Andalusien und der spanische Zauber

 

Die Hitze des Mittags perlt von den weißen Mauern der andalusischen Städte und Dörfer ab. Katzen lungern in den schattigen Gassen und farbenprächtige Blüten hängen aus Fenstern und von geräumigen Balkonen. Atlantikluft weht von Westen her über goldene Felder und sanfte Hügel von Andalusien, der zweitgrößten und bevölkerungsreichsten Region Spaniens.

Dieses südwestliche Ende Europas, das sowohl ans Mittelmeer als auch an den Atlantik grenzt, hat einen ganz besonderen Charakter und eine Seele, die nicht grundlos mit ganz Spanien in Verbindung gebracht wird. Die starke regionale Identität von Andalusien spiegelt sich in dem frommen Landleben und der ausschweifenden Romantik der Natur wieder. Es zeigt sich die verspielte Ader der Architektur, die sowohl antike als auch Moderne des 18. Jahrhunderts zusammenbringt. Eine Verschmelzung von nordafrikanischer Kunst und tief katholischer Bauweise.  Die Einflüsse der wechselhaften Besiedlungsgeschichte äußern sich in der Küche und dem Stadtbild. In Andalusien soll der “Flamenco” zum ersten Mal getanzt worden sein. Es ist jenes spanische Kerngebiet, dass in frühster Vorgeschichte bereits von den Phöniziern, dann den Römern, später den Vandalen und Goten und dann den Mauren besiedelt wurde. Erst mit der Reconquista von 1492 und dem Fall von Granada, endete die maurische und muslimische Herrschaft über die iberische Halbinsel.

Was darauf folgte war die große, wenn nicht sogar die größte Zeit für Andalusien und ganz Spanien. Die Zeit der Entdecker und der Eroberer. Noch im selben Jahr entdeckte Columbus die “Neue Welt” für die spanische Majestät und Königin Isabella I. Der Aufstieg Spaniens zur Weltmacht wurde in den Prachtbauten der iberischen Nation in Stein verewigt. Spaniens Aufstieg im nächsten Jahrhundert bedeute auch die Öffnung des Seehandels und den Aufbruch Europas aus einer tiefen Krise, die durch den Fall Konstantinopels und die Sperrung der Seidenstraße durch die Türken verursacht wurde. Die Öffnung nach Westen über den Atlantik, ja die Besiedlung der beiden Amerikas und die atlantische Welt wäre ohne andalusische Freiheit wohl nicht so zustande gekommen.

Andalusien verbindet vielleicht das Beste aus Orient und Okzident. Eine Romantik wie aus Tausend und einer Nacht und ein freiheitliches Lebensgefühl, dass den Verlockungen der schwülen spanischen Nächte ohne Komplexe nachkommen kann. Luftige Sommerkleider und zauberhafte Blüten im Haar spanischer Mädchen, die sorglos die langen Pflasterstein-Straßen hinunter gehen. Abends genießt man Schinken, Tapas und Bier in den hell erleuchteten Bars und lauscht den Lautenklängen der so typisch spanischen Musik.

 

Bild:   www.flickr.comphotosanoldent3159919668


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Geboren in Berlin und aufgewachsen im Wedding und Moabit.
Young German ist der Initiator und Hauptautor unseres Blogs. Ein Vielschreiber mitte 20, dessen Hauptfokus auf Außen- und Innenpolitik sowie militärischen Themen liegt. In seiner Freizeit treibt er gern Sport und verbringt viel Zeit in der Natur, sofern er das als Städter einrichten kann und das Studium es erlaubt. Wie viele seiner Generation sucht er die Entspannung auch gerne mal in Form von Games, SciFi und Fantasy.

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