Was zu sagen wäre

von Treveri

Der folgende Text spiegelt meine Erfahrungen und Erlebnisse der letzten Monate mit Beginn der sogenannten Corona-Krise wieder. Es wird zum Teil persönlich und im Erzählstil vorgetragen werden.

Ich musste lange überlegen ob ich diesen Schritt wage, denn die öffentliche Äußerung einer vom allgemeinen Narrativ abweichenden Meinung hat bereits und wird auch leider weiterhin zum Verlust des Arbeitsplatzes, sozialer Ausgrenzung und Stigmatisierung der Person führen. Gerade wenn man so wie ich als Uniformträger, Beamter, Angestellter im öffentlichen Dienst oder einer dem Staatsapparat nahestehenden Organisation tätig ist. Es nimmt mit der Zeit schon nahezu paranoide Züge an, denn man kann sich nie hundertprozentig sicher sein ob eine getätigte Aussage oder gar ein geschriebener Kommentar einen selbst in unüberbrückbare Schwierigkeiten bringen wird. Im Freundes- und Bekanntenkreis hat man schon eine ”unsichtbare” Liste erstellt mit Menschen, die eine gute Diskussion lieben und andere Meinungen akzeptieren und/oder denjenigen, denen man aus Gründen der langjährigen Freundschaft lieber nicht mit Themen zu nahe tritt, die schnurstracks in einen Streit ausarten können.

Alleine diese Tatsache beschreibt sehr gut wie es um die kleinen Freiheiten bestellt ist, wir verlieren sie jeden Tag ein Stückchen mehr. Der Anfang des Jahres 2020 war in den Medien weltweit geprägt durch die Feuer in Australien und einen sich potenziell anbahnenden militärischen Konflikt der USA mit dem Iran. So hart es auch klingen mag waren dies für mich nur Randnotizen. Die USA haben schon seit ihrem Bestehen außenpolitisch mit dem Feuer gespielt, scheuen selbiges aber nicht wie das berühmte gebrannte Kind. Viele meiner Bekannten kamen mit der Frage auf mich zu, wie sich wohl Deutschland in Falle eines bewaffneten Konfliktes verhalten würde und ob ich keine ”Angst” vor dem Großen und Ganzen hätte. Meine Antwort in den meisten Fällen: Alles Säbelrasseln wie zuvor mit Nordkorea und ich denke nicht, dass es zu einem Krieg kommen wird. Darauf folgte meist der Ausruf: «Aber was ist mit den Russen?»

Ja genau die bösen Russen, die im Hintergrund die Fäden ziehen und den Westen bedrohen. Dann ist da ja noch dieser verrückte Trump… in den Tagesthemen haben sie gesagt.. und so weiter. Und ich bin der unbelehrbare ”Verschwörungstheoretiker” ,der viele Nachrichten auf den ÖR hinterfragt nach dem alten Grundsatz: Cui bono – Wem nützt es?

Der Übergang in den folgenden Monat März war für mich geprägt durch die Berichterstattung zur sich abzeichnenden Weltweiten Covid 19 Pandemie. Die ersten Fälle in Europa noch dazu im Nachbarland Frankreich. Lange würde es nicht mehr dauern, bis auch bei uns die ersten bestätigten Fälle auftreten würden. Andere Staaten und Länder handelten sofort und schlossen ihre Grenzen (siehe Israel).

Und Deutschland? Wie man es nicht anders kennt, hieß es noch lange ”Wir sind gut gerüstet”, ”Wir sind ausreichend vorbereitet”. Jedes mal wenn ich diese Sätze von Seitens einer Regierung, egal welcher Couleur gehört habe, wusste ich, dass genau das Gegenteil der Fall ist und man sich spätestens jetzt anfangen sollte Gedanken zu machen. Wie war dieser Virus aus China für den normalen Bürger zu bewerten? Wie groß muss die Vorsicht sein? Ist alles nur eine riesige Panikmache? Die Verunsicherung war bei mir und vielen Teilen der Bevölkerung groß. Gerade Menschen mit Familie und Angehörigen in den sogenannten Risikogruppen lebten von Tag zu Tag mit neuen Horrormeldungen und hingen am Liveticker des Robert Koch Institutes. Ende März folgte dann der bisher schwerwiegendste Eingriff in die deutsche Wirtschaft und auch in die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, der Lockdown der das ganze Land quasi eingefroren hat. Uns Soldaten hat man Seitens des Dienstherren in eine häusliche Bereitschaft befohlen. Sanitäts und anderes Fachpersonal wurde von Anfang an in Hilfsaktionen eingebunden. Alle anderen Truppenteile sollten bis auf das unbedingt nötige Personal in einem Rotationsverfahren die Leute zu Hause belassen. Wer die Abläufe in der Bundeswehr kennt, weiß, dass hier von einheitlich und organisiert keine Rede sein konnte. Von verschiedenen Kameraden aus anderen Standorten war zu vernehmen, dass man jetzt erst einmal ”bis auf Weiteres” zu Hause in Bereitschaft verbleibt. Andere Bataillons und Kompaniekommandeure verfielen wieder in den Modus ”der Befehl unserer Teilstreitkraft ist noch nicht eindeutig formuliert und wir werden einfach mal so tun als sei nichts im Rest von Deutschland und Europa passiert und weitermachen wie gehabt”.

