrienation der Welt und hat mehrere Rezessionen und das Fukushima-Desaster trotz einiger Probleme hinter sich bringen können. Die japanische Wirtschaftsmacht ist vielleicht der wirkliche Machthebel im Ringen um die pazifische Dominanz. Nimmt man Japan alleine, kann China mit fast der 10fachen Übermacht aufwarten. Allerdings steht dem Roten Riesen ein komplexes Militärbündnis, dass der NATO ähnelt und von Amerika angeführt wird.  Südkorea, Japan, Australien, die Phillipinen, Malaysia, Vietnam und sogar Indonesien. Zwar besteht keine juristische Verpflichtung zum militärischem Beistand. Jedoch ist zu erwarten, dass Angesichts in diesen Ländern verorteten US-Basen auch ein direktes Engagement jener Nationen nicht auszuschließen ist.

Das Wettrüsten im Pazifik ist explosiver als uns klar ist. Denn sollten die USA tatsächlich in einen Konflikt, und sei es ein begrenzter Konflikt, verwickelt werden, könnte die NATO Beistandsklausel greifen. Voraussetzung dafür ist ein Angriff auf die territoriale Integrität der USA in Nordamerika. Das Aufrüsten am anderen Ende der Welt erinnert stark an jenen Wettkampf zwischen den Mächten Europas vor dem Ersten Weltkrieg.

Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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