Cyberpunk 2020

Eine Dystopie ist eine negative Vision der Zukunft. Im Gegenteil zur Utopie, die meist Basis futuristischer Romane und Filme wird, ist die Dystopie ein finsteres und hoffnungsloses Szenario, wo sich das Versprechen von Fortschritt in Luft aufgelöst hat. Als Samuel Huntington vor über 20 Jahren den Clash of Civilizations (Kampf der Kulturen) schrieb und sein ideologischer Kontrahent Francis Fukuyama mit dem „Ende der Geschichte“ dagegenhielt, entbrannte eine heftige intellektuelle Debatte zwischen denen, die an den Sieg der liberalen, westlichen Demokratie und einen weltweiten Frieden glaubten und denen, die der pessimistischeren oder realistischeren Perspektive von Huntington beipflichteten.

Die USA, seit Jahrhunderten ein Schmelztiegel der Ethnien, Religionen und Kulturen, liefert ein weiteres Argument für die These Huntingtons: Die Konflikte auf der Welt werden durch die zunehmende Globalisierung und Mobilität der Menschen und Menschengruppen eher zu als abnehmen. Nicht nur an den Grenzen zwischen den Nationen, sondern auch innerhalb von Gesellschaften, die kulturell und ethnisch immer diverser und gespaltener werden.

Eine Dystopie der Zukunft

Die polnische Entwickler von CD Projekt, verantwortlich für die beliebte Spielreihe „Witcher“, die auf den erfolgreichen Büchern Andrzej Sapkowski basiert, arbeiten derzeit an dem heiß ersehnten Rollenspiel „Cyberpunk 2077“. Das Videospiel, dessen Trailersequenzen bereits satirisch in sogenannten „Memes“ (Bilderhumor) für die derzeit anhaltenden Unruhen in den USA von der Internetgemeinschaft zweckentfremdet wurden, dreht sich um „Night City“, eine gigantische sogenannte „Megacity“, die sich im Jahr 2077 über nahezu ganz Kalifornien erstreckt und die Heimat von unzähligen Millionen Menschen unterschiedlichster Herkunft geworden ist. In den von Gigantismus, Neonlichtern und Beton dominierten Superstädten der nicht allzu fernen Zukunft gibt es keinen Frieden. Nur das Auf und Ab von Ganggewalt und die Gier großer Konzerne.

In Cyberpunk 2077 wird die berüchtigte Makrometropole von rivalisierenden Banden, ethnisch und kulturell verschiedenen Clans der Unterwelt sowie Mega-Firmen kontrolliert, die ähnliche Google oder Walmart durch ihre Monopolstellung auf dem Markt mächtiger geworden sind als manche Staaten oder regionale Regierungen. Müll, Dreck, Arbeitslosigkeit und Verzweiflung beherrschen die „Night City“, die von beständiger Gewaltkriminalität geprägt wird. Das Leben in der Dystopie ist kurz, brutal und bunt. Jeder ist sich selbst der Nächste und zwischenmenschliche Solidarität existiert de facto nicht mehr. Wenn der Staat noch in Erscheinung tritt, dann nur noch als Militärmacht, die versucht die schlimmsten Auswüchse der multikulturellen Megacity einzudämmen und die Kriminalität mit enormer Waffengewalt zu bekämpfen.

Die heutige amerikanische Gesellschaft befindet sich auf dem besten Wege, angetrieben von linker Identitätspolitik, in die totale Tribalisierung. Wo ein Donald Trump noch versucht den alten amerikanischen Mythos von E pluribus Unum zu beschwören (Aus vielen, eins), dividieren linke Agitatoren die Nation in rivalisierende Stammesgruppen, die sich wiederum in noch kleinere Einheiten aufteilen. Kein einziger Republikaner vertritt einen Ansatz von “White Supremacy”, was jedoch die Demokraten und die linken Meinungsmedien nicht davon abhält dieses Narrativ immer wieder  zu verbreiten.

Die Bilder von brennenden Straßenzügen, von qualmenden Autowracks auf mit Patronenhülsen bedeckten Straßen in Los Angeles und von schreienden, brutalen Menschenmobs, könnten aus einer dystopischen Fiktion kommen. Sie könnten Teil einer Spielwelt sein, sind jedoch bittere Realität.

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