Wer sich zuerst bewegt bzw. etwas Falsches anordnet, wird mit Sicherheit negative Auswirkungen auf die eigene Karriere haben und somit wartete man notfalls so lange bis eine übergeordnete Stelle sich über zu hohe tägliche Stärkemeldungen gewundert hatte. Normale Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft wurden auf Kurzarbeit gesetzt oder durch die direkten Auswirkungen der Pandemie entlassen. Menschen verloren also ihre Arbeit, obwohl man doch von den Spitzenpolitikern ständig zu hören bekam, dass niemand wegen Corona um seinen Arbeitsplatz bangen müsste. Anscheinend gehörte ich zum ”absolut notwendigen Personal” meiner Einheit, sodass man mich erst mitte April in Bereitschaft befohlen hat. Die erste Woche zu Hause fühlte sich recht seltsam an. Ich beschäftigte mich mit viel Garten und Hausarbeit. Beim Kehren des Bürgersteigs hatte ich Gelegenheit über die Straße hinweg mit meinem Nachbarn zu sprechen, der als Berufskraftfahrer für eine Spedition tätig ist, die hauptsächlich für die Zulieferbranche der deutschen Autoindustrie fährt. Man hat ihn und seine Kollegen quasi in unbezahlten Urlaub geschickt und es war noch nicht abzusehen, wann er wieder in normalen Umfang arbeiten kann. Ich kam mir in diesem Moment recht schäbig vor um ehrlich zu sein. Wir Soldaten waren bei vollem Gehalt zu Hause und machten, falls wir nicht irgendwo bei den ”helfenden Händen” gebunden waren, Urlaub auf Staatskosten. Den folgenden Tag verbrachte ich fast komplett in meinem kleinen Nutzgarten, meinem persönlichen Paradies.

Ach wie gut es uns Menschen vom Lande doch geht, dachte ich. Während in den Supermärkten um Nudeln, Klopapier und Fertiggerichte gerungen wurde, konnte ich mir mein Obst und Gemüse selbst anbauen und hatte immer noch einen Holzofen mit Kochmöglichkeit falls mal der Strom ausfallen würde. Doch wie viele Menschen egal ob vom Lande oder aus der Stadt haben noch das Wissen, um sich im Falle des Falles selbst zu versorgen und nicht sofort auf die Hilfe Anderer angewiesen zu sein?

Das Thema ”Prepping” kam in den Medien auf. Vom bisherigen Image des verschrobenen Hinterwäldlers und höchstwahrscheinlich gefährlichen Reichsbürgers zum verantwortungsvollen Mitglied der Gesellschaft. #WIRBLEIBENZUHAUSE konnte man überall lesen und hören. Die Rettung der Menschheit durch Isolation und dem Ablegen von normalen Verhaltensweisen in einer Gesellschaft. Nun ja – alles hat ein Ende und auch dieser Wahnsinn wird vorbei gehen, dachte ich mir. Beim Zubereiten des Mittagessens ließ ich nebenbei den Fernseher laufen, um mich mit wie ich annahm, unverfänglichem Filmmaterial berieseln zu lassen, während der Rinderbraten auf kleiner Flamme vor sich hin schmorte und ich schon einmal die Möhren schnippelte. Auf dem SWR lief eine Reportage über Bauernhöfe im Südwesten Deutschlands. Genau meine Kragenweite, da ich selbst aus einem landwirtschaftlich geprägten Umfeld stamme. Was folgte war allerdings nicht eine Momentaufnahme des täglichen Lebens und Überlebens der hiesigen Landwirtschaft, sondern Framing in reinster Form! Tenor: Alles was nicht alternativ, biologisch und irgendwie anders als die tatsächliche Realität in diesem Beruf ist, ist Agrarindustrie und die ist bekanntlich böse. Nur ein konventionell wirtschaftender Betrieb wurde gezeigt, der meiner Fachmeinung nach den Ist-Zustand vieler kleiner und mittelständischen Unternehmen darstellt. Dank einer völlig verfehlten Agrarpolitik wird sich dieses seit Generationen wirtschaftende Familienunternehmen nicht behaupten können und letztendlich aufhören müssen wie unzählige andere in der jüngeren Vergangenheit auch.

