Kingdome Come und Böhmens Glanz

Die tschechischen Entwickler von Warhorse Studios haben im letzten Jahr die Medien- und Spielewelt mit ihrem Hit «Kingdcome Come:Deliverance» richtig aufgerüttelt. Gegenübern den Social Justice Warriors, den Sozialkonstrukteuren, politisch korrekten Dauerempörten und Schwarzmalern blieben sie hart und haben den Sturm der Entrüstung überstanden. Manch andere, westlichere Firma, hätte wahrscheinlich klein beigegeben und wäre eingeknickt. Aber was war passiert?

Ein paar der oben genannten Berufslinken hatten wahrscheinlich aus grundlegender Antipathie gegenüber antikommunistisch eingestellten Entwicklern auf Twitter und anderswo eine Hetzkampagne gestartet und zum Boykott des Spiels aufgerufen, weil im böhmischen Mittelalter von Kingdome Come, wo die Geschichte spielt, keine «People of colour» zu sehen sind. Gemeint sind Nichtweiße. Dass das nicht mal stimmt, spielte bei der Diffamierungskampagne von nordamerikanischen Fachmedien und Influencern von links keine Rolle. Im Spiel gibt es sehr wohl, asiatische Kumanen, die aber den Schwarzmalern aus dem Netflix-Publikum einfach nicht dunkel genug sind und nicht ihre Ansprüche an ein vollständig diversifiziertes Mittelalter erfüllen.



Jedenfalls konnte sich Kingdome Come trotz dieses Shitstorms von links auf dem Markt behaupten und wurde ein finanzieller Erfolg. Durchaus zu Recht, wie ich nach einem Jahr auch sagen kann, nachdem ich über die Weihnachtsfeiertage endlich dazu kam das Spiel durchzuspielen. Den tschechischen Entwicklern mangelt es weder an Mut noch an Talent, höchstens an Gründlichkeit und Perfektionismus. Es wird sicherlich nicht das einzige gute Medium bleiben, das von diesem Entwicklerstudio kommt.

Und das ist genau der Punkt. Die Witcher-Spiele aus Polen, Kingdome Come aus Tschechien und sicherlich bald ein paar mehr Überraschungseier aus Ungarn oder der Slowakei. Die ehemaligen Länder des Ostblocks, die noch kulturelle und geographische Nähe zu Europa haben, holen massiv in Sachen Technologie,Dienstleistung und Industrie auf. Estland ist beispielsweise eines der führenden Länder in Sachen Digitalisierung, digitale Infrastruktur und IT-Technik. Diese einstmals als billig und rückständig verschmähten Nationen haben nach dem Fall der Sowjetunion keinen guten Stand gehabt und hatten viel Aderlass an Mensch und Material, ehe sie sich erholten. Geht man jetzt durch Prag, Krakau, Breslau, Warschau oder andere Städte, die einst völlig verfallen waren, sieht man die Blüte dieser Völker. Auch der Abwanderungsdrang der heimischen Bevölkerungen hat wieder abgenommen. Mittlerweile gibt es sogar eine Rückkehrtendenz. Vor allem in Großbritannien und Frankreich gibt es immer mehr Auslandspolen, die die Heimreise ins polnische Heimatland antreten, weil die wirtschaftlichen Grundlagen für ein besseres Leben nun auch dort gegeben sind. Das mag zum einen an den Fördergeldern aus deutscher(europäischer Hand) liegen, zum einen am hartnäckigen Überlebenswillen der gepeinigten Menschen im Osten Europas. In Tschechien herrscht beinahe Vollbeschäftigung und wer das Land noch vor 15 Jahren kannte, wird nicht übersehen können, dass der Lebensstandard mittlerweile an Deutschland angeglichen wurde – zumindest in den größeren Städten. ‘

Böhmen, Schlesien, Mähren und das Baltikum, diese alten Kulturregionen Europas, erleben eine Blüte. Im Zuge der Migrationswelle nach Europa hat man gesehen, dass die Länder Polen, Ungarn, Tschechien, Slowenien und Slowakei, aber auch die baltischen Staaten, ein neues Selbstbewusstsein im Umgang mit Brüssel gefunden haben. Wenngleich man bereit ist die Kuh zu melken, solange es geht, ist klar, dass diese Nationen trotz wechselnder Regierungen wahrscheinlich nicht den selben Irrweg des Multikulturalismus einschlagen werden. «Ungarn den Ungarn», «Estland den Estland» und so weiter sind dort immer noch sehr legitime und richtige Positionen. Die sicherheitspolitische Geisterfahrt, der scheinbar komplette Wahnsinn der Deutschen in Sachen Einwanderung und Islam, begünstigt die Entfremdungstendenzen dieser Nationen nur noch mehr. Auch wenn der Druck auf die Visegrád-Länder weiter zunehmen wird und die Globalisierungsfreunde, die sich ein afrikanisiertes Europa wünschen, ihre Hoffnungen nicht begraben werden, wird die Zukunft sicher zeigen, dass die Länder südöstlich an der Donau und östlich hinter der Oder sich anders entwickeln werden als Westeuropa und Deutschland. Warschau wird auf längere Sicht, sicherlich für die nächsten zwanzig oder dreißig Jahre, nicht so aussehen wie Berlin, Paris oder London und trotzdem Wohlstand und ein gutes Leben bieten.

Die einstmal abgehängten Nationen des europäischen Ostens werden stabil bleiben oder weiter wachsen und das Europa sein, das man im Westen schon größtenteils verloren hat. Ein Himmelreich (Kingdome Come) wird es vermutlich nicht sein. Aber diese Nationen werden hoffentlich für viele in der nahen Zukunft Refugien der Stabilität und des inneren Friedens sein.

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