Republikanisches Kriegertum hilft gegen Extremismus

Unter der Regie von Annegret Kramp Karrenbauer und Eva Högel wird die Bundeswehr nun weiter umstrukturiert. Man spricht von unhaltbaren Zuständen im Kommando-Spezialkräfte. Der MAD und der Kommandeur des KSK stimmen zu und meinen, dass in dem elitären Zirkel des KSK eine abgeschottene, viel zu “rechte” Geisteshaltung entstanden ist. Dass diese Bewertung wahrscheinlich deutlich durch die Gesinnungsschieflage nach links innerhalb der ganzen Republik verzerrt ist, versteht sich von selbst. Dass es Vorfälle gab, die punktuelles und hartes Eingreifen erforderten (Munition stehlen und horten), ist auch klar.  Aber aus der ideologischen Isolation des KSK, das als Fremdkörper in der mittlerweile völlig aufgeweichten Armee wahrgenommen wird, zieht man die falschen Schlüsse.

Die Bundeswehr leidet wie viele westeuropäische Armeen an Sinnverlust. Die Krise der Truppe ist eine ideologische Sinnkrise, die in dem Abbau der tradierten Werte der alten republikanischen Ordnung und dem Wegfall der Bedrohungskulisse des Kalten Krieges begründet ist. Eine zunehmend pazifistisch eingestellte Gesellschaft, die zwar von schwelenden und aktiven Konflikten umringt ist, selbst aber jede Teilnahme oder Anteilnahme an ihnen verweigert, kann der Armee keinen geistigen Rückhalt geben, weil sie gar nicht mehr versteht, warum das Land eine Armee braucht. Dieses grundlegende Verständnis ist der Mehrheitsgesellschaft längst abhanden gekommen. Ähnliches gilt für die Befähigung und den Willen zum Kampf, das martialische Auftreten einer Kompanie von Männern und Frauen unter Waffen – es löst bei den Deutschen zum Teil nur noch Befremden aus.

Die postheroische Gesamtgesellschaft in Deutschland erträgt die harten Bilder einer kriegerischen Armee nicht mehr und würde sie wohl am liebsten in eine Heilsarmee umgewandelt sehen. In Österreich geht man bereits diesen Weg und trifft nur hier und dort noch auf Widerstand. Damit glaubt man wohl auch den Krieg, das Leid und den Kampf aus der Welt zu verbannen. Diese infantile Weltsicht wird jedoch wahrscheinlich nur dafür sorgen, dass die drei genannten Dinge mit erhöhter Geschwindigkeit hier in Europa wieder zur Normalität werden.

Nein – wer wirklichen Extremismus und die Abkapselung der Soldaten (und Polizisten) verhindern will, muss sie in eine Gesellschaftsform einbinden, in der Patriotismus, staatsbürgerlicher Ethos und der Gedanke der Aufopferung für die Freiheit und das Leben der Allgemeinheit hochgehalten werden. Wer Schweinekopf-Rituale und düstere Trinkgelage, die sowieso furchtbar peinliche Ersatzrituale sind, verhindern will, der muss den Soldaten einen offenen und weithin sichtbaren Platz in der Mitte der Nation geben. Dann braucht es echte Rituale, die mit dem Rest der Bevölkerung begangen werden – andere Länder wie Israel, Russland oder die USA und viele andere machen es vor. Wer seine Soldaten nicht versteckt, sondern sie mitten ins Zentrum zu allen anderen Haltekräften des Staates stellt, muss auch nicht an ihrer Treue zweifeln. Denn nur Diktatoren verlangen unbedingte Treue. Nur wer seinen Dienern gegenüber Treu ist, kann auch erwarten, dass sie im Gegenzug niemals von der Fahne abfallen. Aber wer sie schmäht, ihnen ständig Misstrauen entgegenbringt und ihre Arbeit verächtlich macht, ja sie demütigt und misshandelt, muss natürlich mit Verrat rechnen.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Elsner von Gronow bringt es auf den Punkt: Deutschland braucht mehr republikanischen Patriotismus, mehr demokratisches Kriegertum. Alles andere stärkt nur die Zerreißkräfte dieses bereits schwer angeschlagenen Landes.

 

Hat dir der Beitrag gefallen?

Spendier uns eine Kleinigkeit, um den Blog zu unterstützen:

5,00
Persönliche Informationen

Spendensumme: €5,00

 

Bild: IDF Spokesperson’s Unit

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.