Unter dem Beifall einer Bundesumweltministerin Schulze. Ich habe ja bereits in einem anderen Beitrag auf die Probleme der Bauern verwiesen und es tut mir in der Seele weh, wie man diesen für die Souveränität unseres Landes so wichtigen Berufsstand kaputt macht. Bleibt zu hoffen, dass die aufkommenden Proteste der Landwirte wenigstens kleine Erfolge verbuchen können.

Bis Ende Mai verblieb also ein Großteil unserer Soldaten zu Hause. Nun begann man Schrittweise den Grundbetrieb zu reaktivieren. Unter Auflagen (Maskenpflicht, Abstand ect) wurde versucht Ausbildungsvorhaben sinnvoll umzusetzen und man stellte fest, dass es bei mehr Gelegenheiten als erwartet zu nicht unerheblichen Friktionen kam. Wie soll ich einem Soldaten die Funktionsweise eines MG5 erklären, wenn der Halbkreis um die Matte des Ausbilders fast bis ans Kasernentor reicht? Wie kann ich Bedien- und Haltungsfehler abstellen, wenn ich nicht direkt neben den Ausbildungsteilnehmern in Stellung gehen kann und zum Beispiel mit einem Handdruck auf die Schultern die Wirkung von Rückstoß und falscher Schulterhaltung verdeutlichen? Es geht hierbei nicht um irgendwelche Schönheitsfehler bei einem Endprodukt, sondern im schlimmsten Falle um Menschenleben, weil der Soldat während der Ausbildung nicht das Maß an Wissen vermittelt bekam, das er gebraucht hätte um in einer lebensgefährlichen Situation richtig zu handeln. Dazu kommt, wie schon so oft beschrieben die abnehmende Qualität des Nachwuchses. Bisher hielt ich das immer für das übliche Gerede nach dem Motto: Früher war alles Besser! Doch nun bleibt zu sagen, dass es tatsächlich der traurige Normalfall ist.

Altgediente Kameraden verlassen die Armee und leider auch die richtig Guten, die bisher immer dafür Sorge getragen haben den Laden irgendwie am Laufen zu halten. Aus ”Sch**** Gold machen” – das war die Devise. Jetzt gibt es nur noch den Dienstplan und XY Anzahl an Stunden (zu wenige), die man für weiterführenden Ausbildungen zur Verfügung hat. In den Vordergrund treten Dinge, die ich nicht weiter beschreiben will, zum Teil aus Selbstschutz da man sonst Seitens der Denunzianten Rückschlüsse auf meine Person ziehen könnte, zum anderen aus purer Scham, denn es ist einfach manchmal nur noch unbeschreiblich wo im Dienstalltag die Prioritäten gesetzt werden.

Der Wonnemonat Mai war außerdem gekennzeichnet von den ”Hygiene-Demos” , die das Recht auf Versammlungsfreiheit forderten und auf Beschneidungen anderer Bürgerrechte aufmerksam machen wollten. Die Mainstream-Presse und einschlägige Prominenz betitelte Teilnehmer als ”Covidioten, Wirrköpfe, Spinner” und die Polizei zeigte, dass es doch möglich war einmal hart durchzugreifen, weil man bei diesem Klientel nicht damit rechnen musste als Rassist oder dergleichen von Seitens eines Großteils der Öffentlichkeit und Politik dargestellt zu werden. Man kann meiner Meinung nach von den Demos halten was man will, aber das Gesicht, das der Staat und die Leitmedien gezeigt haben, war ein hässliches.

