Von dreierlei Rechten

von J. Broederbond

Viel wird geschrieben über das Wesen der “wahren, guten und schönen Rechten”, über “konservativen Lifestyle” über ein “richtiges Leben im falschen”.
Ein nicht zu unterschätzender Teil der Beiträge dreht sich schlussendlich um die augenscheinlich profanen Dinge der biologischen Existenz. Die Schwierigkeit einen Partner zu finden, der den ganzen ideologischen Ballast mit trägt und obendrein auch noch gut kocht und natürlich blendend aussieht. Mit Zöpfen und Dirndl und allem.
Bei der oberflächlichen Lektüre der Berichte aus dem sexuellen Jammertal (“finde keine Frau, die nicht bei dem Wort “AfD” das Date abbricht”) und den Reaktionen darauf (“such dir ne Russin”, “geht halt mal pumpen”) drängt sich einem der Eindruck auf, man habe es eigentlich mit dreierlei Sorte Mann zu tun.

Zwei unterschiedliche Archetypen die der politische Zufall auf die gleiche Seite des Spektrums geworfen hat, die aber beide miteinander nicht viel zu tun haben.
Es gibt da auf der einen Seite den sensiblen Feingeist, wie er sich selber sicherlich beschreiben würde. Andere würden sagen: Den an Deutschland leidenden Mann.

Für die tägliche alkohol- und testosterongeschwängerte Auseinandersetzung in der Kneipe ist er eher nicht geeignet. Seine Sache ist auf weichen Polstern bei einem oder zwei (nicht zu vielen!) Bieren den unweigerlichen Untergang des Vaterlandes zu bejammern. Was soll er auch sonst tun, bei einer derart dürren Aussicht auf sexuelle Erfüllung? So schaut er mit tränenschwangeren Blick den lokalen Schönheiten dabei zu, wie sie mit Ronny, Ali und Yuri um die Häuser ziehen. Er wäre auch gern dabei, ja er würde sogar die von allen verstoßene Chantal nehmen, wenn sie sich ihm nur zuwenden würde. Leider, ach leider, wird daraus nichts. Denn der böse Feminismus, der Multi-Kulti-Kult und überhaupt Angela Merkel, sie alle sind gigantische Cockblocker. Verantwortlich dafür, dass er trotz Lebensversicherung und einem grundverlässlichen VW Passat immer noch keine Frau hat. Dabei verkörpert er doch in seinem zugeknöpften Poloshirt, seiner weißen Haut und der schlanken Gestalt genau das was konservative Frauen gefälligst anregend zu finden haben! Sonst sind sie eben von Materialismus und amerikanischen Filmen verdorben und für ihn sowieso uninteressant.

Ihm gegenüber steht der zornige. Der aufgestellte und gewaltbereite Rechte. Er ist auch Feingeist, aber der Geist liegt unter einer dicken Haut die mit einem feinen Firnis der Zivilisation bedampft wurde. Er liest Donovan, seine Haut ist mitunter mit Tintenbildern verziert. Gern auch in Runen oder zweideutigen Symbolen. Auch er leidet an Deutschland. Auch er weiß, der Krieg ist schon verloren, die “genetische Wolfssubstanz” unweigerlich verdünnt. Nichts kann mehr gerettet werden. Aber er steht hier, als letzter Streiter für Deutschland wie weiland 1945 die Vorväter oder 1918 oder 1529 oder 732. Er wird kämpfen und das lässt er auch jeden wissen. Jeder soll wissen, dass er sich im Zweifel für Deutschland auch alleine gegen Migrantifa und Kapitalismus stellen wird. Vor allem soll es die verträumte, bezopfte und stets in sechshebigen Jamben textende Maid wissen, die er so gern hätte, die aber leider in unerreichbaren Höhen schwebt. Dennoch weiht er ihr sein Herz wie annodunnemal der Ritter Siegfried und tjostet davon, im ewigen Kampf gegen den weltverschlingenden Drachen mit Namen Modernismus.
Auch seine Lenden bleiben unbenutzt und auch seine Abende verbringt er meist mit männlichen Gesinnungsgenossen. Stößt ein neues weibliches Wesen hinzu, wird sie meist innerhalb kurzer Zeit von den gar nicht mehr so lieblichen Zopfmaiden hinweggebissen. Denn die schätzen etwas weltlichere Konkurrenz so gar nicht. Selbst wenn sich dann doch einmal ein angeschäkertes Mädchen an den dichtenden Furien vorbei hin zum Stammtisch der aufrechten Recken verirrt, weiss auch der traurige Streiter nichts mit ihr anzufangen. Bestürzt muss er registrieren, dass auch sie wenig Geduld für seine Untergangsprognosen hat. So bleibt auch er – allein.

Beiden gemein ist, das dürfte mittlerweile klar geworden sein, der weitgehende Misserfolg beim anderen Geschlecht. Der Erfolg stellt sich auch nicht bei denen ein, die ein hübsches Gesicht oder wohlgeformte Muskeln ihr eigen nennen.
Warum nur fragt sich dann der leidende, wie der endsiegendkämpfende Mann. Warum nur will keine Frau mit mir durch die weltanschauliche Hölle wandern, die die realexistierende BRD stellenweise zweifellos darstellt?
Die Antwort darauf gibt der Dritte. Der vitale, mitunter auch etwas hemdsärmelige, jedenfalls virile Mann. Auch er weiß, er befindet sich weltanschaulich in der Minderheit. Aber im Gegensatz zu den anderen beiden stört es ihn nicht. Es hindert ihn auch nicht bei der Partnersuche. Er weiß, die BRD ist eine Welt bevölkert und regiert von Clowns und so geht er heiter und belustigt durch das Leben. Wenn er jemanden begehrt, dann geht er das Thema mit einem Lächeln an. Um ihn herum mag die Welt vielleicht untergehen aber das heißt nicht, dass man nicht trotzdem bei einer guten Flasche Wein doch die gewohnheitslinke Spanischlehrerin aus der Wohnung gegenüber ins Bett kriegt. “Weltanschauliche Unterschiede”? Wenn die Klamotten erst auf dem Boden verstreut liegen spielt das auch keine Rolle. Wenn sie dann ihre ebenfalls gewohnheitslinken Freundinnen mitbringt ist er ein zuvorkommender Prince Charming der seine rechten Sticheleien so charmant verpackt, dass sie nicht anders können als verschämt lachen. So hat er sie bald so weit, dass sie ihm sogar zustimmen wenn er doch einmal von Parallelgesellschaften redet. Auch die Quotentürkin unter den Freundinnen stimmt ihm offenherzig zu, denn selbst sie hat sich mittlerweile ein wenig in ihn verguckt und ihm gefällt das. Denn er weiß, beim Essen und im Bett spielt Politik keine Rolle und wenn am Ende die Türkin bei ihm verbleibt dann hat Deutschland eine Frau gewonnen.

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