Von Bottrop nach Down Under: Nicht alles ist Gold, was glänzt…oder doch?

von Daniel von der Ruhr

 

Vor ziemlich genau einem Jahr bin ich mit meiner kleinen Familie (Frau und Kind) nach Australien ausgewandert. Einige von euch werden sich vielleicht noch an meinen Artikel erinnern (hier). Mir bot sich damals eine Job-Gelegenheit, die sich nur einmal im Leben anbietet. Zum Ende dieses Blogbetriebs möchte ich euch heute erzählen, wie es mir in den letzten Monaten ergangen ist.

Zunächst muss ich festhalten, dass obwohl ich erst spät auf den Blog gestoßen und noch später als Autor hinzugestoßen bin, Younggerman.com doch zu meinen kleinen Erweckungserlebnissen gehörte. Nirgends, abgesehen von vielleicht Achgut, fand ich niveauvolle Beiträge mit konservativer Grundhaltung, die trotzdem kurz und prägnant meist gleich auf den Punkt kommen. Einfach zu lesen und trotzdem tiefgründig. Es ist sehr schade, dass der Betrieb hier eingestellt wird.

Nun zu Australien.

In den ersten drei Monaten nach unserem Umzug hierher schwankten meine Frau und ich zwischen «Wir können unser Glück kaum fassen» und «Wissen nicht ob wir das schaffen». Die Anpassungsschwierigkeiten waren am Anfang doch sehr groß. Nicht für unser noch junges Kind, aber doch für mich und meine Frau, die ja eigentlich nur Schulenglisch können und ansonsten, abgesehen von islamischer Parallelgesellschaft im Ruhrgebiet, kaum Kontakte zu anderen Kulturen über einen längeren Zeitraum hatten. Schnell wurde uns klar, dass wir uns sehr anstrengen mussten, um hier wirklich anzukommen und uns zu etablieren. Nach etwa zwölf Monaten kann ich nun sagen, dass wir erfolgreich waren. Als ich Bottrop verließ, hatte mein ehemaliger Arbeitgeber dicht gemacht und die Anteile der Firma ins Ausland verkauft. Hunderte Kollegen, so wie ich, wurden arbeitslos. In der Tristesse des Ruhrpotts gab es für mich und meine Frau kaum Aufstiegsschancen und wir fühlten uns schon seit Jahren wie zwei Hamster im Rad, die einfach nicht vorwärts kommen. Obwohl wir beide fachlich und akademisch gut ausgebildet sind und langjährige Berufserfahrung haben, kamen wir finanziell und beruflich einfach nicht wirklich auf die Beine. Die steuerlichen Belastungen, unerwartete Zusatzkosten oder eben das verfrühte Absterben des Arbeitgebers machten uns ziemlich zu schaffen. Kurzzeitig hatte ich sogar überlegt als Reservist im IT-Bereich auf einen Reservedienstposten zu gehen, der mir mal angeboten wurde, um ein paar Monate zu überbrücken. Es scheiterte an der chaotischen Personalbürokratie der Bundeswehr, die es einfach nicht gebacken bekam meine Beorderung zu bearbeiten.

Unser gemeinsames Einkommen reichte im letzten Jahr für eine Dreizimmerwohnung in einem «abgefuckten» Teil von Bottrop und einen alten VW Polo. Für größere Teile des Ruhrgebiets in Deutschland ist dieser Lebensstandard meiner Beobachtung nach (sofern man nicht Drogendealer und Clanmitglied ist) Standard. Unser Geld reichte am Ende des Monats gerade so, dass wir etwa 300-500 Euro  zurücklegen konnten. Der Weg nach Hause führte zumeist vorbei an umgekippten Mülltonnen, halbtoten Drogenabhängigen und rumänischen Bettlerbanden, die sich kreisförmig durch die Stadt bewegten und einem nahezu überall begegnen. Hin und wieder bechleunigt auch ein Bentley oder Ferrari an der Kreuzzung gegenüber, wenn er mit 100 kmh aus der Stadt heraus knallt. Man merkts: ich bin eigentlich vom Naturell her ein Sozialdemokrat. Der Aufstieg in die Mittelschicht ist den meisten Leuten hier verwehrt, die soziale Durchlässigkeit nach oben hat in Deutschland eher abgenommen, was ich an meinen Eltern gut beobachten kann. Während sie es in ihrer Jugend noch zu Wohlstand gebracht haben, ein Haus mit Mitte 20 kaufen und mit Mitte 30 abgezahlt haben, treten meine Familie und ich auf der Stelle. Und das obwohl wir rein fachlich und beruflich besser qualifiziert sind als meine Eltern und ihr Umfeld. Das Ende der Industrie im Ruhrgebiet hat fatale Folgen für den Wohlstand der Menschen gehabt.

Zurück zu Down Under.