Nicht einmal vier Wochen nach diesen Hygiene-Demos passierte dann der unsägliche Fall des Todes von George Floyd in den USA und eine Welle der Gewalt linker Gruppierungen schwappte über bis nach Deutschland. Bilderstürmer, BLM und ein für scheintot erklärter Marxismus erleben ein Revival in diesem verrückten Sommer. Tausende Demonstranten sind auf den Straßen unterwegs. Abstandsauflagen? Fehlanzeige! Dieses Verhalten wird jetzt aber nicht feindselig bewertet wie die Demos vor wenigen Wochen, sondern von Medien und linksgrüner Politik in höchstem Maße als gelebte Demokratie gelobt. Wer als konservativer Patriot bisher noch nicht das Gefühl hatte im falschen Film zu sein, der hatte es spätestens jetzt oder glaubt noch immer, dass die WerteUnion die CDU retten kann. Wir haben technisch gesehen erst die Hälfte des Jahres 2020 erreicht, aber die Spirale der Eskalation erreicht eine ungeahnte Eigendynamik in allen Bereichen.

Das erklärt vielleicht auch wie eine an und für sich normale Personenkontrolle mit Verdacht auf BTM Missbrauch an einem Samstagabend zu einer zerstörerischen Gewaltorgie in der Stuttgarter Innenstadt ausarten konnte. Ein weiteres Mal kapitulierte die Ordnungsmacht vor Zitat: «der internationalen Event und Partyszene.» Ich denke es bedarf keines weiteren Kommentars.

Was passierte sonst noch? Der Reservistenverband der Bundeswehr kündigte an ‘‘gegen Extremisten in den eigenen Reihen” vorgehen zu wollen. Sprich, AfD-Mitgliedern droht ein Ausschluss. Und ja man kann es so einfach benennen. Man wolle zwar keine flächendeckenden Überprüfungen durchführen, aber in klaren Fällen sollten die Hürden für einen Rausschmiss gesenkt werden. Bei den aktiven Soldaten werkelt man gerade am Soldatengesetz, genauer gesagt an der Anhebung der Zeitspanne von 4 auf 8 Jahre um eine schnelle Kündigung durchführen zu können. Moment! Da war doch noch was mit Nazis beim KSK!? Ja genau, zuerst fand der MAD einen Islamisten, aber das lässt sich ja nicht so toll medial vermarkten wie Schweineköpfe und rechtsradikale Machenschaften –  bei einer Abschiedsfeier aufgedeckt durch eine Hobby-Prostituierte. Achnee! Das war ja wieder was anderes. Dieses mal ging es um einen Stabsfeldwebel mit Waffensammlung und angeblichen Verbindungen zu einem rechten Terrornetzwerk. Whistleblower war jetzt ein Hauptmann, der wegen nennen wir es einmal außerehelichen Aktivitäten in eine andere Einheit versetzt werden sollte. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin gegen jede Form von Extremismus, rechts sowie links, allerdings hat man das Gefühl, dass hier nicht objektiv ermittelt wird sondern es soll schlichtweg ein Exempel statuiert werden.

Eine willkommene Steilvorlage für alle politischen Kräfte, die am liebsten heute als morgen die Streitkräfte abschaffen würden oder wenigstens eine Clownstruppe daraus machen. Die Ermittlungen dauern noch an, aber schon jetzt ist klar dass die betroffene Kompanie aufgelöst wird und die bestehenden Strukturen sollen aufgebrochen werden. Diese Kommandosoldaten bezahlen jeden Tag von Beginn ihres Dienstes einen hohen persönlichen Preis für die Mitgliedschaft in dieser Elitetruppe, die international höchsten Respekt genießt. Viele Kaputte Beziehungen und Familien, körperliche und seelische Schäden müssen in Kauf genommen werden. Trotzdem ist jeder von den Männern bereit für die Bundesrepublik und die Werte, die unsere FDGO vertritt, ihr Leben zu lassen. Und jetzt fällt man diesen Leuten auch von Seite ihres Kommandeurs in den Rücken!? Man will gar nicht darüber nachdenken wie schlimm es noch werden kann, bis es besser wird. Ich hätte nicht erwartet, dass meine Vorhersage in meinem Artikel „Bis das letzte Eichenblatt fällt“ so schnell eintreten wird. Nichts ist mehr sicher vor Demontage und blinder Zerstörungswut.

Zum Abschluss meines Textes noch ein berühmtes Zitat von Max Liebermann: „Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte!“

 

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