Linke und der revolutionäre Klassenkampf

Das politische Jahr 2020 beginnt ganz so, wie man es von den 20er Jahren erwarten würde. Es knallt und das immer heftiger. Die Rückzugsräume für die Unbeteiligten aus dem Bürgertum werden immer kleiner und enger, während sich die auf den Straßen stehenden bald überrascht fragen werden müssen, auf welcher Seite sie eigentlich stehen wollen. Während das Neujahr in den multikulturell bereicherten Regionen der BRD und andernorts in Westeuropa als gute Gelegenheit genommen wird, um Kugelbomben auf Sanitäter und Polizisten zu werfen, Schulen abzufackeln und Personen mit Schreckschusswaffen zu beschießen, gibt es auch im ethnisch nahezu “reinrassigen” Leipzig in der linksextremen Hochburg der Linken in Connewitz keine Pause für die revolutionären Kräfte.

Ein Polizist, der in den Augen vieler Linker schon durch seine Berufswahl zum verspäteten Helfershelfer Hitlers geworden ist, entkam nur knapp dem blutigen Tod auf dem Bordstein, nachdem er von Linken überfallen und niedergeschlagen wurde. Der notorisch mit einem Linksdrall ausgestatteten SPD unter Führung der unglaublich unsympathischen Saskia Esken fiel dazu nichts besseres ein, als die Schuld der Polizei in die Schuhe zu schieben. Merke: Wenn die Linksextremen in ihren Hausbesetzervierteln randalieren, hin und wieder Hamburg beim G20 Gipfel in Schutt und Asche legen und Polizisten wegprügeln, sind die Schuld, die eigentlich Recht und Ordnung durchsetzen wollen. Den Parteien links der Mitte kann man wie immer vorwerfen, dass ihre Lippenbekenntnisse zur Gewaltlosigkeit reines Theater sind. In Wahrheit fördern sie die sozialen Milieus der Linken wie die Rote Flora, Connewitz oder eben die Rigaer Straße 94. Die CDU auf der anderen Seite ist nur schuldig inkompetent, verlogen und feige zu sein. Denn obwohl viele dort wohl schon meinen, was sie sagen, wenn sie von Solidarität für die Beamten und Einsatzkräfte sprechen, wenn sie schwören die Linken zu bekämpfen und den Rechtsstaat wiederherzustellen, können sie trotz Regierungsbeteiligung in nahezu allen Bundesländern und im Bund keine Ergebnisse vorweisen. Die Eskapaden der Linken sind eigentlich schon eine Art bundesrepublikanisches Ritual geworden. Umso schwächer der Staat agiert, desto größer sei die staatliche Unterdrückung und die Pflicht zum revolutionären Widerstand. Eigentlich muss man die Linksradikalen und die Linksextremisten ja beinahe um ihre Narrenfreiheit beneiden. Sie dürfen den Sturm und Drang leben, den die Rechten in dieser Republik niemals auch nur denken könnten. Kein Wunder, dass so viele ehemalige Neonazis in den 90ern und 2000er Jahren von den rechten zu den linken Autonomen gewechselt sind. Es ist sehr viel leichter ein linker Edelrevolutionär zu sein.

Und dabei kann man die Wellen der immer wiederkehrenden Empörung gar nicht mehr ernst nehmen, weil ja sowieso nie etwas passiert. Die Linksextremisten können die Mitarbeiterin einer Baufirma brutal niederschlagen, Baugerät anzünden, Bundeswehr- und Polizeifahrzeuge in Brand stecken, AfD-Politiker von hinten niederknüppeln (oder von vorne), Autos von BZ-Journalisten in Leuchtkerzen verwandeln, fette Steine von Dächern auf Polizisten werfen, Anwohner bedrohen, Büros und Autos der AfD und jeder anderen Partei rechts der Linken zerstören, ja ganze Carports niederbrennen und die einzige echte Konsequenz wäre wohl, dass der neue Verfassungsschutzchef Haldenwang nochmals 100 weitere Stellen im Kampf gegen den Rechtsextremismus fordert. Ob der Ausbau der Überwachungs- und Nachrichtendienste gegen Rechts um ein halbes Regiment ihm wirklich reicht, wage ich zu bezweifeln.

Ja, die Revolutionäre von links machen auch nicht vor der FDP, der CDU oder den Kirchen Halt. Obwohl alle diese drei Parteien seit vielen Jahren erfolglos versuchen sich dem linken Spektrum anzudienen, werden sie kaum von ihnen geschont. Auch über den Liberalen, Schein-und Besitzkonservativen und den angepassten Kirchenvertretern schwebt der Odem des Naziverbrechens, das als Begründung für noch zu verübende und verübte Gewalt herangezogen werden kann. Und die hier im Text verlinkten Beispiele sind nur die Fälle, die kürzlich in den letzten Tagen, Wochen oder Monaten im Jahr 2019 passiert sind. Nur beim Brandanschlag auf das Leipziger Finanzamt mag bei mir keine echte Traurigkeit aufkommen. In Deutschland muss man aber sowieso nicht mit harten Urteilen gegen Linksextreme rechnen. Oder überhaupt mit Urteilen oder harten Urteilen. Ja selbst Ermittlungen werden ja meistens ergebnislos eingestellt, wie man aus eigener und der Erfahrung des Umfelds weiß.

Und während also die «schwarzen Scharen» auf indymedia zum revolutionär-roten Krieg und zur physischen Vernichtung ihrer politischen Gegner aufrufen, sitzt irgendwo in Essen oder Berlin eine Teilzeitkraft und untersucht die Kommentarspalten auf Facebook nach «Hasskommentaren» von potenziellen, aber noch irgendwie  verhinderten Neonazis. Diese «Brut» verkleidet sich laut deren Ansicht schon lange als CDUler, FDPler und sowieso als AfDler. Neu ist nur, dass auch Migranten, dunkelhäutige Superafrikaner, Asiaten, Buddhisten, Hindus und atheistische Ex-Muslime sowie Alt-Feministinnen zum potenziellen Kreis der verhinderten Täter von Auschwitz 2.0 gehören. Zumindest scheint das so zu sein, wenn man sich die Statements der Linken auf den einschlägigen Seiten ansieht.

Wirklich witzig finde ich, dass ich in meiner Jugend noch eine Freundin in den Kreisen der schulischen Antifa hatte, die sich frei und tief im Schwarzen Block und bei den ganzen Autonomen bewegte. Abgesehen davon, dass man sich vor  knapp 13 Jahren noch irgendwie mit diesen Menschen unterhalten konnte, ohne gleich angegriffen zu werden, auch wenn man eine andere Meinung hatte, war besonders auffällig, dass eigentlich kein einziges Mitglied der Antifa ein Kind des Proletariats war, für das sie ja vorgeben zu kämpfen. Fast alle waren Jungs und Mädchen des Bildungsbürgertums, der Besitzenden, der Beamtenfamilien oder erfolgreichen Unternehmer aus Frohnau, Zehlendorf, Alt-Tegel und so weiter. Aber das hat ja Pol Pot in Kambodscha auch nicht gehindert. Als studierter und privilegierter Bürgerlicher hat er gerne den roten Umhang des Revolutionärs angezogen und die Ermordung von Intellektuellen, Brillenträgern, Lehrern und allen anderen befohlen, die bei seiner Revolution nicht mitmachen wollten.

Die 2020er Jahren werden überaus aufregend werden.

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