Mittlerweile habe ich nach einem Jahr im Beruf keine panische Angst mehr davor entlassen zu werden und dann auf gepackten Koffern in Australien zu stehen. Ich fühle mich angekommen, wichtig und gewertschätzt, was mir meine australische Firma mit einem sehr guten Gehalt und einer Beförderung deutlich machte. In Sachen Digitalisierung versucht man hier nicht den Anschluss an China zu verlieren. Die Regierung investiert und der freie Markt, der hier noch existiert, ergreift die sich ihm bietenden Chancen. Im Vergleich zu Deutschland boomt die Wirtschaft hier, wenngleich der Lockdown durch Corona mittlerweile auch Folgen hat.

Das Schöne an Australien ist bisher, dass sich viele Auswanderer hier finden, die alle eine ähnliche Geschichte zu erzählen haben. Viele in meiner Firma kommen aus dem alten Europa. Fast alle berichten von ähnlichen Problemen. Ihre Nachbarschaften sind nicht mehr lebenswert, sie kamen trotz guter Qualifikationen nicht wirklich im Beruf an und so weiter. Sogar ein paar deutschsprachige Kollegen gibt es, mit denen man zumindest ein paar kulturelle Eigenarten gemein hat, was für Heiterkeit am Arbeitsplatz sorgt. Insgesamt kann ich sagen, dass die Australier, die schon länger dort leben, ein ziemlich angenehmes und kompetentes Völkchen sind. Alle sind hier, um etwas aus ihrem Leben zu machen. Leute, die bewusst von Sozialleistungen leben wollen, sind eher selten.

Nach einem Jahr in Australien ist auch klar, dass meine Frau und Ich ein Vielfaches von dem verdienen, was wir Daheim verdient haben. Trotz höherer Lebenshaltungskosten bleibt am Ende des Monats deutlich mehr für uns übrig, was es uns ermöglicht nicht nur unserem Kind eine bessere Zukunft zu bauen, sondern auch die Lebensqualität für uns selbst steigert. Eine gute Wohnung, ein schönes Auto  – all das sind jetzt Dinge, die erschwinglich werden. Auch habe ich gemerkt, das die viele Sonne, das gute Wetter und die Nähe zum Ozean eine echt beruhigende Wirkung auf mich haben. Der Stress und die gedrückte Stimmung aus der alten Heimat, inmitten von Betonklötzen, alten Industrieanlagen und Mülldeponien, fällt von mir ab. Sicher wäre der Vergleich anders, wenn ich irgendwo in Freiburg ein Anwalt oder Arztsohn gewesen wäre. Dann wäre der Unterschied nicht so krass! Aber zwischen dem Pott und Perth liegen wirklich Welten.

Dennoch weiß ich nicht, ob ich jedem das Auswandern empfehlen würde. Die Anpassungsschwierigkeiten waren oft so groß für uns, dass wir manchmal kurz davor waren aufzugeben. Es ist gut, dass wir es nicht getan und uns durchgebissen haben. Und obwohl ich mich hier von Politik fernhalte und so gut wie keine deutschen Medien mehr konsumiere, merke ich, dass auch hier in Australien die politische Linke auf dem Vormarsch ist oder zumindest sehr aktiv ist. No-Border-Aktivismus und Neo-Feminismus sind hier ebenso en vogue wie der Glaube an den großen Gott des Multikulti. Obwohl Australien mit seiner No-Way-Politik hier bei vielen Leuten auch großen Rückhalt genießt, ist klar, dass man wohl vor dem Globalismus und seinen kämpferischen Zellen nicht flüchten kann. Die Probleme Europas und Nordamerikas existieren hier auch, nur eben in abgeschwächter Form. In der Innenstadt sind mir auch schon große Banden von Schwarzafrikanern und Arabern aufgefallen, die großteils die gleiche Rolle einnehmen wie in Deutschland, Frankreich oder sonstwo in Europa. Die Sicherheitsbehörden sind ebenfalls relativ schwach und können sich nicht durchsetzen und der Islamismus ist auch hier ein Thema. Hinzu kommt, dass die Chinesen beinahe den halben Kontinent aufgekauft haben und drauf und dran sind Australien zu einer Art Kolonie zu machen.

Trotzdem sehe ich meine persönliche Zukunft hier immer noch in schöneren Farben, als Daheim in Deutschland. Ganz loslassen kann man von der Heimat letztlich ja auch nicht. Da ich nun mehr verdiene und wirklich nicht mehr von der Hand in den Mund leben muss, habe ich vor einigen Wochen erstmals an die AfD und ein paar andere kleine Organisationen gespendet, die sich für eine lebenswerte Zukunft in Europa einsetzen. Solche größeren Summen zu spenden wäre mir einfach vor einem Jahr nicht möglich gewesen.

Letztlich versuche ich damit wohl auch mein Gewissen etwas zu besänftigen. Denn letztlich verließen wir ja unsere Eltern, meine Geschwister und die alte Heimat für wahrscheinlich immer. Aber die Bundesrepublik hat auch wirklich viel dazu beigetragen uns das Auswandern zu erleichtern. Eigentlich scheint mir, dass die momentane Regierung unter Merkel und Konsorten mit ganzer Kraft versucht dieses Land zu ruinieren und die Bürger, die noch Verstand und ökonomische Mobilität haben, zu verjagen.

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Bild: Pixabay

 

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