Der Westen: Vorboten der Auflösung

Jedes Zeitalter hat ein Ende. Die Übergänge von einer Epoche in die nächste sind jedoch fließend. Selten gibt es ein zentrales Ereignis, das den Beginn einer neuen Ära einleitet. Rückblickend werden Historiker auch über den globalen Westen nicht sagen können wann er wirklich endete oder wann seine Metamorphose in etwas Neues begonnen hat. Klar wird nur sein, dass der Westen das  21. Jahrhundert als zusammenhängende, einigermaßen kulturell und ethnisch verbundene Einheit nicht überleben wird. Wie Peter Scholl Latour einst richtig sagte, endet das Zeitalter der Weißen und Europa wie auch Amerika müssen schauen, dass sie in diesem Jahrhundert nicht vollständig aufgelöst werden. Es geht um Selbstbehauptung gegen immer größere Widerstände und Feinde, die sowohl von außen als auch von innen wirken.

In den USA wirken die Zerreisskräfte sicherlich seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ähnlich stellt es sich auch in Westeuropa dar. Auf beiden Seiten des Atlantiks erlebte die Generation der “Babyboomer” ein nie gesehenes Wirtschaftswachstum und kam in den Genuss von Wohlstand und Freiheit, wie man es bis dato schlichtweg nicht kannte. Seither hat sich die soziale Mobilität nach oben nur verschlechtert, wie James Purtill in einem Artikel auf ABC.net richtig feststellt. Immer mehr Menschen, ob nun Gelbwesten-Proteste, Pegida, Bauerndemonstranten oder Rust-Belt Arbeiter, stellen fest, dass ihre ökonomische und soziale Existenz auf dem Spiel steht. Wo einst eine starke Mittelschicht die USA und die Bundesrepublik der 70er, 80er und 90er Jahre prägte, gibt es heute immer mehr entweder sehr Reiche oder eben zunehmend jene, die ins Prekariat abrutschen. Das Gemisch für eine explosive Entzündung wird dadurch noch verstärkt, dass immer mehr ungebildete und wenig qualifizierte Migranten in die Sozialsysteme und den Niedriglohnsektor des globalen Westens gespült werden. Dies führt dazu, dass der Druck im Kessel steigt.

Der Kollaps von Zivilisationen stellt sich selten über Nacht ein, sondern kommt schleichend daher. Die Erosion tradierter Werte und Institutionen dauert Jahrzehnte und manchmal gar Jahrhunderte. So wie sich der Westen langsam entchristianisiert, suppen im Fahrtwasser dieser Entchristianisierung neue Formen von Marxismus hinein, die die Auflösungstendenzen verstärken. Bilderstürme gab es in den letzten Jahrzehnten immer wieder, die neue Intensität der Angriffe auf das kulturelle und zivilisatorische Erbe des Westens führen nun dazu, dass sich die politische Linke im Siegeszug wähnt und ihr altes Ziel, nämlich die Auslöschung der westlichen Zivilisation (schon seit Lenin), beinahe erreicht sieht.

 

Fallende Denkmäler, brennende Flaggen, ganze Legionen fremdländischer Kämpfer, die durch das beschauliche Dijon ziehen oder muslimische Jugendgangs, die ganze Stadtviertel in Schutt und Asche legen können: an den Rändern des Westen hat die Ausfransung derartige Ausmaße erreicht, sodass Leugnen und Beschönigen immer schwerer wird. Wird dieser Prozess nicht gestoppt, folgt die Südafrikanisierung bzw. Balkanisierung Europas und Nordamerikas und in letzter Konsequenz die komplette Auflösung dessen, was man einst den Westen nannte.

Gleichzeitig wächst jedoch auch der Widerstand gegen diesen herbeigeführten und geduldeten Zerfall – in allen europäischen Ländern sind die politischen Parteien rechts der Mitte heute stärker als noch vor zehn Jahren – trotz aller Widrigkeiten. Wer weiß: womöglich werden Historiker einmal sagen, dass 2020 oder 2015 das Endspiel um den Westen offiziell begonnen hatte und die Vorboten der Auflösung und die der Rettung sich offen zeigten.

Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch. – Friedrich Hölderlin

 

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